Der graue Novembertag könnte einem Roman entsprungen sein. Noch trostloser, noch nasskälter, noch nebliger und noch grauer konnte ein Tag wohl kaum sein. Nichtmal richtig hell wollte es an diesem Tag werden und dennoch. Bei genauerer Betrachtung, war alles eine perfekte und wunderschöne Komposition. Eine Komposition aus dem trüben Grau und den immer noch leuchtenden Farben der letzten Blätter, die sich zitternd an dürre Äste klammerten . . .
Es ist früher Nachmittag als ich Sonntag am 08. November auf dem ehemaligen und ziemlich einsamen Mauerweg jogge. Die Sonne versteckt sich hinter dicken Wolken, die den ganzen Himmel, wie eine graue Pferdedecke überziehen. Das Laub der Sträucher und Bäume hat sich wie ein Teppich über den rissigen Asphalt gelegt und dämpft meine Schritte. Die goldgelben kleinen Blätter der Birken, das braune Laub der Buchen oder leuchtend rotes Eichenlaub liegt wie ein wunderschönes Pottbourrie aus dem Füllhorn der Farben, kunterbunt arrangiert zu meinen Füßen und haucht diesem Tag eine melancholische Stimmung ein.
Ich genieße es diesen schmalen Weg entlang zu traben . . . über viele Kilometer zieht er sich teilweise schnur gerade rund um Berlin. Auf der östlichen Seite des Weges liegen jetzt meißtens große Felder und Scharen von Krähen verteilen sich zwischen den Strünken vom abgeernteten Mais. Nichts erinnert mehr daran, dass hier vor 20 Jahren diese Stadt zuende war. Wenn man nicht vereinzelt durch Wegweiser darauf hingewiesen werde würde, dann würde man es nicht merken, das hier eine Mauer das Land geteilt hat. In Gedanken versunken, den Blick ein paar Meter vor mir auf den Boden gerichtet, laufe ich vor mich hin. Meine Beine finden Ihren Rythmus ganz alleine, ohne das ich daran einen Gedanken verschwenden muss und ein Blick auf meine Pulsuhr zeigt, dass Sie es richtig machen. Laufen ist Balsam für den Körper und die Seele.
. . . . in der Ferne taucht am Rand des Weges ein leuchtender Pfosten auf und als ich näher komme sehe ich einen Kranz an Ihm liegen, ein rotes Gedenklicht und ein Strauß frischer Blumen. Vor ein paar Wochen, war hier noch nichts . . . An dem Pfosten ein Bild von einem jungen Mann. Es ist ein kleines Mahnmal, ein Gedenken an einen Menschne, der hier bei dem Versuch den Todesstreifen zu überwinden, sein Leben lassen mußte. Eine Erinnerung daran, dass dort drüben ein Überwachungsstaat und eine Diktatur existierte, wovor die Menschen fliehen wollten. Selbst heute ist es für mich immer noch so unvorstellbar, dass diese Grenze und das politische System, was Sie errichten ließ, für den Tod sovieler Menschen verantwortlich war. Unbegreiflich auch, dass so viele Menschen von drüben, in Anbetracht der Toten, so verklärend über Ihre DDR denken können.
Ich bin 1964 in Westberlin geboren, da stand die Mauer schon. Als Schuljunge habe ich oft die Sommerferien am Stadtrand bei meiner Tante Gisela und Onkel Rudi verbracht, direkt an der Mauer. Wir haben in den Feldern gespielt und haben versucht Frösche in den Tümpeln zu fangen und hin und wieder haben wir Steine über die Mauer geworfen, oder diese mit Kreide bemalt, einfach nur so . . . auf der anderen Seite der Mauer, die gut 4m hoch war, haben keine Kinder gespielt . . . dort war Todesstreifen, 20 meter breiter fein geharkter Sand, Stalinrasen, Selbstschussanlagen, LKW Sperren, Wachtürme, Gräben und bewaffnete Grenzsoldaten mit Wachhunden.
Jetzt gibt es Sie nicht mehr, und jeder kann wieder in jede Richtung gehen. Die Menschen sind verschieden, Ossi, Wessi . . . es wird noch lange dauern, bis auch die Mauer in den Köpfen eingerissen ist, wohl auch bei mir . . . aber das die Mauer weg ist, die dieses Land getrennt hat, das politische System was Sie einst errichten ließ auch, das ist gut so. Keine Frage.
Nach 12km stehe ich wieder vor deiner Tür. In der Kälte ist mein Atem gut zu sehen und auch sonst dampfe ich wie ein Ross vor mich hin. Das heiße Wasser unter der Dusche dampft auch und entspannt genieße ich diesen Augenblick. Es wurde ein überraschend schöner Lauf auch wenn ich schon lange nicht mehr so schnell wie vor gut 2 Jahren bin, dafür laufe ich nicht oft genug, aber darauf kommt es mir auch nicht mehr an. Ich schaue an mir herab . . . der Muckibude und meinem Fleiß sei Dank, habe ich seit damals jetzt 12kg mehr auf den Rippen . . . und das ist auch gut so.
Es ist früher Nachmittag als ich Sonntag am 08. November auf dem ehemaligen und ziemlich einsamen Mauerweg jogge. Die Sonne versteckt sich hinter dicken Wolken, die den ganzen Himmel, wie eine graue Pferdedecke überziehen. Das Laub der Sträucher und Bäume hat sich wie ein Teppich über den rissigen Asphalt gelegt und dämpft meine Schritte. Die goldgelben kleinen Blätter der Birken, das braune Laub der Buchen oder leuchtend rotes Eichenlaub liegt wie ein wunderschönes Pottbourrie aus dem Füllhorn der Farben, kunterbunt arrangiert zu meinen Füßen und haucht diesem Tag eine melancholische Stimmung ein.
Ich genieße es diesen schmalen Weg entlang zu traben . . . über viele Kilometer zieht er sich teilweise schnur gerade rund um Berlin. Auf der östlichen Seite des Weges liegen jetzt meißtens große Felder und Scharen von Krähen verteilen sich zwischen den Strünken vom abgeernteten Mais. Nichts erinnert mehr daran, dass hier vor 20 Jahren diese Stadt zuende war. Wenn man nicht vereinzelt durch Wegweiser darauf hingewiesen werde würde, dann würde man es nicht merken, das hier eine Mauer das Land geteilt hat. In Gedanken versunken, den Blick ein paar Meter vor mir auf den Boden gerichtet, laufe ich vor mich hin. Meine Beine finden Ihren Rythmus ganz alleine, ohne das ich daran einen Gedanken verschwenden muss und ein Blick auf meine Pulsuhr zeigt, dass Sie es richtig machen. Laufen ist Balsam für den Körper und die Seele.Ich bin 1964 in Westberlin geboren, da stand die Mauer schon. Als Schuljunge habe ich oft die Sommerferien am Stadtrand bei meiner Tante Gisela und Onkel Rudi verbracht, direkt an der Mauer. Wir haben in den Feldern gespielt und haben versucht Frösche in den Tümpeln zu fangen und hin und wieder haben wir Steine über die Mauer geworfen, oder diese mit Kreide bemalt, einfach nur so . . . auf der anderen Seite der Mauer, die gut 4m hoch war, haben keine Kinder gespielt . . . dort war Todesstreifen, 20 meter breiter fein geharkter Sand, Stalinrasen, Selbstschussanlagen, LKW Sperren, Wachtürme, Gräben und bewaffnete Grenzsoldaten mit Wachhunden.
Jetzt gibt es Sie nicht mehr, und jeder kann wieder in jede Richtung gehen. Die Menschen sind verschieden, Ossi, Wessi . . . es wird noch lange dauern, bis auch die Mauer in den Köpfen eingerissen ist, wohl auch bei mir . . . aber das die Mauer weg ist, die dieses Land getrennt hat, das politische System was Sie einst errichten ließ auch, das ist gut so. Keine Frage.
Nach 12km stehe ich wieder vor deiner Tür. In der Kälte ist mein Atem gut zu sehen und auch sonst dampfe ich wie ein Ross vor mich hin. Das heiße Wasser unter der Dusche dampft auch und entspannt genieße ich diesen Augenblick. Es wurde ein überraschend schöner Lauf auch wenn ich schon lange nicht mehr so schnell wie vor gut 2 Jahren bin, dafür laufe ich nicht oft genug, aber darauf kommt es mir auch nicht mehr an. Ich schaue an mir herab . . . der Muckibude und meinem Fleiß sei Dank, habe ich seit damals jetzt 12kg mehr auf den Rippen . . . und das ist auch gut so.