Mittwoch, 4. November 2009

der kleine Unterschied

Auf dem Tisch stehen Kerzen, frische, knusprige Brötchen imBackofen verströmen diese den herrlichen Duft einer Bäckerei, oft findet sich auch ein Croissant und ein Laugengebäck auf dem Tisch oder eine Tasse heißer Kaffee. Kirsch und Himbeermarmelade stehen aufgereiht neben dem Honig und Nutella, verschiedene Sorten Aufschnitt, eine leckere Cabanossi, etwas Käse, eine (gewaschene Tomate), frische Milch und Kakao, auf dem Frühstücksbrettchen ein Eierbecher mit einem weichgekochten Ei . . . aus dem Wohnzimmer quillt sanfte Musik in die Küche . . . Nein es ist nicht Sonntag . . . es ist einfach ein ganz normaler Morgen, 06:30 und vor Dir sitzt ein frisch rasierter und gepflegter Mann, lächelt Dich an und fragt Dich, während Er Dir ein heißes Brötchen aufschneidet ob Dir noch etwas fehlt . . . du lächelst liebevoll zurück wir genießen die wenigen gemeinsamen Minuten bevor uns der öffentliche Nahverkehr und der Arbeitsalltag aus unserem kleinen Glück reißt . . . ein paar Meter zur U-Bahn und dann 2 Stationen mit dem Bus . . . schon kanns losgehen


CUT . . . Szenenwechsel . . .


Es ist 05:45 als Eros Ramazottis seinen Song L' Aurora aus meinem Handy anstimmt. Ein netter Wecker. Wie Nebelschwaden lösen sich die letzten wirren Träume auf, verschwinden im Nichts und es ist an der Zeit aufzustehen. Eine Hand tastet nach mir, leider ohne Absichten, Sie stellt lediglich fest, dass ich wohl in der letzten Nacht wieder geschwitzt habe. Der Morgen ist genauso Dunkel wie die Wohnung und mit nackten Füße tappe ich auf eiskaltem Boden, noch halbblind ins Bad. Aus meinem Handy quakt leise etwas Musik, wie gut, dass es Internet Radio gibt. Ich wasche mir die Haare und finde tatsächlich ein einzelnes Handtuch. Aus der Zahnpastatube gelingt es mir nur mit äußerster Kraftanstrengung einen letzten, erbsengroßen Rest herauszuquetschen. Irgendwo soll ja eine Neue sein, erinnere ich mich . . . ein flüchtiger Blick in den Drehschrank. Fehlanzeige . . .

Mein Weg führt mich wieder zurück ins Schlafzimmer, zu Dir ans Bett, mit dem Gedanken im Kopf, dir beim ausziehen vom Nachthemd zu helfen und dann mit meinen warmen Händen deine großen *piep* zu *pieeep* . . . . Mmh? . . . Du klingst erkältet, dann wohl doch keine guter Moment, um zu kuscheln oder Fieber zu messen . . . Ich mache das Bett und tapse in die Küche. Sie ist kalt und leer. Gähenende Leere im Brotkorb und das fahle Licht der Dunstabzugshaube beleuchtet schwach die ebenfalls leere Arbeitsplatte. Ich schaue im Froster nach und nehme ein tiefgefrorenes Roggenbrot heraus, was eindeutig Ähnlichkeit mit einem Ziegelstein hat. Mühsam breche ich ein paar Scheiben ab und stopfe Sie in den Toaster, der daraufhin ein wenig Wärme verströmt. Im Kühlschrank entdecke ich neben abgelaufenem Quark, den man aber noch essen kann, etwas Wurst, reichlich Käse und 2 frische Brotscheiben, die ich vorsorglich mitgebracht hatte, um auf der Arbeit etwas zu essen zu haben. Ich packe noch eine reichlich braune Banane dazu und den Rest Tomatensalat von gestern abend. Bis zum Mittag wird das wohl grad so reichen denke ich, als ich alles in meiner Sporttasche verstaue.

Als das Roggenbrot dampfend aus dem Toaster springt, verteile ich die Himbeermarmelade darauf, die ich auch vor ein paar Tagen mitgebracht hatte. Ein wenig appetitlos mümmel ich auf dem Brot herum aber der Zucker in der Marmelade und der Kakao, den ich mir in einem kleinen Topf warm gemacht habe, damit es mich aufhört zu frösteln, wird hoffentlich die Denkfabrik auf meinen Schultern in Schwung bringen.

Du kommst in die Küche, schneidest dir 2 Scheiben Marmorkuchen ab, setzt Dich damit beinahe wortlos ins Wohnzimmer und beginnst damit den Kuchen in deinen kalten Kakao einzutauchen. Ich setze mich dazu . . . im Fernsehen sieht man wie ein Tierpfleger einen Pinguin füttert, dann Nachrichten, eine 16-jährige ist von einem Güterzug überfahren worden, Tot . . . auf Nick läuft Spongebob . . . für wenige Minuten verfliegen die traurigen Gedanken von dem toten Teenager, dieser Schwamm mit seinem verblödeten Seestern und diesem Tentakelviech schaffen es mich zum lachen zu bringen . . . aber nur kurz, ich will Dich damit ja nicht stressen . . . und schalte wieder um. Noch ein paar Minuten Musik aus VIVA und MTV . . . dann geht es ab in die Kälte des grauen Novembermorgens . . . frieren an der Bushaltestelle, frieren am Bahnhof während wir auf den überfüllten Regiozug warten, frieren am Hauptbahnhof bis der Schlenkibus kommt, der mich glücklicherweise vor meiner Firma abkippt . . .


2 Morgen in Berlin . . . einmal in Berlin Lichterfelde und einmal in Berlin Wilmersdorf . . .

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