Donnerstag, 25. Juni 2009

Alltägliche Banalitäten

Mehr als ein Monat ist seit meinem letzten Blogeintrag vergangen . . . ansich sollte es doch reichlich zu schreiben geben, aber irgendwie plätschert das Leben in alltäglicher Routine nur so vor sich hin. Zumindest sind Katastrophen ausgeblieben aber so richtige Highlights, echte Knaller, Schenkelklopfer . . . auch Fehlanzeige . . . mal schauen was sich wenigstens aus dem Alltag quetschen lässt.

Unverändert gehe ich natürlich immer noch regelmäßig zum Sport und ziehe diszipliniert mein 3.er Split Training durch. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt mich zu motivieren so sind Montag, Mittwoch, Freitag die Tage an denen ich, komme was wolle, in meinem Sportstudio erscheine, meine Muskeln schinde und in etwa 1 1/2 bis 2 Std. etliche Tonnen an Hanteln stemme, um meinen Body in Form zu halten. Es ist klar, dass ich damit nicht aufhören kann und ich denke auch nicht darüber nach. Mittlerweile habe ich bei 1.83m Körpergrösse stolze 87kg erreicht. Ein normaler untrainierter Mann hätte 8-10kg zuviel auf den Rippen und wäre damit deutlich übergewichtig. Ich bin es nicht. Ich bin kein Heering, kein Spacko aber auch kein Arnold . . . so wie es ist passt es schon ziemlich gut. Würde ich aber weniger Sport treiben, würde ich sicher schnell fett werden und müsste auf Essen verzichten. Das kommt ja wohl mal garnicht in Frage. Weder das Eine noch das Andere.

Mein Laufpensum habe ich jetzt endlich auch wieder langsam steigern können. Ich möchte diese Fitness auch nur ungerne verlieren. Es macht eben einfach Spass ausdauernd sein zu können und außerdem bleibt man schön definiert. Ich laufe meißt 30-35min. in eine Richtung, drehe dann um und laufe denselben Weg wieder zurück. Dabei lege ich so ungefähr 11-12 km zurück und verbrenne reichlich Kalorien. Als wunderbarer Nebeneffekt, neben dem gesundheitlichen Aspekt, kann ich mich vom öden Alltagstress entspannen.

Vor nicht allzulanger Zeit, war ich noch ausgerüstet mit Polar Pulsuhr, Brustgurt und Speedsensor am Schuh, um meine Daten aufzuzeichen. Mittlerweile begleitet mich mein neues GooglePhone. Ausgerüstet mit GPS und Kompass, zeichnet eine Software jeden Lauf metergenau auf und informiert mich über Tempo, Dauer, Distanz, Höhenmeter und Kalorienverbrauch. Einzig der Puls fehlt, aber ich laufe doch lieber nach Körpergefühl. Am Ende werden sämtliche Daten auf eine Webseite hochgeladen und können dort nicht nur miteinander verglichen werden, man kann auch wie von Google Maps gewohnt, sehr genau sehen, wo man langelaufen ist. Eine wirklich tolle Sache. Wer sich dafür interessiert hier ist der Link zu meinen Läufen : http://www.buddyrunner.com/lars.baeter

Im Berliner Tiergarten hat der jährliche 5x5km Staffellauf statt- gefunden an dem unsere Firma seit Jahren schon teilnimmt. Tausende Teams laufen hier zu Fünft über eine Distanz von 25km. Jeder 5km. Ein Riesen Spaß und wie gewohnt, wieder mal bei grotten schlechtem Wetter. Aber wen kümmert das schon? und interessanterweise trübt das Wetter keineswegs die Laune. Wir alle haben einen Heidenspaß an unserem gemeinsamen Lauf. Ich nehme mir jedes Jahr vor, es doch mal entspannt angehen zu lassen, aber das klappt irgendwie nie. Schon nach Start versuche ich mich schnell frei zu laufen und versuche alles zu geben. Im Ziel bin ich wieder mal völlig am Limit und obwohl ich deutlich weniger trainiert habe als noch vor 2 Jahren und auch locker 10kg mehr wiege, lege ich die 5km in 22min:19sek. zurück und verliere damit nur eine Minute auf meine Bestzeit vor einem Jahr. Ich brauche mich nicht zu verstecken, bin stolz auf mich und freue mich mit meinem Team. Von 3 Staffeln aus unserer Firma, waren wir die Schnellsten.

Was gabs noch . . . wochenlang laufe ich mit mehr oder weniger starken Zahnschmerzen rum. Mein Zahnarzt diagnostiziert freiliegende Zahnhälse an 2 Weisheitszähnen und verordnet mir Geduld. Ich gebe mir alle Mühe, konsumiere ein paar Schachteln Ibuprofen und Dolomo Schmerztabletten und bekomme dann am Ende nach qualvollen 2 Wochen, doch eine Wurzelbehandlung. Ein Zahn war doch im Eimer und wenigstens Einer gibt jetzt Ruhe. Der Andere hält sich so lala zurück, meldet sich aber immer noch hin und wieder und quält mich dann für mehrere Stunden bis er sich wieder beruhigt. Hoffentlich hört das bald auf. Blöd ist wirklich, dass man selber nicht weiß, was los ist. Kann wirklich harmlos sein, ein gereizter Nerv oder frisst sich gerade unbemerkt eine Karies durch meinen Zahn. Blöd ist, dass ich schon immer etwas Pech mit Zähnen hatte. Ich kann mir nicht erlauben welche zu verlieren, weil ich kaum Kaufläche habe und ich habe keine Lust mich nur flüssig oder von Brei zu ernähren.

Was noch? . . . . ich habe wieder versucht meine finanzielle Situation durch "Panikverkäufe" zu stützen. Schweren Herzens habe ich mich von teuren Erinnerungen getrennt und auf eBay alten Modellbaukrempel versteigert . . . hier ist jetzt auch Schicht, denn ich habe nun nichts mehr, was sich verticken ließe. Der Erlös steht leider in keinem Verhältnis, weder zu dem was ich mal bezahlt habe noch zu dem ideellen Wert . . . aber das war mir vorher klar und ich versuche nicht darüber nachzudenken.

Mir wird immer mehr bewusst, dass eine Trennung (Scheidung) für den Mann anscheinend soetwas wie eine Naturkatastrophe bedeuten kann . . . man verliert tatsächlich Alles, fällt tief und fängt dann ganz von vorne an. Ich habe bislang in meinem Haushalt immer noch kein Bett und keine so simplen Sachen wie einen Eierpieker oder Eierschneider . . . Handtücher fehlen, frische Bettwäsche, meine Kleidung ist abgetragen, der PC aus der Steinzeit, in der Küche stehen nur 2 Töpfe . . . es reicht zum leben . . . aber Fakt ist, 2 Jahre nach meiner Trennung krebse ich immer noch rum

. . . wie auch immer, die Auswirkungen der ebay Verkäufe auf mein Konto sind leider auch nicht so heftig und anhaltend wie ich gehofft hatte aber besser als nichts und ich frage mich wie es wohl aussehen würde, wenn ich nicht hin und wieder etwas verkauft hätte. Die Talsohle ist aber zumindest durchschritten . . . es wird aufwärts gehen, sicher langsam . . . aber stetig. Noch bin ich vorsichtig und wage nicht wirklich davon zu träumen, mir Wünsche zu erfüllen, aber die Hoffnung wächst, dass es nicht mehr lange dauern kann.

. . noch 7 Wochen bis zum Urlaub . . . hätte nichts dagegen wenn die schnell umgehen