Sonntag, 14. Februar 2021

Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen

Tagebuch von der Konstruktion und dem Bau einer Fairchild C-123 “Provider” im Maßstab 1:12

Prolog


Seit meiner Kindheit war ich u.a. verspielt und ein Bastelwastel. Das kann man in meiner Biografie ausführlich nachlesen. Zuletzt hatte ich im 2. Halbjahr 2020 versucht in Corel Designer X5 eine Fairchild C-119 “Boxcar” im Maßstab 1:24 zu konstruieren. Eine meiner liebsten Transportmaschinen, seit es den Film “Der Flug des Phönix” von 1965 gab. Wann es das erste Mal war, dass ich mich an eigenen Plänen versucht habe, liegt mehr als 20 Jahre zurück. Als Vorlage hatte ich dazu die Baupläne von Palmer Plans verwendet, der die Maschine in den Siebzigern im Maßstab 1:12 konstruiert hatte.


Für meine eigenen Versuche diese Maschine auf dem Papier zu konstruieren wendete ich eine mittlerweile schon jahrelang eingeübte und mehr oder weniger klassische Technik an. Das Prinzip bestand darin, eine bestehende, aber veraltete Konstruktion zu übernehmen und dann beim “nachzeichnen” mit digitalen Mitteln zu verbessern. Da ich mit Corel Designer X5 im Verlauf der Jahre, doch ziemlich gut umgehen konnte, waren die neuesten Ergebnisse tatsächlich dann auch besser als Alles Vorhergehende .. aber ich stellte schnell fest, dass die gewünschte Präzision doch viel Zeit in Anspruch nahm und ich am Ende immer an kleinen aber wichtigen Details scheiterte.


Abgebrochener Versuch einer C-119 “Boxcar”


Obwohl ich in den Jahren besser geworden war, erreichte ich mit meiner recht mühsamen Methode etwas in 2D zu konstruieren, am Ende auch nur einen Fertigungsgrad von max. 75-80%, wenn überhaupt. Um viele entscheidende Details oder  Verbindungen richtig zu konstruieren, war ich dann doch nicht gut genug. Was ich nicht konstruieren konnte würde ich beim Bau durch gewöhnliche, zeitaufwendige Hand- bzw. vielmehr Fummelarbeit ersetzen müssen.


Letztlich war ich dennoch bis zum Herbst 2020 mit allen Planungen und Zeichnungen recht weit gekommen und hatte durchaus großen Antrieb eine Version an Plänen fertig zu stellen und ein Modell zu bauen, als ich wie aus einem Traum aufwachte und etwas realisierte.


“Es wird ja doch wieder nur eine Kopie eines existierenden Plan, es ist wieder nur 2D, das was ich immer, mehr schlecht als Recht, gemacht hatte und es würde auch diesmal sicher nicht wirklich besser werden”


Immer nur das zu tun, was man schon kann und immer gleich “schlecht” zu bleiben, ist am Ende doch unbefriedigend. Am Ende würde es an zahllosen unklaren Details scheitern oder das Ergebnis und der Aufwand würden in keinem richtigen Verhältnis stehen und das Modell selber wäre ein Ergebnis der Mittelmäßigkeit. Mir wurde klar, das war es nicht, was ich wollte.


Diese Erkenntnis hat dann nicht einmal wehgetan, denn es war ja die Wahrheit und ich beendete das Projekt .. weder mit einem lachenden noch mit einem weinenden Auge. Ich war gefasst, ernüchtert, schon auch irgendwie enttäuscht aber es war nur logisch und konsequent. Dieser Weg führte nicht nach oben. Dieses Pferd was ich lange geritten hatte, war reif für den Friedhof. Ich stieg ab.


Zu diesem Zeitpunkt hatte ich sogar schon einen Prototypen für ein passendes Einziehfahrwerk im Maßstab 1:24 gebaut, denn ohne Fahrwerk, kann man kein vernünftiges Modellflugzeug bauen.


Tatsächlich hat meine Konstruktion etwas überraschend auch funktioniert, allerdings war das Servo zum Ein und ausfahren doch recht schwach und hätte im Flug sicher nicht funktioniert. Der Bau, mit der Hand am Arm, klassische oldschool metalwork mit Schraubstock und Feile, hat aber dennoch, solange wie es gedauert hat, Freude gemacht.



Fakt war, der zeitliche Aufwand, die Pläne der kleinen Boxcar mit Corel Designer X5 neu zu erstellen und dann daraus ein fliegendes Modell zu bauen, war für so sein kleines Modell einfach viel zu hoch und das Ergebnis würde nicht wirklich gut sein. Eher wieder nur mittelmäßig.. 


Darüber hinaus gab es weitere Hindernisse. Um das Abfluggewicht auf ein halbwegs fliegbares Maß zu bringen wären baulich hohe Aufwände nötig gewesen. Ich hätte, um Gewicht zu sparen, beispielsweise bestimmte Teile in GFK/CFK erstellen müssen. Das hätte den Bau von Positiv Teilen und das Erstellen von Formen bedeutet und natürlich das Laminieren von Teilen, wobei keineswegs sicher gewesen wäre, dass das Ergebnis am Ende nicht doch eine bleierne Ente geworden wäre.


Der Aufwand und auch die Kosten, für ein am Ende, dann ziemlich kleines Modell, was wenig eindrucksvoll gewesen wäre, lagen in keinem erträglichen Verhältnis .. viel zu viel Arbeit und Investitionen für ein wenig imposantes Modell. Als das meinem Verstand so glasklar wie nur irgendwas wurde, hatte ich mit dem Beenden dieses Projektes meinen Frieden gemacht. Die Wahrheit war, ich wollte etwas Großes.


Es war also wohl der 4, vlt. der 5. wenn nicht sogar 6. Versuch eine C-119 Boxcar zu bauen und wieder einmal, vorerst zum letzten Mal, stellte ich die Arbeit ein.


Es ist nie zu spät mit etwas Neuem zu beginnen


Ehrlich gesagt, wenn ich Flugmodelle bauen wollte, würde ich alles bauen können, alles was ich will .. aber .. ich wollte es eben auch nicht mehr mit “diesem” Aufwand tun. So viel Lebenszeit, nur für ein kleines Modell zu verwenden stand in keinem Verhältnis, zu der mir zur Verfügung stehenden Restlebenszeit. Wenn, dann sollten ab jetzt Modelle mit modernen Methoden entstehen, mit diesem Wunsch war ich schon länger schwanger, war aber bislang bei jedem Versuch grandios gescheitert.


Der Aufwand in 3D zu konstruieren, 3D zu drucken, 3D Puzzleteile zu erstellen, wäre auch hoch, aber “der Erfolg” war definitiv planbarer. So ein Projekt hätte kein ungewissen Ausgang. Ich erklärte somit mehr oder weniger inoffiziell und ohne Tamtam meine Zeit des klassischen Modellbaus für beendet und war bereit für den Neustart in die Zukunft. Man kann auch mit 56 Jahren noch einmal neu anfangen.


Ich kann mich jetzt nicht mehr genau an den Tag im Winter 2020/2021 erinnern, wie ich dann auf Youtube über den Channel RC-CAD-2-VR gestolpert bin, aber ich war spontan extrem begeistert.


In etlichen Videos, alle zwischen 25 und 75min. lang, erklärte ein außerordentlich sympathischer Terrance, wie man mit der 3D Konstruktionssoftware “Fusion 360 “von Autodesk einen Airliner komplett in 3D konstruiert. Während er selber einen Airliner perfekt von Anfang an konstruierte, erklärte er Schritt für Schritt was er tat und wie man es tun musste. Er zeigte und erklärte die Funktionen, die aufeinander aufbauten,  Ich konnte es kaum glauben, genau so etwas hatte ich mir immer gewünscht.


Der Lehrgang bzw. seine Tutorials waren so gut, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ganz ehrlich den Eindruck hatte, dass, wenn ich mit diesen Tutorials üben würde, dass ich es endlich schaffen kann … die Idee eine C-119 Boxcar zu bauen war wieder da. 


Nach wenigen Tagen wurde mir dann aber schnell klar, dass man sich nicht das “schwierigste” Modell raussuchen sollte und da ich die “dicken Dinger” immer noch liebe, war schnell eine C-123 als “mein erstes 3D Projekt” ausgewählt

Freitag, 22. Januar 2021

Gib dem Leben, (d)einen Sinn


"Mach doch einfach..." solche Sätze hört man von Menschen, die sich meist für besonders schlau halten, am Dunning-Kruger-Effekt leiden,  zumeist selber wenig auf die Reihe bekommen und  die glauben Empathie ist ein Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest . Sonst wüssten Sie es .. 'einfach' ist am Allerschwersten"

Was wir aus unserem Leben machen bzw. überhaupt machen können, liegt vlt. nicht immer in unserer Hand aber aus dem was wir haben oder was wir vom Kuchen abbekommen, können wir das Beste machen .. und die Betonung liegt auf den Worten "wir" und "machen" 

Was ist überhaupt "das Beste",  wer weiß das schon vorher? Wenn wir diesen Anspruch stattdessen einmal beiseite legen, da  wir eh  nicht wissen, was das Beste ist,  dann bleibt das "Machen" übrig und mit "wir" sind wir selber gemeint. 

Wenn Du willst, dass etwas passiert mach es selbst. Stütz dich nicht auf Anderen ab und gib nicht anderen die Schuld, wenn Du nicht das bekommst, was Du willst.

Wer nicht das Steuer in die Hand nimmt, wer Nichts tut, sich nicht traut, sondern nur  auf sein "Glück" vertraut, gut, dem kann auch etwas Gutes widerfahren, klar soweit, aber .. wir setzen den Zufall ans Steuer unseres Lebens.

Will ich das? Will ich mein Leben so organisieren, dass mir ständig Andere helfen müssen und fühlt sich ein geschenkter Erfolg überhaupt genauso gut an, wie einer, den man aus eigener Kraft erreicht hat?

Ich persönlich fühle ich mich wohler beim Versuch dem Erfolg oder meinem Glück etwas nachzuhelfen und eben "selber zu machen" .. ob es immer nützt weiß ich nicht aber schaden wird es nicht .. die Tatsache etwas zu versuchen, stärkt immer das Selbstbewusstsein. Es ist immer ein Gewinn.

Also legen wir los .. aber was geschieht? .. allzuoft .. kaum dass wir eine Chance auf die Erfüllung unserer Träume oder Wünsche sehen und Sie ergreifen bzw. verwirklichen wollen?

Wer kennt es nicht? .. das Leben, die Realität verschiebt die Zielflagge und wir landen auf der Nase.

Würde ich mich danach orientieren, hätte ich nie etwas wagen dürfen. Soll  ich wirklich, aus Angst zu scheitern, Dinge nicht wagen? und ich rede nicht von unkalkulierbaren Risiken, deren Ausgang einer Lotterieteilnahme gleicht. Wer sowas wagt, gehört zu den Menschen aus dem Absatz zu Beginn.

Wenn wir erwachsen sein wollen, müssen wir uns um uns selber kümmern und das bedeutet, dass wir für unser Leben selber  verantwortlich sind und uns auch etwas zutrauen, selbst wenn es heißt auch mal zu scheitern.

Etwas nicht geschafft zu haben, heißt ja nicht wirklich das man gescheitert ist. Wir haben gelernt, wie es nicht geht. Diese Erfahrung macht uns besser und mit jedem neuen Versuch steigern die Chancen, vlt. beim nächsten Anlauf ans Ziel zu kommen.

Würden wir aufgeben, würde uns auf ewig die Ungewissheit quälen, ob es beim nächsten Mal nicht doch geklappt hätte. 

Unsere Wünsche sind groß, unsere Erwartungen ebenfalls. Woher den Mut überhaupt nehmen, wenn keiner mehr da ist? Gut, vielleicht bist Du schon oft  gescheitert, dann tu etwas eben nicht, stehe nicht wieder auf, mache Nichts  .. und dann? .. welches Kind, das Laufen lernt, ist jemals sitzen geblieben und hat sich gedacht, "Ach Quatsch, das wird Nichts, ich lass es"

Wir sollten an Eines denken, ob Du etwas tust oder ob Du es nicht tust .. die Zeit vergeht so oder so. Wozu ist Sie dann da, wenn wir Sie ungenutzt lassen. Das wertvollste Gut des Lebens, Zeit, einfach wegwerfen?

Wir lernen aus Mißerfolgen, wir lernen aus Niederlagen. Nie sind Bemühungen umsonst. Wir sammeln Erfahrungen, bleiben nicht stehen und wir leben unser eigenes Leben, gehen unseren eigenen Weg, mit dem Bewusstsein, es zu versuchen. Manchmal ist es so im Leben "Du hast keine Chance, also nutze Sie" wir werden uns selber überraschen, was alles geht.

Sicher besteht die Kunst am Ende darin, auch zu erkennen ob man versucht ein totes Pferd zu reiten ... oder ob es zum  Erfolg nur etwas mehr Beharrlichkeit braucht .. um bei diesem Vergleich zu bleiben .. wenn Du meinst dein Pferd ist tot .. steig ab, sattel ein frisches Pferd, geh von mir aus zu Fuss .. aber bleibe verdammt nochmal in Bewegung. Mache weiter und höre nicht auf, solange bis jemand für uns das Licht ausmacht. Ansonsten ist man  Jahre vorher tot, bevor man unter die Erde kommt.

Dies ist eine Geschichte, aus meinem Leben, Sie erzählt vom Lernen, von Trotz, von Sturheit, Beharrlichkeit, von neuen Fähigkeiten, von Zielstrebigkeit, von Neugierde, von Freude und Frust, von Stolz, Geschicklichkeit, Mut und von entschlossenem Handeln. Von Zweifeln und  von neuem Selbstbewusstsein.

Es ist eine Geschichte von  einem Stück meines Lebensweges, eine Geschichte die von einem Neuanfang erzählt und die auch etwas mit dem Bau von einem Modellflugzeug zu tun hat. Was sonst

Eine Geschichte vom "Selbermachen"

Sonntag, 18. Oktober 2020

Das Hamsterrad

Ein ernst gemeinter Post? oder nicht?


Im echten Leben kann man nicht einfach mal eben ganz spontan wochenlang in den USA herumfahren und sich die Welt anschauen und das liegt nicht zwangsläufig an der weltweiten Corona Pandemie.

Auch vor Corona konnten wir üblicherweise nicht einfach die Dinge tun, die wir lieben, denn unser Alltag, also unser Hamsterrad, es ist immer da, es umgibt uns, wie ein Käfig mit blickdichten Gittern.

Das Hamsterrad, das uns diktiert, was wir können uns was nicht. Das Hamsterrad, die Wirklichkeit, die uns sagt wie es wirklich ist. Das "Hamsterrad", was uns wie ein Korsett einschnürt und in einen Käfig steckt, hat unendlich viele Argumente parat hat, warum es keinen Sinn macht, sich mit solchen Hirngespinsten wie „seiner Leidenschaft folgen“ oder „einen sicheren Job sein lassen und stattdessen das tun was man liebt“ zu beschäftigen

Diejenigen, die es versuchen sich aus Ihrem Korsett zu befreien und einfach ausbrechen, stellen oft sehr schnell fest, dass es einfach nicht funktioniert. Natürlich kann jeder sich selbständig machen, Influencer werden, Instagrammer, YouTuber, einfach mal loslegen .. aber nicht jeder kann Erfolg haben mit dem was er liebt, nicht jeder kann z.B. eine Internetseite aus dem Boden stampfen und eBooks oder Online Kurse über sein Lieblingsthema verkaufen, nicht jeder kann von heute auf morgen mit seiner Idee, mit seiner Passion Geld verdienen.

Was heißt das? .. ist es also am besten wenn du das machst was alle machen? 

Nach dem Motto, das war ja schon immer so .. wie die Lemminge einfach Allen folgen, die einem Sagen, es geht nicht.

Um sicher zu gehen, dass du nicht einen einzigen Schritt aus dem Hamsterrad rausmachst, habe ich diese 29 Gesetze des Hamsterrades zusammen getragen. Am besten ist, du merkst dir alle davon, damit du ja nicht irgendetwas tust, das nicht der Norm entspricht.

1) Akzeptiere was Andere dir sagen. 
  • Das ist einfach. Nicht denken, nur nicken. Kann jeder.

2) Stelle nichts in Frage.

  •  Ähnlich leicht in der Umsetzung. Auch wenn es bereits beim ersten Gedanken nicht logisch erscheint, scheiß egal, einfach tun, auch wenn es sinnlos ist und dir gegen den Strich geht.

3) Mach Matura oder Abitur, geh auf die Uni, bilde dich weiter

  • aber nicht weil es dich interessiert sondern weil man das halt tut. Der Weg ist vorgezeichnet. Einfach mit allen im Gänsemarsch mithampeln. Nicht lange nachdenken, einfach eine Ausbildung starten und dann täglich auf Facebook posten wie sehr dich lernen anfuckt.

4) Denke nicht daran etwas Grundlegendes zu verändern.

  • Hie und da kommen Gedanken auf, dass es das doch nicht schon gewesen sein kann und dass du dahinter kommen willst, was das ist. Vorsicht: Ignoriere diese Gedanken! Die Umsetzung könnten dich dazu bringen aus dem Hamsterrad auszubrechen.

5) Nimm dir etwas vor, mach es aber nie. 

  • Ja, du hast einen Traum. Wichtig ist, dass du immer wieder in deinen Träumen schwelgst, es vielen Menschen erzählst aber nicht ins Handeln kommst.

6) Schimpfe über deinen Job, ändere aber nichts

  • Werde nicht müde jedem zu erklären, wie Scheiße dein Job ist. Jammere gegenüber deinem Partner, deinen Freunden und natürlich bei deinen Kollegen, denke aber nie daran zu kündigen.

7) Schau viel fern, verbringe viel Zeit auf Facebook, lies wenig

  • Wichtig ist, dass du viel Reality-TV wie „Bauer sucht Frau“ oder „Tausche Familie“ siehst, denn das ist das echte Leben. Dann noch viel negative Nachrichtensendungen, sinnlose Bilder auf Facebook sharen und lesen auf ein Minimum beschränken und alles ist gut.

8) Genieße nur dein Wochenende

  • Du musst alle Hebel in Bewegung setzen um die Arbeitswoche zu vergessen. Alkohol und „Party Hard“ ist ein gutes Mittel.

9) Beneide die anderen, tu aber nichts um selber beneidet zu werden

  • Schiele auf den Erfolg der anderen, meckere darüber aber denke dir insgeheim: Das wäre mir zu anstrengend. Das lass ich lieber.

10) Übernimm keine Verantwortung für dich und dein Leben

  • Am einfachsten ist es die Verantwortung auf den Chef, die Eltern, den Partner, die Politik, die Gesellschaft oder die heutige Zeit abzuschieben und kein Versäumnis bei dir selbst zu suchen

11) Sag, dass es früher besser war

  • Über die Großeltern machen wir uns lustig, aber selber sind wir genauso. Natürlich waren die Parties früher besser, auch die Urlaube sind nicht mehr wie früher, auch der Sex nicht und früher war alles billiger weil der Euro alles kaputt macht.

12) Unterstütze niemand anderen weil du denkst, dass dir ja auch niemand hilft

  • Denke nur an dich, schau nicht links und rechts und investiere keine Sekunde in andere Menschen, ohne dass du etwas zurück bekommst oder davon profitierst. Die Anderen tun es genauso.

13) Gib viel Geld für Autos, Mode und Technik aus, aber drehe jeden Cent um, wenn es darum geht dich weiter zu bilden.

  • Natürlich machst du Schulden für ein neues Auto, zahlst monatliche Leasingraten und gehst total gerne shoppen, weil du dir ja eh nie etwas gönnst. Da schaust du nicht so aufs Geld. Aber wenn es darum geht, dich selbst weiterzubilden, Seminare oder ähnliches zu machen um dich weiter zu entwickeln dann winkst du ab: „Das ist aber schon viel Geld….!“

14) Sag ganz oft: „Ich bin halt so“

  • Wichtig ist, dass du dir oft in Erinnerung rufst, dass du dich nichts ändern kannst. Du kannst selber nichts dagegen tun wie du bist.
  • Weil Veränderung wäre anstrengend und risikoreich.

15) Denke kurzfristig

  • Wäge bei jeder Entscheidung ab, ob sich das ganze sofort auszahlt.

16) Sei nicht dankbar, halte das, was wir täglich haben für selbstverständlich

  • Also wirklich gut geht’s uns nicht. Ich meine diese ganzen Steuern und steigenden Kosten. Und der Staat zahlt ja auch lang nicht mehr soviel wie früher. Natürlich gibt es auf der Welt fast nur Länder, denen es noch viel schlechter geht, aber darüber wollen wir jetzt nicht reden.

17) Lass deine Ängste über dein Leben regieren

  • Verbringe sehr viel Zeit damit dir den Kopf zu zerbrechen, was alles schiefgehen kann.

18) Wenn du auf Reisen gehst achte darauf, dass alles so ist wie zuhause

  • Achte darauf, dass du dich was Essen, Kultur etc. betrifft sowenig wie möglich umstellen musst, lerne keine neuen Menschen kennen und sage stets, dass in der Heimat doch alles besser ist (Aber nur solange bist du wieder zuhause bist)

19) Mache immer das gleiche, lerne nicht aus Fehlern

  • Lerne dir eine Strategie ein und dann bleibe ein Leben lang dabei. Auch wenn du mit dieser Art und Weise scheiterst, ändere dein Verhalten nicht.

20) Sag oft: „Das kann ich nicht“

  • Eine echte Garantie etwas nicht zu erreichen ist es sich oft genug vorzusagen. Vergiss also nicht darauf dich Tag für Tag selbst zu sabotieren.

21) Verbringe viel Zeit damit, über andere schlecht zu reden

  • Du lästerst gerne über andere? Großartig, bleib dabei!

22) Gib auf, wenn du nicht sofort erfolgreich bist

  • Sieh ein, dass du nicht für Großes geschaffen bist. Das können nur die Anderen. Am besten ist, du machst alles nur halbherzig, dann ist die Chance noch größer nichts zu erreichen.

23) Wach auf und sei schlecht gelaunt

  • Egal ob es regnet oder die Sonne scheint, das wird heute wieder ein Scheiß-Tag. Vergiss nicht, das auch auf Facebook zu posten, damit es alle wissen.

24) Umgib dich mit Menschen, die dich runterziehen oder zu denen du nicht aufschauen kannst

  • Dein Freundeskreis hat einen starken Einfluss auf dich. Achte darauf, dass niemand in deiner Gegenwart ist, der besser ist als du oder von dem du etwas lernen kannst.

25) Warte auf den richtigen Zeitpunkt

  • Solltest du dich aufgerafft haben etwas zu verändern, dann warte bis der Zeitpunkt richtig ist. Es zahlt sich aus, dein ganzes Leben auf die richtige Gelegenheit zu warten, auch wenn sie nie kommt.

26) Setze dir keine Ziele, weil du nicht enttäuscht werden willst

  • Das Problem mit Zielen ist: Was ist wenn du sie nicht erreichst? Nein du bist kein Pessimist. Du bist nur realistisch und willst kein Träumer sein. Daher bevor du dich selbst enttäuscht, lass das mit den Zielen und erwarte stets das Schlechteste.

27) Schieb alles vor dir her

  • Ein ganz wichtiges Gesetz. Morgen ist auch noch ein Tag. Das kann warten…

28) Erschaffe nichts Bedeutendes

  • Hüte dich davor etwas zu tun, das für dich oder andere Bedeutung hat. Es könnte deine Leidenschaft entfachen!

29) Vergiss alles was du gerade gelesen hast und lebe weiter wie bisher

  • Wie in „Men in Black“ solltest du dich „Blitz-Dingsen“ und diesen Artikel vergessen!

    Offenbar habe ich heute meinen zynischen Tag. Ich entschuldige mich wenn ich dich vor den Kopf gestoßen habe. Es war mit voller Absicht 😉

Montag, 14. März 2016

Rules of Life (not only) for men

Es gibt unzählige Weisheiten für alle Lebenslagen. Mittlerweile sind es so Viele, dass man schnell den Überblick verliert und Sie ebenso schnell wieder vergisst, wie man Sie konsumiert hat.

Die folgende Liste habe ich irgendwann mal, irgendwo gefunden und viele An- bzw- Einsichten haben mir gefallen. Sie klingen teils amüsant, Manche sind wohl auch nicht sehr bedeutungsvoll, eher trivial aber Einige sind auch gar nicht so verkehrt. Besonders der Letzte Punkt hat es mir angetan !


  1. Versuche es bei Frauen die “in einer anderen Liga spielen”. Du wirst dich selbst überraschen.
  2. Schlafe niemals mit jemandem, der es nicht ebenso will, wie du selbst.
  3. Wende niemals Gewalt an, wenn sie nicht unmittelbare Gefahr verhindern soll.
  4. Hüte müssen immer einen Zweck erfüllen.
  5. Lade sie beim ersten Date niemals ins Kino ein.
  6. Lerne, wie du dich nass rasierst.
  7. Kein Kerl macht mehr her als einer im maßgeschneiderten Anzug.
  8. Ein kleiner Teil deines Gehalts sollte jeden Monat aufs Sparkonto wandern.
  9. Schau der Person, mit der du sprichst, immer in die Augen.
  10. Kaufe einen Pümpel, bevor du einen Pümpel brauchst.
  11. Putz deine Zähne, bevor du dir die Krawatte bindest.
  12. Rasiere dich während der ersten Runde immer mit dem Strich.
  13. Rufe deine Eltern wöchentlich an.
  14. Trage niemals eine Ansteckkrawatte.
  15. Schüttle die Hand deines gegenübers mit angemessenem Druck.
  16. Mach ihr Komplimente für ihre Schuhe.
  17. Trink dein Bier aus.
  18. Falls du dir nicht sicher bist, tu einfach so. Der Rest kommt von selbst.
  19. Sei dir deiner Körpersprache stets bewusst.
  20. Stehe stets auf, um jemanden zu begrüßen.
  21. Verleihe nie etwas, auf das du nicht für immer verzichten könntest
  22. Frage mehr, als du antwortest. Jeder mag es, über sich selbst zu sprechen
  23. Bewahre Wechselklamotten an deinem Arbeitsplatz auf.
  24. Kaufe dir hochwertiges Werkzeug – so musst du es nur einmal kaufen.
  25. Männlich zu sein bedeutet nicht nur, sich um dich selbst kümmern zu können, sondern auch sich um andere zu kümmern.
  26. Entscheide dich immer für die Option, die am Ende eine gute Geschichte ergibt.
  27. Wenn du gehst, schau immer geradeaus, nicht auf deine Füße.
  28. Nette Kerle verlieren niemals – langweilige dagegen schon
  29. Finde deine Leidenschaft und suche einen Weg, wie du dafür bezahlt wirst
  30. Lass nicht die Engstirnigen das Denken für die Visionären übernehmen
  31. Unabhängig von seinem Beruf oder seinem Status verdient jeder Mensch deinen Respekt
  32. Schlimme Dinge passieren – dein Job ist es, sie hinter dir zu lassen.
  33. Kleide dich immer so, als würdest du heute die Liebe deines Lebens kennenlernen, wenn du nach draußen gehst.
  34. Der Erste, der wütend wird, verliert.
  35. Tu, was getan werden muss, ohne dich zu beschweren.
  36. Höre niemals auf zu lernen.
  37. Ändere dich niemals, um jemanden glücklich zu machen – außer dieser jemand bist du selbst.
  38. Wenn du der schlauste Kerl im Raum bist, bist du im falschen Raum.
  39. Tu, was immer du in deinem Leben tun willst – aber sei der Beste darin.
  40. Niemand liegt im Sterbebett und wünscht sich, mehr gearbeitet zu haben. Genieß dein Leben!


+++ Manchmal ist einfach .. am Schwierigsten +++

Mittwoch, 14. Oktober 2015

What a hell of a ride

Mittwoch d. 14. Okt. 2015, "What a hell of a ride"

SO DU SCHE**DRECKSWETTER .. MEHR HAST DU NICHT DRAUF?? .. NUR NEBEL, FROST, RREGEN UND SCHNEE??? ... IST DAS SCHON ALLLES?? ... HaHaHaHaHaHaHa *Lääächerlich* Da musst Du schon MEHR auffahren .. Ich bin ZU HAUSEEEE  .. und zwar in einem Stück ! ! ! 

Aber von Anfang .. Ich sitze mit meiner Maschine in Mainhardt, das liegt in Baden-Würtemberg, Nähe Stuttgart, Schwäbisch-Hall, ca. 600km süwestlich Luftlinie von Berlin. Am Montag bin ich bei strahlendem Sonnenschein über die Landstraße angereist aber bereits am Dienstag muss ich fassungslos auf die Wetterprognosen für die nächsten Tage schauen .. das Wetter schlägt komplett um und es bahnt sich eine Katastrophe an. Ich muss schleunigst wieder nach Hause .. das heißt gleich am Mittwoch. Also kaum angekommen, heißt es 24 Std. später, alles wieder einpacken und für die Abfahrt vorbereiten.

Mittwoch früh um 06:30 geht es aus den Federn. In der Nacht hat es bereits angefangen zu regnen, glücklicherweise lässt der Regen ein wenig nach als es hell wird, aber alles ist nass und auf den Straßen liegt jetzt viel rutschiges Laub. Eine Rückfahrt über die Landstraßen wäre bei diesen Bedingungen Selbstmord. Mir bleibt also nur die Autobahn und das bei dem angekündigten Wetter. Na das wird ein Knaller.

Als ich um 08:30 losfahre, nieselt es noch und die Wolkenuntergrenze liegt gefühlt in der Reichweite meines ausgestreckten Arms. Es ist bitterkalt. Die ersten Kilometer geht es durch den Wald und die Straßen fühlen sich wie Schmierseife an. Aber bereits in Schwäbisch-Hall rolle ich auf die A6 Richtung Nürnberg. Sie ist zumindest so gut wie trocken aber je weiter ich Richtung Nürnberg komme umso kälter wird es. Als ich endlich nach 140km auf die A9 Richtung Berlin abbiege, liegen noch 440km vor mir und schon begrüßt mich Väterchen Frost mit den ersten weißen Flocken ... Das darf doch nicht wahr sein .. In wenigen Minuten verwandelt sich Alles in eine weiße Winterlandschaft, der Wald, die Felder alles ist eingeschneit, wie Weihnachten, nur das es erst Mitte Oktober ist .. Schnee tanzt über die Autobahn, aber durch den Nebel, der allmählich dick wie Erbsensuppe wird, sehe ich das nicht richtig. Ich habe keine Wahl, stehen bleiben und heulen würde relativ wenig nützen. Meine Strategie .. keine hektischen Bewegungen, wenn möglich NICHT bremsen oder beschleunigen, rollen lassen .. ich klemme mich hinter einen LKW und schwimme mit Ihm mit und das im wahrsten Sinne des Wortes. So ziehen sich die Kilometer dahin .. durch die eingeschränkte Sicht kann ich nicht mal den Ausblick in die Landschaft genießen, da man außer "weiß" nichts sieht.

Ich bin angezogen wie Armstrong auf dem Mond, und die Kälte macht mir somit nicht wirklich etwas aus ... ich trage mehrere Lagen Thermoklamotten (sogar winddichte Thermounterwäsche), ein dickes Langarmshirt, darüber nen Rollkragenpulli, eine dicke Filzweste, eine winddichte, fliesgefütterte Thermohalskrause, eine Ski- (oder wie man auch sagt, eine Sturm-) maske unter dem Helm, darüber meine winddichten Motorradklamotten mit Protektoren UND über ALLEM zusätzlich eine wasserdichte Regenkombi .. aber .. Kälte sucht sich immer einen Weg .. Die Zehen und meine Finger sind zwar von mehreren dicken Wollsocken und Stiefeln bzw. speziellen Winterhandschuhen geschützt ... aber anscheinend reicht es nicht .. ich wünschte, ich könnte eine Heizung aufdrehen oder die Fenster hochkurbeln .. alle 65 - 80km bin ich gezwungen Autobahnraststätten anfahren, um dort aufzutauen. Ein hoch auf mein TomTom Navi welches mir zielsicher, im Helm über mein Headset mitteilt, wie weit es noch bis zur nächsten Raststätte bzw. Tanke ist. Auf dem Weg versuche ich derweil wenig erfolglos meine Finger mit warmen Gedanken von heizbaren Griffen anzuheizen.

Wenn ich dann endlich an der Zapfsäule ankomme, spüre ich meine Finger kaum noch und kann kaum kuppeln, geschweige denn bremsen, was ja hin und wieder recht hilfreich sein kann ... Mit Mühe gelingt es mir den Tankdeckel aufzuschrauben und Sprit nachzufüllen, anschließend stapfe ich mit triefender Nase, etwas ungelenkig in den geheizten Tankshop und spüre sogleich die mitleidigen Blicke der Anwesenden .. "Was für ein Depp" denken Sie vermutlich .. und ich denke "Jaaaa, so Unrecht haben Sie da nicht" ... 2 ältere Damen mustern mich an einer Tankstelle, um mir anschließend mitzuteilen, wie leicht man doch bei dem Wetter verunglücken und sterben könnte .. Ja, vielen Dank, darauf bin ich noch garnicht gekommen, denke ich ... "Vielen Dank, ich werde mich vorsehen" höre ich mich aber nur murmeln und mach mich auf den Weg zum Klo .. die einfachste Übung, verwandelt sich durch die Menge an Klamotten nahezu in eine "Mission Impossible" ... aber bis ich wieder angezogen bin, ist mir zumindest wieder richtig warm und ich kann weiterfahren.

Glücklichweise hört es dann hinter Leipzig auf zu schneien .. und der Schnee verwandelt sich stattdessen in Regen .. Whatthefuck ... Ich muss schon sagen, wer auch immer heute den Joystick in der Hand hält und am Wetter schraubt .. Er hats drauf .. zumindest gibt er sich mächtig Mühe mir in den Arsch zu treten .. dennoch ändert sich nichts wirklich an der Gesamtsituation, ich muss nach wie vor nach Hause, es ist immer noch kalt .. und ich habe keine Wahl .. so halte ich nun zukünftig nicht mehr nur eingefroren an der nächsten Tanke, sondern auch noch nass ..

Alles eine Frage der inneren Einstellung denke ich .. wenn ich etwas nicht ändern kann, lohnt es auch nicht sich darüber aufzuregen. Egal wie beschissen die Situation ist. Der Regen ist nur leicht und mit genügend Abstand zu den Vorausfahrenden bekomme ich nur wenig von der Gischt ab und die Kilometer schmelzen auch bei Tempo 80 -100 allmählich dahin. Schneller fahre ich nicht .. ich möchte nicht unter dem nächsten Laster landen .. Da ich über Bluetooth mit meinem Handy verbunden bin schmeiße ich mir den Mediaplayer an und habe zumindest Musike im Ohr, die wenigstens im Kopf für gutes Wetter sorgt.

Um 08:30 bin ich losgefahren und um 17:30 stehe ich dann endlich wieder vor meiner Haustür. Ich lasse die Maschine noch ein wenig im Leerlauf gluckern und klopfe Ihr freundschaftlich und dankbar auf den Tank .. Mit all den Auftaupausen habe ich also 9 Std. gebraucht. Aber wen interessiert die Zeit, viel wichtiger ist, dass ich unverletzt und in einem Stück bin .. Es gab Situationen in denen ich wirklich Puls hatte, wenn mich LKWs sehr dicht überholt haben oder PKWs zu dicht vor mir einscherten oder ich auf einen schmierigen Streifen kam und das Bike anfing leicht zu tänzeln .. ich hab dann nur versuche ruhig zu bleiben, Gas wegnehmen, rollen lassen und wieder sanft und mit viel Gefühl den halbwegs trockenen Streifen auf der Straße gesucht.

Was soll ich sagen? Schönreden lässt sich das nicht .. die Rückfahrt war nun wirklich ... wie sag ich das? .. Furcht- bzw. Respekteinflößend, beschi...n, überflüßig, unnötig, wenig unterhaltsam .. aber .. ich habe mich so gut es ging darauf vorbereitet, mehr ging nicht .. mein Selbstbewusstsein ist gewachsen, ich habe Erfahrungen gesammelt, etwas erlebt, wovon ich doch auch erzählen kann. So schlecht ist das nicht, das wird eine gute Geschichte. Ich fühle mich gut auf meiner dicken Harley und ich liebe diese Maschine .. die Meißten, die ein Auto fahren, werden darüber nicht mehr nachdenken, es ist einfach selbstverständlich für Sie .. aber für mich nicht .. noch nicht .. ob bei 40°C Sommerhitze oder bei diesem ekligen Dreckwetter .. Meine Sportster tut genau das wofür Sie gebaut wurde .. und das tut Sie absolut zuverlässig, wie ein Schweizer Uhrwerk .. nur eben aus Milwaukee USA. Sie brummt und brummt, als gäbs kein Morgen und es war ein verdammt gutes und beruhigendes Gefühl, die gleichmäßigen Vibrationen von dem 2-Zylinder Motor zu spüren .. Denn Eins ist mal völlig klar, wenn man schon in Schwierigkeiten ist, tut es gut zu wissen einen Freund bei sich haben der Einen nicht im Stich lässt .. selbst wenn es "ein Ding" ist. Eine wundervolle Maschine.

Nächstes Jahr, werde ich ganz sicher wieder eine Tour machen .. dann kann ich die Erfahrungen verwenden und es besser machen. Ich freu mich schon jetzt darauf. Wenn ich Sowas wie heute packe .. dann gehen noch ganz andere Abenteuer.




Donnerstag, 16. April 2015

Es ist zum in die Luft gehen ..

2014, irgendein Tag im Juni .. Mein Fallschirm ist angelegt, ich bin angeschnallt, meine Instrumente sind justiert, der Luftraum vor mir ist frei und weiße Cumulus Wolken bedecken den azurblauen Himmel wie riesige Luftschlösser ... perfektes Flugwetter. Ich bin startbereit, es kann losgehen.

Ich sitze in einer LS-4, ein Segelflugzeug aus deutscher Produktion von der Firma Rolladen Schneider .. ein Hochleistungseinsitzer, Baujahr irgendwas in den Achtzigern, Flügelspannweite 15m, Abfluggewicht mit mir zusammen, ca. 340kg. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 280km/h werde ich eher nicht ausreizen und die meißte Zeit entspannt zwischen 80 und 110 dahingleiten.

Mein Vorflugcheck ist jetzt abgeschlossen, nur noch ein kurzer Blick auf den Windsack am Startbus, der mir heute ziemliche Seitenwind anzeigt, aber das ist kein Problem und ich schließe die Haube .. quasi im selben Augenblick beginnt innerhalb von Sekunden die Temperatur unter dieser Käseglocke erbarmungslos zu steigen. Mein Segelfliegerhut, der mich vor einem Sonnenstich bewahrt ist bereits klatschnass und meine Sonnenbrille beginnt zu beschlagen.

Von alleine kommt mein antriebsloser Vogel aber nicht in die Luft .. oft werden Schleppflugzeuge eingesetzt, bei uns am Platz übernimmt diesen Job aber eine Startwinde, das ist deutlich preiswerter und sorgt dafür, dass ich mir dieses Hobby überhaupt leisten kann.

Ein Clubkamerad klinkt jetzt erst das Windenseil in die Schleppkupplung, direkt unter meinen Füßen an mein Flugzeug ein und geht anschließend an das Ende meiner rechten Tragfläche. Mein Zeichen "Daumen hoch" signalisiert Ihm, dass ich abflugbereit bin.

Er schaut noch kurz nach hinten, um sich zu vergewissern, dass in diesem Augenblick nicht gerade ein Flugzeug landet, dann hebt er die Tragfläche an, die eben noch im Gras lag und gibt mein Signal an den Startleiter weiter, der auch sogleich zum Telefon greift, um mit dem Windenfahrer am anderen Ende der Leitung den Start einzuleiten. Alleine geht beim Segelfliegen nichts .. man würde nicht in die Luft kommen.

Ich schaue irgendwo an das Ende des Platzes, wo in ca. 1200m Entfernung die Startwinde stehen muss. Mit etwas Mühe kann ich Sie als kleinen bunten Punkt erkennen. Im Grunde ein alter umgebauter LKW mit einer großen Seilwinde auf der Ladefläche.

Während ich schwitze, teilt der Startleiter dem Windenfahrer am Telefon mit, was er dort am Seil zu hängen hat und dass ich startklar bin ... der Ablauf ist genau festgelegt und jeder hält sich daran, denn Unfälle will hier keiner. Vorher festgelegte Startkomandos werden gewechselt und nach ein paar endlosen Sekunden, sehe ich in der Ferne ein kleines Rundumlicht aufblitzen, der Windenfahrer hat den Motor gestartet. Kurz danach beginnt sich wie von Geisterhand das dünne Stahlseil, welches eben noch in etlichen Schleifen vor mir lag, langsam zu bewegen, kurz darauf ist es straff, ein kurzer Ruck und meine LS4 rollt. Mein Wingman läuft ein, zwei Schritte mit, wir rumpeln noch ein paar Meter über die Grasnarbe, Die Beschleunigung drückt mich in die Gurte und nach 3-4sek sind 340kg in der Luft. Mein Fahrtmesser zeigt 110 km/h

Was jetzt folgt, hat man während der Ausbildung und im Laufe der Jahre unzählige Male trainiert .. immer und immer wieder wiederholt, bei den unterschiedlichsten Windbedingungen und Wetterlagen ... jeder Segelflieger muss diesen Startvorgang im Schlaf beherrschen. In kritischen Situationen muss man instinktiv handeln, zum nachdenken, bleibt in der jetzt folgenden Startphase keine Zeit.

Der große V8 Motor in der Startwinde läuft auf Hochtouren und beginnt das über 1km lange und nur ~5mm dünne Stahlseil kontinuierlich auf eine große Trommel aufzuspulen. Im Grunde läuft das so ähnlich ab, wie ein Kind, das mit einem Drachen über eine Wiese rennt ... meine LS-4 wird gezogen, beginnt folgsam in den Steigflug überzugehen und gewinnt schnell an Höhe .. alle Sinne sind hellwach, von dem lautlosen dahingleiten ist in diesem Augenblick auch noch nicht viel zu spüren und der Wind pfeift ordentlich, was mir aber nur Recht sein kann, da ich durch die Lüftung Frischluft unter meine Käseglocke bekomme und das Klima unter meiner Plexiglashaube sofort erträglich wird.

Ich achte darauf nicht zu früh in eine zu steile Steiglage zu kommen .. denn in dem Fall, dass das Seil reisst, was durchaus möglich ist und worauf man jede Sekunde vorbereitet sein muss, könnte eine schwierige Situation entstehen .. aber nachdem mir mein Höhenmesser so 80-100m anzeigt, ziehe ich gefühlvoll am Höhenruder, um besser zu steigen und so eine größere Ausklinkhöhe zu erreichen. Gleichzeitig schaue ich nach Links und Rechts, um meine Fluglage zu überprüfen und auch auf den Fahrtmesser, der eine festgelegte Geschwindigkeit nicht überschreiten bzw. auch nicht unterschreiten darf, tut er es doch bestünde einerseits die Gefahr eines Seilrisses oder werde ich zu langsam könnte durch die fehlende Luftströmung, das Segelflugzeug in eine unkontrollierbare Fluglage geraten ... in dieser geringen Höhe nutzt dann auch mein Fallschirm nichts.

Es hört sich viel an, auf was man achten muss und das ist es wohl auch aber dennoch ist diese Startart überall auf der Welt, seit Jahrzehnten bewährt und extrem sicher. Bei uns wird jedes Jahr mehrere tausendmal so gestartet und bis auf wenige folgenlose Seilrisse, hat es bislang keine Vorfälle gegeben.

Über Funk höre ich die Durchsage "nach Links vorhalten" .. heute haben wir ziemlichen Seitenwind, der mich nach Rechts versetzt hat und ich habe es zu spät bemerkt .. das könnte später beim einholen des Seils womöglich zu Komplikationen an der Winde führen, also korrigiere ich mit dem Seiten- und Querruder die Fluglage, um dem Wunsch des Flugleiters zu entsprechen. Mein Segelflugzeug folgt brav den Ruderausschlägen und alles ist wieder so wie es sein soll .. 200m, 250m, 300m .. das Steigen lässt nun allmählich nach und die Fluglage wird flacher. Während des gesamten Startvorgangs ist der größte Teil des Stahlseils aufgespult worden aber dennoch hat es heute für eine Höhe von 400m gereicht ... ich habe das Höhenruder nachgelassen, spüre deutlich das der Zug vom Windenseil nachlässt und ziehe an der Vorrichtung zum Seil ausklinken .. es rutscht aus der Kupplung und fällt, gebremst von einem kleinen Fallschirm zu Boden .. alles ist glatt gegangen. Ich bin frei.

Mit einem Ruck am Fahrwerkshebel verschwindet mein Einziehfahrwerk im Radkasten, die Fahrwerksklappen schnappen zu und sofort wird es im Cockpit deutlich ruhiger, mein schlankes Segelflugzeug hat nun quasi keine Ecken und Kanten mehr, keine Spalten, praktisch nichts was Geräusche verursachen könnte, Die Oberfläche ist so glatt, dass der Blick darauf ausrutschen würde und bei Tempo 90 hört man kaum etwas, nur das leise rauschen des Windes. Meine LS-4 schmiegt sich in die Luftströmung und gleitet wie auf Watte getragen in einem Element was wir nicht anfassen können. Ab jetzt übernimmt die Schwerkraft, die mich zu Boden ziehen will ... aber ich werde versuchen Sie daran zu hindern. Etwas Glück gehört immer dazu und es ist beinahe wie ein Duell, welches am Ende zwar immer die Schwerkraft gewinnt, aber es hängt von mir, von meinem Geschick und natürlich vom Wetter ab, wie lange ich den Sieg der Schwerkraft hinauszögern kann. Ich muss Aufwinde finden, die mich mit nach oben nehmen. Aufwinde, die man dummerweise nicht sehen kann. Aber ich habe Hilfe dabei.

Cumulus Wolken, große weiße Quellwolken sind meine Verbündeten. Unter Ihnen steigt warme, feuchte Luft auf, Sie kühlt sich auf dem Weg nach oben ab, bis Sie nicht weiter aufsteigt und die Feuchtigkeit kondensiert .. eine Wolke entsteht. Das heißt, so hoch wie meine Wolken fliegen, kann ich auch kommen .. aber ist der Himmel blau, wird es schwieriger .. wieder brauche ich etwas Glück, man fühlt es im Hintern, wenn das Flugzeug angehoben wird, bevor es meine Instrumente anzeigen. Ich beobachte den Boden, dunkle Flächen ziehen Wärme an, Helle strahlen Sie ab .. ich halte Ausschau nach Vögeln, denn Sie wissen ganz sicher wo es hochgeht und Sie fliegen, weil es Ihnen Freude macht, da bin ich mir ganz sicher. Sie genießen es .. so wie ich ... schon spüre ich wie ich angehoben werden und auch mein Variometer beginnt zu zwitschern, was bedeutet .. hier geht es aufwärts .. ich kreise ein und das Spiel beginnt. Segelfliegen kann süchtig machen.