Samstag, 24. Oktober 2009

Was willst Du wirklich?

Was willst Du wirklich? . . . kann es auf diese Frage eine eindeutige Antwort geben? . . . nun, schön wäre es aber es ist nicht sehr wahrscheinlich . . . Denn so gestellt, ist die Frage viel zu unpräzise. Um Antworten zu geben, müsste es heißen "Was erwartest Du?" oder "Was suchst Du?" und dann müßte man dazu einen Lebensbereich nennen auf den die Frage abzielt. Geht es bei der Frage um Geld, geht es um sportliche oder berufliche Ziele, geht es um privates Glück, geht es darum wer man eigentlich sein möchte oder geht es ganz profan nur darum, wo man seinen nächsten Urlaub verbringen oder was man abends essen möchte?

Mich persönlich beschäftigt zurzeit die Frage in dem Zusammenhang, wenn es um mein persönliches Glück geht. "Was will ich?" oder "was erwarte ich?" wenn von einer Beziehung die Rede ist . . . Manch einer bekommt alleine bei der Frage schon Schweissausbrüche . . . ich nicht . . . Im Grunde weiß ich das . . . oder bilde ich mir das nur ein? Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als wäre eine Antwort sehr leicht . . . Glücklich sein . . . aber das ist doch irgendwie zu billig . . . Quark, das will doch ohnehin jeder . . . wenn ich mir also nun etwas mehr Zeit lasse und nur einen winzigen Augenblick die Gedanken in die zurückliegenden Jahre schweifen lasse, dann spüre ich doch eine gewisse Unruhe in mir aufsteigen . . Es scheint vielmehr so zu sein, dass ich lediglich sehr genau was ich nicht mehr will? Ich will nicht mehr so sein, wie ich einmal wahr, ich will nicht mehr, dass was ich einmal hatte. Kälte, Desinteresse, Gefühlskälte, Langeweile, Alltag, alt werden, nichts mehr tun, nicht mehr erreichen, nichts mehr erwarten . . .

Ich muss erkennen, dass eine Antwort auf die Frage "Was erwarte ich von einer Beziehung" bedeutend vielschichtiger, viel differenzierter ist. Es genügt eben nicht nur zu sagen "Ich will lieben und geliebt werden" ? Falsch ist das sicher nicht . . . aber was heißt das für den Einzelnen, "Lieben" und "Geliebt werden?". Jeder tut es auf sein Art und was ist wenn die gesandten oder empfangenen Botschaften "inkompatibel" sind. Was ist, wenn ich glaube mit all meiner Kraft zu lieben und Alles was ich gebe, versinkt wie ein Regentropfen in einem Ozean? . . . . was wenn ich "geliebt" werde, mit aller Kraft, die einem Menschen zur Verfügung steht und es aber soviel Wirkung zeigt, als würde eine Maus einen Löwen anschreien. Das würde doch bedeuten, dass die Maus schier verzweifelt. Kann es wirklich sein, dass Liebe so unterschiedlich ist, dass man Sie nicht versteht/bemerkt, wenn man Sie erhält? oder ist es vielmehr so, dass manche Menschen es nie erfahren haben zu lieben und denken Sie lieben mit aller Kraft so als würden Sie mit einem Auto Vollgas fahren und dabei haben Sie noch nicht einmal den ersten Gang eingelegt.

Die Frage sollte nicht heißen, "Was erwarte ich" oder "Was will ich?" Sie muß vielmehr heißen "Was wünsche ich mir . . ." . . . Ich wünsche mir, dass eine Beziehung mit jedem Tag wächst, dass sich die Distanz mit jedem Tag verringert und das Vertrauen wächst, bis man eins wird. Ich wünsche mir, dass die Frau, die mich liebt, sich mit mir erst vollständig fühlt, so wie ich mich mit Ihr erst komplett fühle. Ich wünsche mir, dass Sie es nicht als Last sondern als Lust empfindet bei mir zu sein. Ich wünsche mir, dass man sich da Zuhause fühlt wo der Partner ist. Ist es zuviel wenn ich mir wünsche, dass mein Partner auch mein bester Freund ist. So wie Freunde, die niemals genug voneinander haben können. Der Partner, der beste Freund mit dem man alles machen kann, sich lieben, sich immer die Wahrheit sagen kann und doch niemals voneinander loslassen kann . . . vielleicht bin ich ja nur ein sentimentaler Idiot . . . mir ist klar, dass das Leben nicht "Wünsch Dir was" ist und das die Chancen, dass sich meine Vorstellungen von einer idealen Beziehung erfüllen, ungefähr so groß sind wie Sechs Richtige im Lotto mit Super6

Und dennoch . . . ich wünsche mir, dass man sich über alles streiten kann und sich doch immer wieder einig wird. Das man nie das Gefühl hat zu verlieren, sondern man immer gewinnt, dass man immer begehrt wird und das auch gesagt bekommt. Ich wünsche mir, dass man an mich denkt, wenn ich nicht da bin, dass man mir kleine Freuden bereitet. Ich wünsche mir, dass jemand zu mir sagt, dass ich Ihm Alles bedeute und ich wünsche mir Leidenschaft, Hingabe, Wollust. Ich wünsche mir, dass mich jemand anziehend findet, dass ich erregend wirke, dass meine Nähe, meine Wärme, mein Körper die Lust darauf auslöst mit mir zu schlafen . . . .

All das was ich mir wünsche . . . empfinde und gebe ich selber . . . und es bereitet keine Mühe. Mein Antrieb das zu tun, so zu denken und zu lieben wird von der Liebe genährt, die ich bekomme.
Vielleicht ist Liebe ohnehin ein viel zu starkes Wort. Völlig überbewertet und vollkommen abgenutzt hat es vielleicht keine Wirkung mehr. In einer Beziehung kann man nichts erwarten, entweder man bekommt das wonach man sucht, was auch immer das Alles ist oder man bekommt es nicht.

Nur wenn man es nicht bekommt . . . wenn man die Maus nicht schreien hört . . . was dann? Ich bin kein Maßstab, wie in einer Beziehung geliebt werden soll, aber wenn man sich umschaut, sieht man positive als auch negative Vorbilder, von denen jeder selber ableiten kann, was in einer Beziehung alles normal sein kann wenn sich 2 Menschen gefunden haben. Wenn der Partner als eine Bereicherung des eigenen Lebens empfunden wird und nicht nur als eine Sache, ein Ding was eben auch noch da ist. Selbst Kinofilme vermitteln wie in einer Art Lehrfilm, wie schön es in einer Beziehung sein kann, wenn Partern sich gegenseitig umeinander bemühen, wenn Sie sich das Gefühl geben, dass Sie Ihr Leben teilen wollen. Wünscht man sich nicht es Ihnen gleich zu tun, auch so zu empfinden . . . man könnte Ihnen nacheifern, uma auch dieses Glück zu empfinden oder aber man zieht es vor, das einfach alles als Fiktion abzutun und für sich zu befinden, dass es ausreichen muß wenn man einfach nur da ist.

Die Kraft mich zu erklären, lässt nach . . . ich kann nur darauf hoffen, dass Du vermagst in mich zu schauen und dann feststellst, dass ich es wert bin und dass ich Dir dein Leben lang gefehlt habe.

Zweifel habe ich nicht verdient