Mittwoch, 15. Juli 2009

Dit is Berlin

Ja, ick weeß. Berlin is ne Weltstadt, zumindest will et eene sein. Aus allen Herrenländern strömen die Menschen, Stars, Promis, Politiker und die vielen Normalos in diese Stadt und jeder versucht Ihr irgendwann und irgendwie seinen Stempel aufzudrücken. Jeder versucht dieser Stadt zu erklären in welchem Rythmus Sie ticken soll. Hier importiert jeder seine Kultur, bringt seine Religion mit und nimmt sich wat Ihm gefällt. Et macht ehm jeder wat er will, dat merken die Meißten auch sehr schnell und irgendwie is dat ja auch jut so . . . aber wie so oft im Leben hat alles seine 2 Seiten.

Weiß denn noch Einer was es heißt wirklich Berliner zu sein? . . . wenn die Menschen in diese Stadt kommen, was ist es was Sie wirklich suchen? Berlin mit seiner Identität, seiner Kultur, seinen Menschen? Sind Sie deswegen hier? oder suchen Sie einen Platz an dem Sie sich selbst verwirklichen können? Wenn es so ist, dann kann man im Grunde ja auch garnichts dagegen haben, solange wie man dabei nicht vergisst, dass man im Grunde hier zu Besuch ist und nicht wie die Herde durch die Saat oder den "Ureinwohnern" auf Ihren Gefühlen herumtrampelt . . . es wäre schon schön, wenn ick Berliner bleiben dürfte. Niemand würde es wohl mögen, Besuch in den eigenen 4 Wänden zu bekommen, der Einem dann anfängt die Möbel umzustellen.

Hey liebe Berlinbesucher und Hierbleiber, es gibt Sie noch, die Ureinwohner . . . Menschen die in dieser Stadt geboren und aufgewachsen sind, die eine Zeit mit erlebt haben, als eine Mauer diese Stadt umgab und Menschen aus Westdeutschland nur hier her kamen um sich vor dem Bund zu drücken. . . . Ich bin so Einer, ein waschechter Berliner, Jahrgang 1964 und ausgerüstet mit viel Herz und Berliner Schnauze. Ich heiße friedliche Menschen immer willkommen, freue mich über diese Vielfarbigkeit, über diesen Mix aus Nationen, diese Lebendigkeit, diese kulturelle Vielfalt. Berlin ist eben eine Stadt die eben nur eine Konstante kennt. Ihre Veränderung . . .

Damit bin ich großgeworden, aber dennoch hängt mein Herz auch an berlintypischen Dingen, Dingen mit denen ich eben melancholisch romantisch verklärte Erinnerungen verbinde. Dinge die für einen Nichtberliner wohl schwer nachvollziehbar sind, weil Sie Ihnen nichts bedeuten. Für mich haben Sie aber einen hohen symbolischen Wert. Dat kann der Funkturm sein (der im Westen, jetz nich der Fernsehturm, der steht ja im Osten) oder der Flughafen Tempelhof, den unser lieber warmer Bürgermeister hat schließen lassen oder ein Pfannkuchen (die marmeladegefüllten und mit zuckerguß überzogenen Dinger, die sonst überall in der Welt Berliner heißen) oder die Gedächtniskirche (der hohle Zahn) oder die "schwangere Auster" unsere Kongresshalle, die jezt "haus der Kulturen der Welt" heißt, der Teufelsberg im Grunewald, mit den leider völlig verfallenen weißen Kuppeln der alten Abhöranlage der Amerikaner, der KuDamm (der eigentlich nicht wirklich soo schön ist, aber für mich ist er mein Zuhause). All das hat nichts mit Nationalstolz zu tun und es sind auch keine Heiligtümer, es ist nichts womit ich rumprotzen würde, wie ein Österreicher mit seinem Kaiserschmarrn, aber für mich sind es Dinge, die etwas mit dem Begriffen Identität, Heimat und Zuhause zutun haben. Ich versuche Sie mir nur so zu bewahren, wie Sie waren, um zu wissen woher ich komme und in welcher Stadt ich groß geworden bin. Es sind Dinge die mich geprägt haben.

. . . Also, falls ein Mitarbeiter vom Kaisers Supermarkt das hier liest . . . ein Schrippe ist eine Schrippe, ist eine Schrippe und nicht ein . . . . "Spitzbrötchen" ! ! ! ! ! man, man, man, wat soll dat denn sein?

Ick weeß nich wo Ihr herkommt, aber in dieser Stadt , hier in Berlin, heißt dat Ding "SCHRIPPE"

Dienstag, 7. Juli 2009

Fränner oder Mauen

Testosteron

. . . ich weiss wie ein Kerl riechen kann, es genügen ein paar Tage ohne Wasser und Seife, ein paar schweißtreibende Sportarten, Rugby, Schlammcatchen oder Boxen, dazu leichte körperliche Arbeit beim Bullenreiten und dann 3 Tage in denselben Klamotten vor dem Fernseher mit Bier und Pizza . . . Okey . . . Füße, Achseln, der Bereich um die Lendengegend können nun gar betörende Düfte verströmen . . . die jedem Normalsterblichen die Tränen in die Augen treiben, ein Kratzen im Hals verursachen und Haare ausfallen lassen . . . keine Frage, dass dieser Zustand unzumutbar ist und eine fristlose Wohnungskündigung rechtfertigt, bevor der Gestank sich im Mauerwerk festsetzt

. . . gehen wir aber nun einmal vom Durchschnitts Büro Männchen aus . . . Morgens duschen, frische Klamotten, Deo, Rasierwasser, Fußnägel geschnitten, schnell das Vollkornmüsli gemümmelt und ab in die U-Bahn zur Arbeit. 8 Std. nahezu bewegungslos auf einem ergonomisch geformten Bürostuhl verharren, von einer leichten Tischventilator Brise umfächelt und zum Feierabend schnell noch für 2 Std. in klimatisiertes Fitneßstudio, ein paar Gramm von den Hüften strampeln, ein paar Hanteln bewegen und anschließend duschen, leider ohne Seife.

. . . . dummerweise scheint eine weibliche Nase nun genau auf feinste Gerüche programmiert zu sein . . . etwas in Ihrem Zwischenhirn scheint feinste männliche Pheromone zu registrieren und dies sofort in Waschanweisungen umzusetzen. Dabei machen Sie keinerlei Unterschiede ob es sich um den pubertierenden Nachwuchs handelt, um den eigenen Freund oder eben den angetrauten Gatten. Sie dulden keine testosteronschwangere Luft und schon garnicht einen "3-Beiner" neben sich auf der Couch, der schlicht und ergreifend einfach nur nach Mann riecht. (ich rede nicht von einem müffelnden Kerl mit Blähungen, der gerade noch die Reste von einem Döner mit einem Zahnstocher aus den Zähnen entfernt). Das Drama, anstatt einem rasierten, zähnegeputzen und frisch gepuderten Männchen scheint sich neben unseren achso geruchsneutralen Weibchen ein behaartes Tier breitgemacht zu haben . . . was sofort unter die Dusche geschickt werden muß. Dabei können Sie vortrefflich ausblenden, dass Sie selber meißt einfach auch nur "nach Frau" riechen.

Sehr geehrte Damen der Schöpfung, hochgeschätzte Frauen,
wir Menschen bezeichnen uns gerne als die Krone der Schöpfung und ich will garnicht darüber philosophieren ob das nun stimmt oder nicht aber auch die Krone der Schöpfung kann nicht immer nach Veilchen oder blühenden Rosen duften . . . Sie riecht eben schlicht nach "Mensch", so wie ein normaler westeuropäischer Mensch eben riecht und ich möchte doch bitten die Kirche im Dorf zu lassen und eine gewissen Toleranz walten zu lassen, besonders in den Sommermonaten , wo es nunmal fast unmöglich ist geruchlos aufzutreten. Zumal Ihr nicht müde werdet energisch darauf hinzuweisen, doch nicht nutzlos Wasser zu verschwenden und beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen zu lassen ;-)

In diesem Sinne, meine Eitelkeit ist recht gut ausgeprägt, ich wasche mich, ich pflege mein Äußeres und achte insgesamt auf mein Erscheinungsbild . . . wenn ich mich so umschaue sogar etwas mehr als manche meiner Artgnossen . . . aber bei aller Liebe . . ich würde gerne ein Mann bleiben. Vielen Dank.