Donnerstag, 21. Mai 2009

Rückschläge

. . . Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat . . . beim steten Bemühen den Körper fit zu halten vergeht die Zeit. Stetig wechseln sich Trainingstage im Sportstudio und Lauftage ab und ich fühle mich eingespannt in dieser Tretmühle dennoch wohl. Sorgt Sie doch auch dafür, dass ich normale Beschwerden, wie Sie meine lieben Mitmenschen öfter mal bekommen, locker abschüttel und irgendwelche Erkrankungen bei mir überhaupt keine Chance haben . . . ich weiß sehr wohl, dass meine Aktivitäen meine Immunsystem beanspruchen und ich bemühe mich nach Kräften es aktiv zu unterstützen . . . ich versuche wo es nur geht, stressarm zu leben . . . keine negativen Einflüsse an mich heranzulassen, ich versuche ausreichend Schlaf zu bekommen, um die Regeneration zu fördern und ich bemühe mich so gut es geht mich gesund, vitaminreich und fettarm mit gesunden Kohlenhydraten zu ernähren . . . .  leider lebe ich aber nicht in einer Märchenwelt, die mir all die Möglichkeiten gibt so ausbalanciert zu leben. Natürlich bin auch ich Einflüssen ausgesetzt, die meinen sorgfältig, ausbalancierten und doch empfindlichen Lebensstil aus dem Gleichgewicht bringt. Das beginnt natürlich mit meiner Arbeit . . . nicht jeder Tag ist gleich und sowohl Arbeitsvolumen und der Schwierigkeitsgrad meiner Arbeit ist sehr starken Schwankungen unterlegen. Es gibt eben beschwingte Tage aber auch Tage an denem einen die Hölle wie ein Luftkurort vorkommt. Tage an denen nichts klappt, an denen man mehr neue Arbeit auf den Tisch bekommt, als man wegschaffen kann, Tage an denen man einfach nichts auf die Reihe bekommt . . . . wäre es das alleine, wäre es nur ein stressiger Arbeitstag, dann könnte ich diesen "Stress" womöglich noch kompensieren aber hin und wieder schleichen sich auch noch  zusätzliche spannungsgeladene Situationen in eine junge Beziehung ein, meißt an den (Murphy lässt grüßen) stressbeladenen Arbeitstagen, die eigentlich garnicht sein dürften . . . schwierige Situationen, die viel zu viele Fragen aufwerfen auf die man keine zufriedenstellenden Antworten hat . . . Aufgeben ist keine Option, die Suche nach dem richtigen Weg, die Arbeit an sich selber und seinen Einstellungen und Sichtweisen eine Pflicht . . . spätestens jetzt bin ich mit meiner mentalen Belastung im roten Bereich und als ob das nicht genug wäre, erinnert mich mein Gewissen auch noch an die anderen Probleme, die ich seit Monaten mit mir herumschleppe. Geldprobleme, Geldprobleme und die Geldprobleme . . .  an dieser Stelle liegen nun meine Nerven blank, meine Contenance ist tot und mein Immunsystem beschließt auch in den Urlaub zu gehen . . . ich könnte den Zustand als "gefasste Verzweiflung" beschreiben und es gibt nichts was ich noch dagegen tun könnte. Wenn ich mich denn aber auch schlecht fühle, dann soll doch bitteschön nichts fehlen . . . das muß sich wohl das Schicksal gedacht haben, als es beschloß, dass ich mich nun auch noch bei meinem Sohn mit einer ordentlichen Erkältung anstecken könnte und weil das Alleine nicht immer wirklich gereicht hat, um mich an den Boden zu nageln, bekomme ich unvermittelt völlig bescheuerte Zahnschmerzen . . . der Zahnarzt diagnostiziert, entzündete und freiliegende Zahnhälse an meinen Weisheitszähnen und meint, das legt sich meißt nach 2-3 Monaten wieder von alleine und in der Zwischenzeit, müsse ich eben vorsichtig sein. . . . es ist zum aus der Haut fahren . . . 

die Krankheit zwingt mich dazu tatsächlich einen Tag auf mein Training zu verzichten . . . mehr geht aber wirklich nicht . . . ich will nicht . . . ein paar Tage Regeneration gönne ich meinen Körper aber nach 4 Tagen Pause, ist meine Erkältung schon so gut wie abgeklungen und gegen meine Zahnschmerzen werfe zwei Dolomo Schmerztabletten ein und gehe wieder ins Studio.  Es funktioniert . . .  

es ist nicht der Sport, der mich kaputt macht . . . es sind widrige Lebensumstände und von denen lasse ich mir nichts vorschreiben . . . jedenfalls nicht, wann ich ins Studio gehe und wann nicht.

Womöglich hält mich der Eine oder Andere für bekloppt und glaubt nun ich würde leichtfertig meine Gesundheit aufs Spiel setzen aber ich renne nicht jahrelang durch die Straßen von Berlin und stemme Eisen in einer Muckibude, um dann wieder das Leben eines Normalos zu führen nur weil Krankheit, Geldsorgen oder Beziehungsprobleme meinen Alltag belasten . . . ich lebe nur einmal und habe nicht vor in diesem Leben wie ein Teelicht vor mich hinzuglimmen . . . etwas heller zu brennen gefällt mir einfach besser .  .  .

die Zahnschmerzen sind immer noch nicht weg . . . aber der Regen hat aufgehört . . . da kann ich doch gleich wieder laufen gehen   :-)

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