Donnerstag, 14. Oktober 2010

Kinder, Kinder . . .

Das Thema Kinder-Erziehung ist für mich schon seit einiger Zeit so gut wie beendet und ich kann noch maximal als gutes oder schlechtes Vorbild dienen, Ihnen meine Meinung sagen, wenn Sie mich danach fragen würden, aber das wars dann auch.

Wieviel ich dazu beigetragen habe, dass meine Kinder so sind, wie Sie sind, wieviel Sie sich selber entwickelt haben oder wieviel Ihnen vererbt wurde, das wird man wohl nie wissen. Seltsamerweise fühle ich mich jedenfalls nicht so wirklich verantwortlich für das Ergebnis und ich bin zu der Überzeugung gekommen, das mein Anteil, obwohl er viel Mühe und Kraft gekostet hat, doch sehr, sehr gering ist.

Mir kommt da ein Vergleich mit einer Backmischung in den Sinn. Auf so einer Schachtel ist immer ein Aufdruck, der meißt sehr appetitlich darstellt, wie das Ergebnis aussehen soll. Wenn man sich dann eine Weile gemüht hat, sieht das was aus dem Ofen kommt irgendwie nicht ganz so aus und wenig überraschend, der Unterschied zwischen Erwartungshaltung und Ergebnis wird immer größer je mehr man selber macht . . so ähnlich verhält es sich mit dem eigenen Nachwuchs. Je mehr man sich müht umso mehr Vorsatz und Planung dabei ist, umso größer wird am Ende der Unterschied zwischen Absicht und dem Ergebnis. Zuviel rumerziehen ist also genauso Quark, wie garnich erziehen.

Seis drum . . . Ein Artikel, der sich mit den frühen Jahren der Kinderbetreuung auseinandersetzt und über den ich herzhaft lachen konnte, möchte ich hier einstellen. Es ist sowas wie ein Test mit dem man herausfinden kann ob man für Kinder bereit ist . . . ich hätte Ihn wohl nicht bestanden ;-)



  • DRECK-TEST
Beschmiere das Sofa und die Vorhänge mit Nutella. Lege ein Fischstäbchen hinter das Sofa und lass es den ganzen Sommer dort.

  • SPIELZEUG-TEST
Besorge Dir eine 150-Liter-Kiste mit Lego-Steinen (ersatzweise tun es auch Heftzwecken oder Schrauben). Laß einen Freund oder eine Freundin die Legos in der ganzen Wohnung verteilen. Verbinde nun Deine Augen und versuche in die Küche oder ins Bad zu gelangen, ohne dabei einen einzigen Laut von Dir zu geben: Du könntest das Kind schließlich wecken.

  • LEBENSMITTELGESCHÄFT-TEST
Leihe Dir ein oder zwei kleine Tiere (Ziegen sind in diesem Fall besonders zu empfehlen) und nehme sie zu deinem nächsten Einkauf mit. Behalte sie die ganze Zeit im Auge und bezahle alles, was sie essen oder kaputtmachen.

  • ANZIEH-TEST
Besorge Dir einen großen, lebendigen Tintenfisch. Versuche, diesen in ein kleines Einkaufsnetz zu stecken, und stelle sicher, daß Du auch wirklich alle Arme im Netz verstaust.

  • FÜTTER-TEST
Besorge Dir eine große Plastik-Tasse. Fülle Sie bis zur Hälfte mit Wasser.Befestige die Tasse mit einem Band an der Decke und lasse die Tasse hin und her schwingen. Versuche nun, löffelweise matschige Cornflakes in die Tasse zu befördern, während Du vorgibst, ein Flugzeug zu sein. Jetzt verteile den Inhalt der Tasse auf dem gesamten Fußboden. Bleibe gelassen.

  • NACHT-TEST
Fülle einen Kissenbezug mit 3-4 Kilo feuchtem Sand. Um 6 Uhr nachmittags beginne, mit dem Kissenbezug durch die Wohnung zu laufen, wobei Du ihn permanent hin und her wiegst. Tue dies bis ungefähr 21 Uhr. Lege den Kissenbezug jetzt ins Bett und stelle deinen Wecker auf 2 Uhr nachts.

Um 2 Uhr stehe auf und trage den Kissenbezug wieder für eine Stunde durch die Wohnung, singe diesmal einige Schlaflieder dabei.

Stelle den Wecker auf 5 Uhr. Um 5 Uhr wiederhole Schritt 2, versuch Dich an noch mehr Schlaflieder zu erinnern.

Stelle den Wecker auf 7 Uhr. Um 7 Uhr stehe auf und bereite das Frühstück vor.
Wiederhole das ganze Nacht für Nacht, mindestens 3 Jahre lang. Bleibe tapfer!

  • GESCHICKLICHKEITSTEST FÜR KINDERGARTEN UND GRUNDSCHULE
Nehme einen Eier-Karton. Nehme eine Schere und Wassermalfarben und verwandle den Eierkarton in ein Krokodil. Nun verwandle eine Toilettenpapierrolle in eine attraktive Weihnachtskerze. Jetzt versuche, nur aus Tesafilm und Zellophanfolie eine exakte Kopie des Eiffel-Turms herzustellen.

Herzlichen Glückwunsch!

  • AUTO-TEST

Verkaufe den BMW / Audi .... und kaufe statt dessen einen Renault KANGOO. Jetzt nehme ein Schokoladen-Eis und plaziere es im Handschuhfach. Laß es dort!

Nehme ein 10-Pfennig-Stück und stecke es in den Kassettenspieler. Krümele den Inhalt einer Familien-Packung Butterkekse auf dem Rücksitz. Zerkratze mit einer Garten-Harke die Türen des Autos.

  • KÖRPERLICHE EIGNUNG (für Frauen)
Nehme einen großen Sack voller Bohnen und plaziere ihn vor Deinem Bauch. Laß den Sack für 9 Monate da. Jetzt entferne die Bohnen, aber laß den Sack hängen, wo er ist.

  • FINANZIELLE EIGNUNG (für Männer)
Gehe zur Bank und richte einen Dauerauftrag ein; laß Dein Gehalt für die nächsten 20 Jahre in gleichen Teilen auf die Konten vom Drogerie-Markt, Spielzeuggeschäft, Lebensmittelgeschäft und mindestens 10 Vereinen überweisen.

  • ABSCHLUSS-TEST
Finde ein Pärchen, das schon ein kleines Kind hat. Gebe ihnen gute Ratschläge zu Themen wie: Disziplin, Geduld, Toleranz, Töpfchen-Training und Tisch-Manieren. Mache möglichst viele kluge Verbesserungsvorschläge.

Betone, wie wichtig eine konsequente Erziehung ist. Genieße das Experiment, es ist das letzte Mal, daß Du all diese guten Antworten parat hast. Vermutlich ist es auch das letzte Mal, daß Du dieses Pärchen siehst!!!!.


Das ist das Ende des Tests. Wenn Du den Test bestanden hast:


Viel Spass bei der Kinder-Herstellung ;-)

Donnerstag, 9. September 2010

30min. können lang sein

Das Laufen ist weniger geworden, in den letzten Jahren und ich verbringe mehr Zeit im Sportstudio. Dennoch, Laufen ist und wird eine Leidenschaft bleiben. Eine Möglichkeit fit zu bleiben, gleichzeitig eine innere Balance zu finden, abschalten, Glückshormone tanken und natürlich eine Möglichkeit überschüssige Kalorien, die sich immer hartnäckiger auf den Hüften ablagern wollen, wieder loszuwerden. Der Ehrgeiz, Rekorde brechen zu wollen, ist der Freude und dem Genuss gewichen. Laufen weil es Spass macht, den eigenen Körper spüren, den gleichmäßigen Rythmus genießen, wenn die Schuhe auf dem Asphalt abrollen, den Wechsel der Jahreszeiten erleben, Wind und Wetter auf der Haut zu spüren . . . und trotzdem . . . ab und zu brauche ich mehr. Mein altes Ego muß gefüttert werden, wenn man schon niemanden mehr etwas beweisen muß . . . . dann sich selbst. Die Bereitschaft sich zu quälen mal wieder ausreizen, den eigenen Dämon besiegen, Kerl sein . . . die Gelegenheit dafür bietet sich bei einem Volkslauf. Der B2Run Firmenlauf ist so eine Gelegenheit. 6km, eine Kurzstrecke . . . im Training eine Kleinigkeit . . . im Wettkampf . . . vom Start 100%, Taktik : Alles was geht, Schmerzen : Garantiert.
Betasystems, mein Arbeitgeber seit über 15 Jahren sponsert die Startgebühren und wer mitmacht bekommt ein Laufshirt mit Firmenlogo. In meinem Wäscheschrank liegt schon ein Stapel in unterschiedlichsten Farben. Die Farbe dieses Jahres : Fluoreszierendes Orange. Verlieren in den Menschenmassen? : Ausgeschlossen! Ich blicke in altbekannte Gesichter. Kollegen, Freunde die schon seit Jahren dabei sind und wenige Neue. Wir albern rum, keine Spur von Unruhe, stattdessen Vorfreude auf den Lauf, Brustgurte und Pulsuhren werden angelegt, Smartphones mit GPS Tracker in Armtaschen verstaut . . . jeder weiß was gleich kommen wird, wenn das Herz rast, die Lunge aus dem Brustkorb springen möchte und die Muskeln brennen . . .
200 Mitarbeiter hat Betasystems noch in Berlin, ein Unternehmen mit betont, jugendlichem und sportlichen Image. 14 Kollegen wollten laufen, nur 9 von Ihnen stehen nun hier, es sind immer Dieselben und ein paar Jahre sind auch schon zusammengekommen. Arne Basler, Thomas Osbahr, Detlef Sturm, meine Wenigkeit . . . wir sind oder waren es zumindest . . . Marathonläufer, Triathleten . . . Eric Bouchart, Walter Teichert, Regine Heller, Alexander Buder . . . Kollegen die einfach Freude am Laufen haben. Jetzt sind wir ein Team.
Vor dem Start, eine Fitnesstrainerin auf einer Bühne heizt den Läufern ein, StepAerobic, wenn ich da mitmache bin ich beim Startschuss platt. Ich komme zur Ruhe, schließe für ein paar Minuten die Augen, es weht ein frischer Wind, aber die Luft ist angenehm mild, wie an einem schönen Herbsttag. Es kann losgehen, mein Puls der sonst bei 70 Schlägen p. Minute ist, läuft schon auf 100. Normale Aufregung vor dem Start. Dann der Startschuß, vor uns nur vielleicht ein paar hundert Läufer, schon nach wenigen Sekunden traben wir an und bereits auf den ersten 400m zieht sich das Feld auseinander. Freie Bahn. Der erste KM geht schnell vorbei, die Körpertemperatur steigt, der Lauf wird geschmeidiger, das Tempo ist hoch, vielleicht etwas zu hoch . . . mal sehen wie lange das gut geht. Ich beschließe nicht auf die Pulsuhr zu schauen, ich spüre auch so was Sie mir anzeigen würde. KM 2 alles paletti, KM 3 die Hälfte der Strecke liegt schon hinter uns . . . gefühlter Energieverbrauch bereits bei 80% . . . egal, Tempo halten, das Atmen wird intensiver.
Unser bester Läufer Detlef ist außer Sicht, Alex hatte bislang gut mitgehalten, riss aber dann doch ab. Thomas und ich liegen jetz an 2.ter und 3.ter Stelle. Thomas Osbahr, ist ein guter Hase, in seinem vorigen Leben war er sicher Kenianer, er läuft locker vor mir her, seine Schritte sind leicht, 65kg gegen meine 88kg. Jedes Gramm Muskeln liegt jetzt wie Blei auf meinen Knochen. Wir sind ein erfahrenes Team und laufen Ideallinie, laufen flach, sparen Kräfte, der Rythmus stimmt, die Schrittweite passt . . . ich bin knapp 2 Schritte hinter Ihm . . . synchron . . . Kommentare der anderen Läufer, die wir überholen dringen an mein Ohr "Na die beiden verlieren sich nicht" . . . mit unseren Shirts beleuchten wir wohl die Straße. Thomas zieht mich, er könnte auch davonlaufen . . . aber wir bleiben zusammen, er dreht sich nach mir um, sammelt mich ein, treibt mich an . . . ein echter Freund. KM5 und 6 . . . die Muskeln brennen, jede Faser schreit nach Sauerstoff, will jetzt stehenbleiben aber "No way" darum geht es . . . jetzt kämpfen, nicht langsamer werden, die letzten Reserven aus sich rausholen. Endlich, das Stadion in Sicht, wir laufen in eine Unterführung, unter dem Marathontor hindurch, in das Stadion . . . ein wohl einmaliger Augenblick, die blaue Tartanbahn unter den Füßen, alles erstrahlt im hellen Flutlicht, diese Riesenschüssel in die 70.000 Menschen passen würden . . . Fantastisch. Nun, der Jubel von Menschenmassen kommt heute aus Lautsprechern, die paar 1000 Zuschauer verlieren sich ein wenig in den Rängen aber es bleibt ein berauschender Moment. Die Uhr stoppt bei 27:50 . . . ich bin zufrieden. Sogar über eine Minute schneller als bei meinem Testlauf vor einer Woche . . . wir strahlen uns an, gratulieren uns und fallen uns schweißüberströmt in Arme. Jetzt erst schaue ich auf meine Pulsuhr . . . Sie zeigt 100% . . . mehr ging nicht.
"Pain is temporary . . . Glory is forever"

Mittwoch, 12. Mai 2010

Klingeling . . .

schon seit ein paar Jahren bin ich mehr oder weniger unfreiwillig Fußgänger, Radfahrer und Dank einer Monatskarte, für gut nen Fuffi im Monat, auch fleißiger Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, in unser bundesdeutschen Hauptstadt. Da ich nun nahezu im Zentrum, in der City wohne, habe ich glücklicherweise auch alles was man so täglich zu besorgen hat oder eben erreichen muß so ziemlich in Fußlaufweite. Ansonsten bringt mich der öffentliche Nahverkehr überall hin, was auch eigentlich immer recht gut funktioniert. Ich könnte also jederzeit bedenkenlos Hochprozentiges picheln und müßte mir nie Sorgen machen, womöglich meine Pappe zu verlieren . . . die ich ansich ja garnicht mehr brauche. Aber egal, einzig, wenn es etwas Sperriges zu besorgen gibt, was schwer zu transportieren ist oder eben meine Muskelkräfte übersteigt, dann wirds schwierig. Dann denke ich schon etwas wehmütig an mein altes Dickschiff auf Rädern, meinen schönen Opel Omega Caravan, mit dem ich vor etlichen Jahren einfach Alles transportieren konnte. Seis drum, ich hab keine Karre mehr und dann brauch ich eben auch nix Großes besorgen. Es lohnt sich nicht, sich deswegen zu grämen, is ja eh nich zu ändern . . . Stattdessen verwende ich nun die Zeit, wenn ich so an Ampelkreuzungen artig auf das grüne Ampelmännchen warte, oder sonstwie unterwegs bin, die Verkehrsteilnehmer in Ihren Blechdosen zu beobachten . . . ich kann nicht wissen, ob die Autofahrer in Berlin irgendwie anders sind, als Autofahrer im Rest der Welt, aber ich habe ja die Befürchtung, was ich so sehe und erfahre, wird sich überall ähnlich oder schlimmer beobachten lassen. Viele sitzen recht teilnahmslos da, popeln ungeniert, telefonieren in aller Seelenruhe mit Ihren Handies, als gäbe es kein Verbot, streiten mit der/dem Beifahrer(in) oder, Einige schminken sich im Rückspiegel und Viele . . . träumen einfach so hin und wieder vor sich hin . . . warten auf Dunkelgrün bis Sie dann vorsichtig einen Gang einlegen oder bremsen sicherheitshalber schon bei Grün, es könnte ja auch gleich wieder Rot werden . . . Herrlich . . . weniger schön sind dann aber jene Autofahrer, die dies als Anlass nehmen Ihrer Hupe einen ausdauernden Funktionstest zu unterziehen. Da wird schon mal 10 Sekunden lang dauergetrötet was das Zeug hält . . . *Trööööööööööt*, *Honk* *Tuuuuuuuuuut* . . . es ist ja nun nicht so, als das wir alle mal gelernt hätten, dass die Hupe Innerorts nur als Warnsignal verwendet werden darf . . . als ein Signal mit dem man auf eine Gefahrensituation aufmerksam macht. Diese Verkehrsregel, wandert aber wohl gleich als Erstes nach dem Bestehen der Führerscheinprüfung auf den Müll. Eine Hupe ist heutzutage selbstverständlich für den autobesessenen Durchschnittsdeutschen ein ganz klares und eindeutiges "Platzdaduwichser" Signal. Da sitzen diese ungeduldigen Schwachmaten, in Ihren rollenden Exo-Skeletts und versuchen jeden, der nicht blitzartig auf alles reagiert, von der Straße zu blasen . . . ein Radfahrer . . meilenweit zu sehen . . . aber Halloooo . . . erlaubt es sich die Marschrichtung zu kreuzen "Tröööööööööööööööt" . . . es könnte auch heißen "Hastese noch alle du Penner?" . . . ein Fußgänger, der mal eben versucht, wie willkommenes Freiwild, noch schnell bei Dunkelorange, die Straße zu überqueren, wird mit einem energischen "Täääääääääääääääääät" darauf aufmerksam gemacht, dass er es gefälligst zu unterlassen hat AUSGERECHNET JETZT den harmlosen König der Straße dazu zu nötigen, für eine Sekunde den Fuß vom Gaspedal zu lupfen. Unglaublich wie schnell es scheinbar für jeden Autofahrer selbstverständlich geworden ist, die Hupe als akustische Waffe gegen Jeden einzusetzen, der es wagt, die Fahrbahn zu betreten. Manches mal klingt die Hupe schon wie ein "IchsteigasundknalldichabDuSau" . . . kaum zu glauben wie nahezu Alles dazu benutzt wird, um Egodefizite auszugleichen und sich irgendwie größer und stärker zu machen . . . selbst ne Hupe . . . wo bleibt denn da die Gelassenheit. Hey, fahrt mal mit den Öffentlichen, dann lernt Ihr was es heißt auch mal 20min. auf den verfi*#%*ten Bus zu warten, der dann irgendwann schweinevoll ankommt und wenn man drinne ist, auch noch wie eine Wildsau fährt . . . Mal ehrlich, ich finde mein Leben hin und wieder schon stressig genug auch ohne Hupe . . . und bis vor kurzem hatte ich an meinem Fahrrad nichtmal ne Klingel . . . . aber jetzt . . . seht Euch vor . . . ab jetzt wird gnadenlos zurückgeklingelt ;-)

Donnerstag, 8. April 2010

Ich liebe Dich

Was braucht es für ein "Ich liebe Dich" . . . Wieviel muß passieren? oder was muß passieren? Kann man es überhaupt bemessen? kann oder darf man es "erwarten" Ich denke nicht, erwarten wohl kaum, aber sich erhoffen, ja das schon. Ist "Ich liebe Dich" 'nur' der Gipfel, einer womöglich jahrzehntelangen andauernden Liebe? ist ein "ich liebe Dich" der Lohn jahrzehntelanger Bemühungen? ? Wenn man es persönlich als bedeutsam empfindet, weil ein ehrliches, tief empfundenes "Ich liebe Dich" die graue Welt in einen leuchtenden Regenbogen verwandelt, ist es dann falsch darauf zu hoffen, diese Worte zu hören, womöglich für besondere Bemühungen, Aufmerksamkeiten, Beständigkeit, Vertrauen, Hingebung. Darf man diesen Satz überhaupt auch öfter verwenden? oder entsteht gerade durch ein mehrfaches sagen, tatsächlich eine Abnutzung? Verliert "Ich liebe Dich" an Wert? Millionenfach dahingesagt, abgenutzt bis zur Wertlosigkeit, Bedeutungslos? . . . Nein, daran will ich nicht glauben . . . auf keinen Fall . . . es ist wie eine ewige, zeitlose Zauberformel, die natürlich nicht mißbraucht werden darf, und es sind eben nicht nur die Worte . . . es kommt einemillionprozentig darauf an, wie ehrlich "ich liebe Dich" gesprochen wird. Wenn es beinahe wie ein Reflex, wie ein zwanghaftes Augenzwinkern, ohne Nachzudenken erfolgt, ist es dann gut? . . . wenn man sich selber damit überrascht oder ist ein tiefempfundenes "Ich liebe Dich" was im richtigen Moment, ganz bewusst gesagt wird, in einem Moment, in dem man versucht für den Augenblick die Zeit anzuhalten, so als würde der Herrgott einen mit einem Sonnenstrahl segnen besser? Ich denke, das Letztere ist schön aber das Erste gilt auch. Wenn es mit einem Blick gesagt oder nein verschenkt wird, der dabei bis in die Seele und zum Herzen vordringt, sind diese 3 Worte das wohl das größte Geschenk, was man seinem Partner machen kann . . . wie kann man die Bedeutung dieser Worte überhaupt erfassen, ohne kitschig zu werden, ohne schmalzig zu sein? Ich glaube es geht garnicht . . . "Ich liebe Dich" ist die Totalkapitulation vor den Gefühlen. Mit diesen 3 Worten setzt man alles auf eine Karte. Man kann alles gewinnen und vieles verlieren. Wenn Alles Pulver verschossen ist, wenn alles bedeutungslos ist und nur noch der Partner zählt und man das allerletzte Zeichen setzen will, dann ist es gut, dann gibt es einen gigantischen Unterschied zwischen einem "ich hab Dich lieb" und einem "ICH LIEBE DICH"

. . . nun vielleicht sollte ich es etwas differenzieren . . . ich lasse gerne verschiedene "Ich liebe dich's" zu . . . diese lieben, einfachen . . . mitunter wohl auch aus einfachen Anlässen, wenn das Essen gut gelungen ist, wenn die Fußmassage als angenehm empfunden wird oder wenn man von alleine die Küche wieder saubermacht und es der besten aller Frauen überlässt, den vom Kopfschmerz geplagten Kopf auf der Couch zu betten. Ja, auch dann darf es solche einfachen "ich liebe Dich's" geben . . . aber es sind nur die Bedeutungsvollen, die wie Wetterleuchten im Ozean nur alle paar Jahre vorkommen, die sind es, die die Bindung zwischen 2 Menschen nahezu untrennbar machen.

Über die "ich liebe Dich's" aus der Dramaturgie möchte ich eigentlich weniger nachdenken . . . wenn es aus Verzweiflung, als bloßer Akt der Hilflosigkeit gesagt wird . . . . alleine das darüber nachdenken schmerzt. Wenn es unter Tränen gesagt wird und mit einem "aber" beginnt und mit "doch" endet . . . "aber ich liebe Dich doch" . . . ohjeee . . . sowas tut weh. Wenn man es mal etwas theatralisch beschreiben möchte, was in diesen Situationen dann auch passt, so kniet man in diesem Moment, (natürlich rein symbolisch betrachtet) im eiskalten Regen, mit aufgerissenem Hemd und blanker Brust vor seiner(m) Angebeteten, hält den Dolch an sein Herz und überlässt Ihr (Ihm) die Entscheidung zuzustoßen oder nicht. Ein Abweisen auf diesen womöglich angstvollen Satz, der nur mit größter Überwindung, über die Lippen kam, nicht weil es nicht so empfunden wurde, sondern aus Verzweiflung und weil man die Reaktion fürchtet, kommt dann dem Todesstoß gleich. Wer sich zu einem "aber ich liebe Dich doch" durchgerungen hat, hat in diesem Moment all seinen Mut zusammengenommen, weiß das er alles verlieren kann und wirft mit letzter Kraft, die mächtigsten 3 Worte in die letzte Schlacht, die 2 Menschen im Grunde genommen zusammenhalten . . . . ein "aber ich liebe Dich doch" ist dann der allerletzte Versuch, das letzte Aufbäumen, wenn alle anderen Worte versagt haben. Nein, diesen Satz, so in dieser Art, will Ihn wohl keiner hören und man will Ihn wohl auch nicht von sich selber sagen hören . . . soviel mal dazu.

Ich denke man kann sich ein "Ich liebe Dich" nicht verdienen . . . aber wünschen darf man sich es auf jeden Fall . . . und das tu ich. Es sind die schönsten Worte der Welt

Dienstag, 30. März 2010

Englisch mit Lars

Sorry, my englisch is under all pig

-Entschuldige, mein Englisch ist unter aller Sau

    • I think I spider - Ich glaub ich spinne
    • the devil will i do - Den Teufel werd ich tun
    • my lovely mister singing club - Mein lieber Herr Gesangsverein
    • come on...jump over your shadow - Komm schon...spring über Deinen Schatten
    • you walk me animally on the cookie - Du gehts mir tierisch auf den Keks
    • there my hairs stand up to the mountain - Da stehen mir die Haare zu Berge
    • tell me nothing from the horse - Erzähl mir keinen vom Pferd
    • don´t ask after sunshine - Frag nicht nach Sonnenschein
    • it´s not good cherry-eating with you - Es ist nicht gut Kirschen essen mit Dir
    • now it goes around the sausage - Jetzt geht´s um die Wurst
    • there you on the woodway - Da bist Du auf dem Holzweg
    • holla the woodfairy - Holla die Waldfee
    • I hold it in head not out - Ich halt´s im Kopf nicht aus
    • now butter by the fishes - Jetzt mal Butter bei die Fische
    • I see black for you - Ich seh Schwarz für Dich
    • your are so a fear-rabbit - Du bist so ein Angsthase
    • known home luck alone - Trautes heim, Glück allein
    • are you save? - Bist Du sicher?
    • give not so on - Gib nicht so an
    • heaven, ass and thread! - Himmel, Arsch und Zwirn!
    • Human Meier - Mensch Meier
    • you have not more all cups in the board - Du hast nicht mehr alle Tassen im Schrank
    • she had a circleroundbreakdown - Sie hatte einen Kreislaufzusammenbruch
    • I know me here out - Ich kenn mich hier aus
    • I fall from all clouds - Ich fiel aus allen Wolken
    • no one can reach me the water - Niemand kann mir das Wasser reichen
    • not the yellow of the egg - Nicht das Gelbe vom Ei
    • evererything in green area - Alles im grünen Bereich
    • I die for Blackforrestcherrycake - Ich sterbe für Schwarzwälderkirschtorte
    • it walks me icecold the back down - Es läuft mir Eiskalt den Rücken runter
    • I´m foxdevilswild - Ich bin Fuchsteufelswild
    • How horny is that then !? - Wie Geil ist das denn!?
    • that goes away like Schmitz Cat - Das geht ab wie Schmitz Katze
    • nothing for ungood - Nichts für ungut
    • that makes me nobody so quickly after- Das macht mir keiner so leicht nach
    • that I don't laugh! - Das ich nicht lache!
    • I laugh me broken - Ich lach mich kaputt
    • I shame me in ground and floor - Ich schäm mich in Grund und Boden
    • I think my pig pipes - Ich glaub mein Schwein pfeift
    • that makes me nobody so easy after - Das macht mir keiner so leicht nach
    • this is so arm... - Das ist so arm...
    • Sponge over! - Schwamm drüber!
    • you come in devils kitchen - Du kommst in Teufelsküche
    • you foambeater, you! - Du Schaumschläger, Du!
    • that's a nice train from you - Das ist ein netter zug von Dir
    • rip you together! - Reiss zusammen!
    • I think I break together - Ich glaub ich brech zusammen
    • the motive holies the middle - Das Motiv heiligt die Mittel
    • now we have the salad - Jetzt haben wir den Salat
    • there are laughing yes the chickens - Dach lachen ja die Hühner
    • that's not my beer - Das ist nicht mein Bier
    • that's one-wall-free - Das ist einwandfrei
    • I make myself out of the dust - Ich mach mich aus dem Staub
    • you have a jump in the dish - Du hast einen Sprung in der Schuessel
    • you can me one time - Du kannst mich mal
    • us runs the water in the mouth together - uns laeuft das Wasser im Mund zusammen
    • to go someone on the glue - jemandem auf den Leim gehen
    • to bird - voegeln
    • the fire bubble - die Brandblase
    • the horror-screw - die Schreckschraube
    • take yourself in eight - nimm dich in Acht
    • the Clever - Moutains - die Schlauberger
    • now we sit quite beautiful in the ink-jetzt sitzten wir ganz schoen in der Tinte
    • pain let after - Schmerz lass nach
    • me nothing, you nothing - mir nichts, dir nichts
    • my Cardboard - Homers - meine Pappenheimer
    • Circle - Sex - Kreisverkehr
    • hold the air on - halt die Luft an
    • it's me sausage - es ist mir Wurst
    • now is the oven out - jetzt ist der Ofen aus
    • shame you what - schäm' Dich was
    • equal goes it loose - gleich geht's los
    • come clear! - komm klar!
    • short and pregnant - Kurz und prägnant
    • that's me equal - Das ist mir egal
    • i wish you what - Ich wünsch Dir was
    • i press you the thumbs - Ich drück Dir die Daumen
    • hold the ears stiff - Halt die Ohren steif
    • you are heavy on wire - Du bist schwer auf Draht
    • I laugh me dead - Ich lach mich tot
    • I come me appled for - Ich komm mir verarscht vor
    • this can only a fun be - Das kann nur ein Spaß sein
    • I have now really the nose full - Ich hab jetzt wirklich die Nase voll
    • me reaches it - Mir reicht es
    • I have the muzzle full - Ich hab die Schnautze voll
    • I must overgive me - Ich muss mich übergeben
    • now hang I in the air - Jetzt häng ich in der Luft
    • where round goes it? - Worum geht es?
    • you luck mushroom - Du Glückspilz
    • I joy me already thereon - Ich freu mich schon drauf
    • don't you think this reaches now - Glaubst Du nicht es reicht jetzt?
    • I become the crisis - Ich bekomm die Krise
    • this is hammer hard - Das ist Hammerhart
    • dead said life longer - Tot gesagte leben länger
    • I have hunger - Ich habe hunger
    • now it's celebration evening - Jetzt ist es Feierabend
    • I must the bread-rolls earn - Ich muss die Brötchen verdienen
    • this here cannot be your earnest - Das hier kann nicht Dein Ernst sein
    • you must more train - Du musst mehr trainieren
    • chamber, chamber! - Gemach, gemach!
    • I stand on the tube - Ich steh aufm Schlauch
    • everything for the cat - Alles für die Katz
    • it knocks me out the socks - Es haut mich aus den Socken
    • me falls a stone from heart - Mir fällt ein Stein vom Herzen
    • me goes a light up - Mir geht ein Licht auf
    • you are going me on the alarm-clock - Du gehst mir aufn Wecker
    • now can come what want - Jetzt kann kommen was will
    • you can say you to me - Sie können Du zu mir sagen
    • don't go me on the ghost - Geh mir nicht auf den Geist
    • I can not more - Ich kann nicht mehr
    • I think it's hacking - Ich glaub es hackt
    • fun by side - Spaß bei Seite
    • is me boner - Ist mir Latte
    • now beats it but thirteen - Jetzt schlägt's aber dreizehn
    • chairgoing - Stuhlgang
    • this fits on no cowskin - Das passt auf keine Kuhhaut
    • you can take poison on it - Da kannst Du Gift drauf nehmen
    • you helped me no meter further - Du hast mir keinen Meter weitergeholfen
    • there you look stupid out of the laundry-Da guckst Du dumm aus der Wäsche
    • what's this for a juiceshop here? - Was ist das hier für ein Saftladen?
    • here is dead trousers - Hier ist tote Hose
    • again what learned - Wieder was gelernt
    • let the cat of the bag - Lass die Katze ausm Sack
    • there goes the dog in the pan crazy-Da wird der Hund in der Pfanne verrückt
    • I clap you away! - Ich klatsch Dich weg!
    • scratch the turn - Kratz die Kurve
    • godbethank! - Gott sei Dank!
    • to dance around on someones nose - Jemandem auf der Nase herumtanzen
    • I think we are now in the devilsround - Ich glaube wir sind jetzt in einem Teufelskreis
    • for me goes that clear - Für mich geht das klar
    • double needled holds better - Doppelt genäht hält besser
    • play you yes not up - Spiel Dich ja nicht auf
    • don't tell me the blue from the heaven - Erzähl mir nicht das Blaue vom Himmel
    • draw not the devil on the wall - Mal nicht den Teufel an die Wand
    • Put a tooth to - Leg ein Zahn zu
    • life is no sugarlicking - Leben ist kein Zuckerschlecken
    • close aside is also over - Knapp daneben ist auch vorbei
    • he made us a line trough the bill - Er machte uns einen Strich durch die Rechnung
    • I know how the bunny is running - Ich weiß wie der Hase läuft
    • I throw me over the houses - Ich schmeiß mich über die Häuser
    • there are you flat what? - Da bist Du platt was?
    • that find I also - Das find ich auch
    • until equal - Bis gleich!
    • he made himself, me nothing, you nothing out of the dust - Er machte sich mir nichts, dir nichts aus dem Staub
    • silence in the box - Ruhe im Karton
    • that is jacket as trousers - Das ist Jacke wie Hose
    • that is me so what of sausage - Das ist mir sowas von Wurscht
    • how you me so I you - Wie Du mir, so ich Dir
    • how goes it you? - Wie geht's Dir?
    • thanks, it walks so - Danke, es geht so
    • Beat in! - Hau rein!

Montag, 22. Februar 2010

Chancenlos

Die technische Ausstattung der Berliner Ordnungsmacht ist beeindruckend. Gestandene Biker bekommen vor Erfurcht Tränen in den Augen und Kriminelle erkennen bei dem einschüchterndem Anblick, dieser PS strotzenden Kampfmaschine Ihre Chancenlosigkeit. Keine Frage, wer hier eine Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagd gewinnen würde. Dem reuigen Verbrecher bleibt nur die freiwillige Aufgabe . . . . ich frage mich nur wo der Ordnunshüter sein Blaulicht hat ? ? ? . . . aber vielleicht trägt er das ja auf dem Helm

Auch das ist Berlin. Aufgenommen Montag Morgen vor dem U-Bahnhof Turmstraße in Berlin- Moabit ;-)

Montag, 8. Februar 2010

Ein starker Auftritt

Mein lieber Herr Junior überragt mich, mit seinen fast 17 Lenzen, nun schon locker um 2cm und er trägt mittlerweile Schuhgröße 45-46. Da bin ich mit meiner Schuhgröße 43 doch sehr bescheiden. So kommt es aber, dass ich nun schon den 2.ten Winter in abgelegten Nike Air Turnschuhen von Ihm herumlaufen kann, weil Sie Ihm lange zu klein waren. Die guten "Neikies" waren von Ihm kaum getragen und wurden schnell zu klein aber für mich waren Sie optimal. Da ich nun leider auch nicht so wirklich in der Lage war, mir ein paar ordentliche Winterstiefel zu kaufen, war ich jedenfalls sehr dankbar für diese Ableger und habe Sie einfach getragen. Normalerweise tragen ja oft jüngere Geschwister, die Sachen der Älteren auf, aber warum soll ein Vater auch nicht mal, die Sachen von seinem Sohn tragen? . . . wenn Sie doch passen.

Nun, soweit so gut . . . Dummerweise, hat aber dieser Winter, der uns nun schon seit vielen Wochen in seinen verschneiten und eisigen bzw. in seinen matschigen Klauen gefangen hält, mir doch sehr schnell die Grenzen meiner "Turnschuhe" aufgezeigt. Mit der rutschigen Sohle und dem ungefütterten Material konnte ich mich nur noch entscheiden, mich entweder auf die Schnauze zu packen, weil es superglatt war oder mit nassen, halberfrorenen Füßen rumzulatschen, weil so ein Gummischuh natürlich NICHT gefüttert ist.

Die Not war groß und die Verzweifelung noch größer. Es musste ein bezahlbarer Winterschuh her, die meine von Unterhaltszahlungen, geknechtete Haushaltskasse stemmen konnte. Übliche Schuhgeschäfte oder Outdoorläden rufen Kurse auf, die mir nur die Tränen in die Augen treiben oder die Qualität von Deichmann und Co Schuhen war unter aller Sau und nicht den Karton wert, in dem die Treter steckten . . .

Der Zufall führte mich dann in ein Geschäft, auf das ich wohl zuletzt gekommen wäre . . . was im Nachhinein aber doch so naheliegend, die perfekten Stiefel anbieten kann . . . "Ein Army-Shop ! ! ! !"

Wenn man jetzt annimmt, dass hier nur rechtslastige und braungefärbte Dumpfbacken einkaufen gehen, der irrt. Hinter der Ladentüre öffnet sich ein Paradies für jeden Outdoor und Trekkingfanatiker . . . Naaaaa klar, die Armeen dieser Welt rüsten Ihre "Mitarbeiter" mit technisch hochwertigen und extrem belastbaren Material aus, Marke "unkaputtbar" "Yes Sir ! ! " . . . die Jungs in Tarnoliv marschieren mit Ihren Botten um die ganze Welt, in jeder Region, egal ob es nun heißer Wüstensand ist, Sümpfe, im Takatuka Land oder eben in arktischen Regionen unserer Erde . . . überall sind Sie vertreten.

Dementsprechend findet man in so einem Army-Shop auch RICHTIGE Männerstiefel, für jedes Einsatzgebiet und für jeden Zweck. Leichte Ballerinas und filigran verarbeitete Ziernähte mit Seidenapplikationen in Himbeerrot sucht man hier allerdings vergebens. Stattdessen robustes dickes, schwarzes oder beigefarbenes Leder und hochfestes Hightech Gewebe, wogegen solche Globetrotter Schicki-Micki Materiallien wie Sympatex wie billiges Plastik daherkommen. Metallösen und Schnürsenkel aus denen man zur Not auch noch eine Hängebrücke flechten könnte. Die mehre zentimeterdicke Gummisohle wehrt sicher Geschosse und hungrige Krokodile ab und dient gleichzeitig als Wärmeisolierung. Den Unterschied, ob man über gefrorenes Eis oder gerade so erstarrte, noch dampfende Lava stapft, wird man mit diesen Stiefeln wohl nicht fühlen. Wasserdichte, vollklimatisierte, Waldbrandtreter für den ambitionierten Weltenbummler und das alles für einen Preis, dass man auf den Gedanken kommen könnte, der Ladenbesitzer möchte einen verars...n.

Etwas fassunglos stehe ich da, suche noch nach dem Haken . . . aber nach einem Augenblick geht mir ein Licht auf . . Na klar . . . die Anzahl der Nato Soldaten und die somit garantierte Abnahmemenge machen es eben möglich. Niemand kann es sich leisten, das die Jungs über Ihre Kampfstiefel stolpern und beispielsweise alleine 245.000 Bundeswehrsoldaten machen sich im Preis bemerkbar. Genial . . .

Seit etlichen Wochen, trage ich nun meine Boots . . . jeden Tag und ich glaube sogar, Sie wissen wozu Sie geschaffen wurden und übernehmen voller Stolz und Ehrgeiz Ihren Job. Beinahe liebevoll, schmiegen sich meine extrem coolen und dunkelschwarzen Kampfstiefel an meinen Fuß und meinen Knöchel. Sie schützen mich vor diesem Superdreckwetter und bringen mich sicher durch diesen extrem gefährlichen und von Schneebergen und Eisbrocken übersäten Großstadtdschungel.

Ich rutsche nicht, ich stürze nicht, ich friere nicht . . . und das Allerwichtigste . . . zumindest für meine Freundin . . . meine Füße stinken auch nicht . . . Aaaaaaaaaah :-)

(vielleicht sollte ich die Stiefel einfach mal noch länger anlassen) 8-D


Montag, 18. Januar 2010

Was bin ich?

. . . Nein, nicht frei nach Robert Lempke "welches Schweinderl hättens denn gern?" . . . es muß wohl heißen "Wer bin ich . . . Für Dich?"
Kaum, dass ich mein Sportstudio verlassen habe, geht mein Griff zum Telefon . . . auf meinem Android Smartphone gleich in der Mitte, ganz groß, lächelt mich ein Foto von Dir an, ich tippe drauf und mein Handy wählt deine Nummer, ich möchte Dir nur sagen, dass ich fertig bin und auf dem Weg nach Hause, dass ich mich auf Dich freue . . . . jedesmal tue ich das . . . nicht aus Gewohnheit, nicht aus Pflichtgefühl und nicht weil Du es willst . . . es ist ein Bedürfnis
Es ist Samstag morgen um halbelf und ich stehe in der Aula von der Schule, in der ich vor 30 Jahren meinen Schulabschluß gemacht habe. Heute ist es die Schule meiner Tochter, in die Sie nach dem Abbruch des Gymnasiums vor ein paar Wochen gewechselt hat und es ist "Tag der offenen Tür". Mit Infoständen, Musik und verschiedenen Ausstellungen wirbt die Schule um zukünftige Schüler. Ich laufe tatsächlich meiner ehemaligen Mathelehrerin Frau Kolodzyi über den Weg, die jetzt Schulleiterin geworden ist und Sie erinnert sich tatsächlich an mich und spricht mich mit meinem Vornamen an. Ich erkenne Sie, aber ein Dejaveu bleibt dennoch aus, nichts will mir so wirklich einfallen, es ist einfach zu lange her. Aber es ist ein netter Moment und wir tauschen ein paar Erinnerungen aus. In der Aula wird mittlerweile gesungen und getanzt und ich stelle mich dazu, um den Darbietungen der jungen Stars zu lauschen. Meine Lisa beginnt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten nun so langsam wohlzufühlen und ich sehe mit Freude, wie Sie mit Ihren Klassenkameradinnen zusammensteht und alle gemeinsam fröhlich rumschnattern. Sie singen, sie tanzen und ich fühle mich erleichtert, weil ich weiß, dass mein Mausepieps hier Ihren Platz gefunden hat, Sie hat Freunde und das ist das Wichtigste. Kaum dass ich die Schule verlassen habe, geht mein Griff zum Telefon, Du fehlst mir und ich möchte Dir davon erzählen, was ich gerade erlebt habe. Ich möchte meine Freude mit Dir teilen . . . auch das ist mir ein Bedürfnis. Deine Kinder sind zu Besuch und ich habe dich letzte Nacht vermisst . . . wieder rufe ich Dich an.
Der Nachmittag wird zur Katastrophe . . . für mich . . . Du gehst mit deinen Kindern ins Kino, einen Film über Vampire anschauen und anschließend heißt es, wollt Ihr nach Steglitz fahren, um für deine Tochter etwas für Ihre Haare zu besorgen . . . die Stunden verrinnen, das Telefon bleibt stumm und ich warte vergeblich auf ein Zeichen, einen Anruf . . . eine Nachricht . . . "Hallo mein Süßer, wir sind jetzt aus dem Kino raus, wo wollen wir uns treffen . . blablabla . . . der Film war toll/doof/spannend/langweilig . . . was immer, Du fehlst mir und ich möchte Dich sehen . . . drücken, küssen, dich in den Arm nehmen, is mir egal was jetz meine Kinder wollen ICH habe Sehnsucht" . . . NICHTS
Ich fahre nach Steglitz, irgendwann, denke ich, werden Sie ja dort auftauchen, dann bin ich schon da . . . ich mache Dir gerne Überraschungen . . . ich drücke mich in den Geschäften rum, Globetrotter, Hugendubel, Media Markt . . . auf den Gehwegen ist es schweineglatt, das nervt, Geld habe ich auch keines . . . aber sicher wirst Du ja gleich anrufen . . . NICHTS . . . nach 2 Stunden fahre ich wieder heim.
Was soll ich davon halten? . . . ich habe es jetzt schon öfter erlebt. Wenn deine Kinder da sind, scheinst Du zu vergessen, wer der wichtigste Mensch in deinem Leben sein möchte . . . oder . . . vergisst Du es garnicht? . . . soetwas, wie den wichtigsten Menschen gibt es garnicht für Dich?
Es ist Dir nicht klar . . . der Eindruck, den Du deinen Kindern von mir und der Bedeutung von mir in deinem Leben gibst, ist für mich unerträglich. Er veranlasst deinen Jüngsten, seine dämlichen Witzchen mit mir zu machen. ER weiß, dass ER der Wichtigste ist und ich nur irgendein Typ bin, mit dem er machen kann, was er will. Er spielt es aus und grinst in sich rein und raus. Mit deinem Verhalten, machst Du mich vor Ihm lächerlich und zum Lappen, zum Deppen, zum Idioten . . . vor einem gerade man 13-jährigen.
Deine anderen Beiden, merken auch nicht, wie wichtig der Mann an der Seite Ihrer Mama ist . . . offensichtlich ist er es ja auch nicht. Sie lernen nicht, welche Bedeutung ein Partner für einen Menschen haben kann . . . wie auch, wenn ich nichtmal 19Cent für einen Anruf wert bin.
Die Mischung aus Verletztheit, Wut und Ärger entläd sich in einem Telefonat am Abend . . . mir zittert die Stimme . . . und ich merke, Du merkst es nicht. Am nächsten Morgen nach einer ziemlich schlaflosen Nacht, ein letzter Versuch . . . um halbneun aus dem Bett, fertig machen, zum Bahnhof fahren, Blumen besorgen, umsteigen und zum besten Bäcker Berlins fahren. Weil der blöde Bus nicht kommt, nehme ich eine Taxe. Dann 20€ ärmer, mit Brötchen und Blumen vor deiner Tür stehen. Die Kinder schauen fern, wir frühstücken, so als würde ich meine Schwester besuchen, anschließend sitze ich gemeinsam mit deinen Kindern vor dem Laptop und gebe geduldig eine Unterrichtsstunde in "wie gehe ich mit einem PC um" . . . es kommen keine Zeichen, keine Worte, keine Berührungen . . . kein Kommentar zu dem gestrigen Vorfall . . . für die Kinder könnte ich auch irgendein Arbeitskollege sein, Du zeigst Ihnen nicht, wer ich bin und was ich Dir bedeute . . . ich bin irgendein Typ der im Leben Ihrer Mutter keine Bedeutung hat. Es ist erniedrigend . . . unbewusst aber demonstrativ schenkst Du deinem Jüngsten unendlich Aufmerksamkeit, der dies mit einem Grinsen in meine Richtung quittiert. Er weiß genau was läuft, spielt das aus und Du merkst es nicht.
Was soll ich sagen?, DU bist eine Frau und weißt nicht was da passiert? . . . ist das jetzt navive Mutterliebe oder Unwissenheit oder was ist es? . . . ich könnte platzen, schreien, auseinanderfliegen . . . mehr kann mir "mein Partner" (?) nicht zeigen, welchen Stellenwert ich in seinem Leben habe. Heute so und morgen ganz anders. DU lässt es an Kontinuität missen, die Du täglich, Woche für Woche, Monat für Monat einforderst . . . und die DU auch erhältst . . MEINE Kinder wissen, was Du mir bedeutest, wie wichtig Du für mich bist, Sie fragen nach Dir, erkundigen sich, Sie verteidigen Dich sogar . . . und deine Kinder? . . . für die bin ich ein Besuch, höchstens ein netter Freund eben . . und für deinen Jüngsten machst Du mich zum Clown über den er sich lustig machen kann, wann immer es Ihm gerade in den Sinn kommt. Du lässt es einfach geschehen, es macht Dir garnichts aus.
Es geht nicht darum dich zu entscheiden . . . zwischen Ihnen und mir . . . das ist doch lächerlich, so denken nur einfachstrukturierte Menschen . . . deine Kinder bleiben immer deine Kinder, keine Frage . . . umso wichtiger wäre es Ihm zu zeigen, mit wem Du dein Leben teilen möchtest, wer Dir fehlt, wenn Du alleine bist, Sie sollen hören von wem und über wen Du sprichst, wenn Du alleine mit Ihnen bist, Sie sollen erkennen für welchen Mann, du alles tun würdest . . . damit Sie den Unterschied lernen . . . zwischen Mutterliebe und der Liebe zu einem Partner . . . das Sie lernen wie groß das Bedürfnis sein kann, nur für einen Menschen da sein zu wollen, damit Sie erkennen, wie wichtig ein Mensch für Ihre Mutter ist . . . ein Mensch den Ihre Mutter so sehr braucht. Ich verzweifle an dem Gedanken, dass dir dafür sämtliche Antennen fehlen.
Das Wochenende ist vorbei, kein Wort, keine Silbe, kein Erklärungsversuch . . . viel Porzellan ist zerschlagen und ich stehe vor den Scherben und weiß nicht, wie ich Sie beiseite kehren soll . . . ob Worte hier helfen? . . . Zeit heilt bekanntlich alle Wunden . . . eins weiß ich, oft werde ich das nicht mehr erleben wollen.