Montag, 22. Februar 2010

Chancenlos

Die technische Ausstattung der Berliner Ordnungsmacht ist beeindruckend. Gestandene Biker bekommen vor Erfurcht Tränen in den Augen und Kriminelle erkennen bei dem einschüchterndem Anblick, dieser PS strotzenden Kampfmaschine Ihre Chancenlosigkeit. Keine Frage, wer hier eine Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagd gewinnen würde. Dem reuigen Verbrecher bleibt nur die freiwillige Aufgabe . . . . ich frage mich nur wo der Ordnunshüter sein Blaulicht hat ? ? ? . . . aber vielleicht trägt er das ja auf dem Helm

Auch das ist Berlin. Aufgenommen Montag Morgen vor dem U-Bahnhof Turmstraße in Berlin- Moabit ;-)

Montag, 8. Februar 2010

Ein starker Auftritt

Mein lieber Herr Junior überragt mich, mit seinen fast 17 Lenzen, nun schon locker um 2cm und er trägt mittlerweile Schuhgröße 45-46. Da bin ich mit meiner Schuhgröße 43 doch sehr bescheiden. So kommt es aber, dass ich nun schon den 2.ten Winter in abgelegten Nike Air Turnschuhen von Ihm herumlaufen kann, weil Sie Ihm lange zu klein waren. Die guten "Neikies" waren von Ihm kaum getragen und wurden schnell zu klein aber für mich waren Sie optimal. Da ich nun leider auch nicht so wirklich in der Lage war, mir ein paar ordentliche Winterstiefel zu kaufen, war ich jedenfalls sehr dankbar für diese Ableger und habe Sie einfach getragen. Normalerweise tragen ja oft jüngere Geschwister, die Sachen der Älteren auf, aber warum soll ein Vater auch nicht mal, die Sachen von seinem Sohn tragen? . . . wenn Sie doch passen.

Nun, soweit so gut . . . Dummerweise, hat aber dieser Winter, der uns nun schon seit vielen Wochen in seinen verschneiten und eisigen bzw. in seinen matschigen Klauen gefangen hält, mir doch sehr schnell die Grenzen meiner "Turnschuhe" aufgezeigt. Mit der rutschigen Sohle und dem ungefütterten Material konnte ich mich nur noch entscheiden, mich entweder auf die Schnauze zu packen, weil es superglatt war oder mit nassen, halberfrorenen Füßen rumzulatschen, weil so ein Gummischuh natürlich NICHT gefüttert ist.

Die Not war groß und die Verzweifelung noch größer. Es musste ein bezahlbarer Winterschuh her, die meine von Unterhaltszahlungen, geknechtete Haushaltskasse stemmen konnte. Übliche Schuhgeschäfte oder Outdoorläden rufen Kurse auf, die mir nur die Tränen in die Augen treiben oder die Qualität von Deichmann und Co Schuhen war unter aller Sau und nicht den Karton wert, in dem die Treter steckten . . .

Der Zufall führte mich dann in ein Geschäft, auf das ich wohl zuletzt gekommen wäre . . . was im Nachhinein aber doch so naheliegend, die perfekten Stiefel anbieten kann . . . "Ein Army-Shop ! ! ! !"

Wenn man jetzt annimmt, dass hier nur rechtslastige und braungefärbte Dumpfbacken einkaufen gehen, der irrt. Hinter der Ladentüre öffnet sich ein Paradies für jeden Outdoor und Trekkingfanatiker . . . Naaaaa klar, die Armeen dieser Welt rüsten Ihre "Mitarbeiter" mit technisch hochwertigen und extrem belastbaren Material aus, Marke "unkaputtbar" "Yes Sir ! ! " . . . die Jungs in Tarnoliv marschieren mit Ihren Botten um die ganze Welt, in jeder Region, egal ob es nun heißer Wüstensand ist, Sümpfe, im Takatuka Land oder eben in arktischen Regionen unserer Erde . . . überall sind Sie vertreten.

Dementsprechend findet man in so einem Army-Shop auch RICHTIGE Männerstiefel, für jedes Einsatzgebiet und für jeden Zweck. Leichte Ballerinas und filigran verarbeitete Ziernähte mit Seidenapplikationen in Himbeerrot sucht man hier allerdings vergebens. Stattdessen robustes dickes, schwarzes oder beigefarbenes Leder und hochfestes Hightech Gewebe, wogegen solche Globetrotter Schicki-Micki Materiallien wie Sympatex wie billiges Plastik daherkommen. Metallösen und Schnürsenkel aus denen man zur Not auch noch eine Hängebrücke flechten könnte. Die mehre zentimeterdicke Gummisohle wehrt sicher Geschosse und hungrige Krokodile ab und dient gleichzeitig als Wärmeisolierung. Den Unterschied, ob man über gefrorenes Eis oder gerade so erstarrte, noch dampfende Lava stapft, wird man mit diesen Stiefeln wohl nicht fühlen. Wasserdichte, vollklimatisierte, Waldbrandtreter für den ambitionierten Weltenbummler und das alles für einen Preis, dass man auf den Gedanken kommen könnte, der Ladenbesitzer möchte einen verars...n.

Etwas fassunglos stehe ich da, suche noch nach dem Haken . . . aber nach einem Augenblick geht mir ein Licht auf . . Na klar . . . die Anzahl der Nato Soldaten und die somit garantierte Abnahmemenge machen es eben möglich. Niemand kann es sich leisten, das die Jungs über Ihre Kampfstiefel stolpern und beispielsweise alleine 245.000 Bundeswehrsoldaten machen sich im Preis bemerkbar. Genial . . .

Seit etlichen Wochen, trage ich nun meine Boots . . . jeden Tag und ich glaube sogar, Sie wissen wozu Sie geschaffen wurden und übernehmen voller Stolz und Ehrgeiz Ihren Job. Beinahe liebevoll, schmiegen sich meine extrem coolen und dunkelschwarzen Kampfstiefel an meinen Fuß und meinen Knöchel. Sie schützen mich vor diesem Superdreckwetter und bringen mich sicher durch diesen extrem gefährlichen und von Schneebergen und Eisbrocken übersäten Großstadtdschungel.

Ich rutsche nicht, ich stürze nicht, ich friere nicht . . . und das Allerwichtigste . . . zumindest für meine Freundin . . . meine Füße stinken auch nicht . . . Aaaaaaaaaah :-)

(vielleicht sollte ich die Stiefel einfach mal noch länger anlassen) 8-D


Montag, 18. Januar 2010

Was bin ich?

. . . Nein, nicht frei nach Robert Lempke "welches Schweinderl hättens denn gern?" . . . es muß wohl heißen "Wer bin ich . . . Für Dich?"
Kaum, dass ich mein Sportstudio verlassen habe, geht mein Griff zum Telefon . . . auf meinem Android Smartphone gleich in der Mitte, ganz groß, lächelt mich ein Foto von Dir an, ich tippe drauf und mein Handy wählt deine Nummer, ich möchte Dir nur sagen, dass ich fertig bin und auf dem Weg nach Hause, dass ich mich auf Dich freue . . . . jedesmal tue ich das . . . nicht aus Gewohnheit, nicht aus Pflichtgefühl und nicht weil Du es willst . . . es ist ein Bedürfnis
Es ist Samstag morgen um halbelf und ich stehe in der Aula von der Schule, in der ich vor 30 Jahren meinen Schulabschluß gemacht habe. Heute ist es die Schule meiner Tochter, in die Sie nach dem Abbruch des Gymnasiums vor ein paar Wochen gewechselt hat und es ist "Tag der offenen Tür". Mit Infoständen, Musik und verschiedenen Ausstellungen wirbt die Schule um zukünftige Schüler. Ich laufe tatsächlich meiner ehemaligen Mathelehrerin Frau Kolodzyi über den Weg, die jetzt Schulleiterin geworden ist und Sie erinnert sich tatsächlich an mich und spricht mich mit meinem Vornamen an. Ich erkenne Sie, aber ein Dejaveu bleibt dennoch aus, nichts will mir so wirklich einfallen, es ist einfach zu lange her. Aber es ist ein netter Moment und wir tauschen ein paar Erinnerungen aus. In der Aula wird mittlerweile gesungen und getanzt und ich stelle mich dazu, um den Darbietungen der jungen Stars zu lauschen. Meine Lisa beginnt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten nun so langsam wohlzufühlen und ich sehe mit Freude, wie Sie mit Ihren Klassenkameradinnen zusammensteht und alle gemeinsam fröhlich rumschnattern. Sie singen, sie tanzen und ich fühle mich erleichtert, weil ich weiß, dass mein Mausepieps hier Ihren Platz gefunden hat, Sie hat Freunde und das ist das Wichtigste. Kaum dass ich die Schule verlassen habe, geht mein Griff zum Telefon, Du fehlst mir und ich möchte Dir davon erzählen, was ich gerade erlebt habe. Ich möchte meine Freude mit Dir teilen . . . auch das ist mir ein Bedürfnis. Deine Kinder sind zu Besuch und ich habe dich letzte Nacht vermisst . . . wieder rufe ich Dich an.
Der Nachmittag wird zur Katastrophe . . . für mich . . . Du gehst mit deinen Kindern ins Kino, einen Film über Vampire anschauen und anschließend heißt es, wollt Ihr nach Steglitz fahren, um für deine Tochter etwas für Ihre Haare zu besorgen . . . die Stunden verrinnen, das Telefon bleibt stumm und ich warte vergeblich auf ein Zeichen, einen Anruf . . . eine Nachricht . . . "Hallo mein Süßer, wir sind jetzt aus dem Kino raus, wo wollen wir uns treffen . . blablabla . . . der Film war toll/doof/spannend/langweilig . . . was immer, Du fehlst mir und ich möchte Dich sehen . . . drücken, küssen, dich in den Arm nehmen, is mir egal was jetz meine Kinder wollen ICH habe Sehnsucht" . . . NICHTS
Ich fahre nach Steglitz, irgendwann, denke ich, werden Sie ja dort auftauchen, dann bin ich schon da . . . ich mache Dir gerne Überraschungen . . . ich drücke mich in den Geschäften rum, Globetrotter, Hugendubel, Media Markt . . . auf den Gehwegen ist es schweineglatt, das nervt, Geld habe ich auch keines . . . aber sicher wirst Du ja gleich anrufen . . . NICHTS . . . nach 2 Stunden fahre ich wieder heim.
Was soll ich davon halten? . . . ich habe es jetzt schon öfter erlebt. Wenn deine Kinder da sind, scheinst Du zu vergessen, wer der wichtigste Mensch in deinem Leben sein möchte . . . oder . . . vergisst Du es garnicht? . . . soetwas, wie den wichtigsten Menschen gibt es garnicht für Dich?
Es ist Dir nicht klar . . . der Eindruck, den Du deinen Kindern von mir und der Bedeutung von mir in deinem Leben gibst, ist für mich unerträglich. Er veranlasst deinen Jüngsten, seine dämlichen Witzchen mit mir zu machen. ER weiß, dass ER der Wichtigste ist und ich nur irgendein Typ bin, mit dem er machen kann, was er will. Er spielt es aus und grinst in sich rein und raus. Mit deinem Verhalten, machst Du mich vor Ihm lächerlich und zum Lappen, zum Deppen, zum Idioten . . . vor einem gerade man 13-jährigen.
Deine anderen Beiden, merken auch nicht, wie wichtig der Mann an der Seite Ihrer Mama ist . . . offensichtlich ist er es ja auch nicht. Sie lernen nicht, welche Bedeutung ein Partner für einen Menschen haben kann . . . wie auch, wenn ich nichtmal 19Cent für einen Anruf wert bin.
Die Mischung aus Verletztheit, Wut und Ärger entläd sich in einem Telefonat am Abend . . . mir zittert die Stimme . . . und ich merke, Du merkst es nicht. Am nächsten Morgen nach einer ziemlich schlaflosen Nacht, ein letzter Versuch . . . um halbneun aus dem Bett, fertig machen, zum Bahnhof fahren, Blumen besorgen, umsteigen und zum besten Bäcker Berlins fahren. Weil der blöde Bus nicht kommt, nehme ich eine Taxe. Dann 20€ ärmer, mit Brötchen und Blumen vor deiner Tür stehen. Die Kinder schauen fern, wir frühstücken, so als würde ich meine Schwester besuchen, anschließend sitze ich gemeinsam mit deinen Kindern vor dem Laptop und gebe geduldig eine Unterrichtsstunde in "wie gehe ich mit einem PC um" . . . es kommen keine Zeichen, keine Worte, keine Berührungen . . . kein Kommentar zu dem gestrigen Vorfall . . . für die Kinder könnte ich auch irgendein Arbeitskollege sein, Du zeigst Ihnen nicht, wer ich bin und was ich Dir bedeute . . . ich bin irgendein Typ der im Leben Ihrer Mutter keine Bedeutung hat. Es ist erniedrigend . . . unbewusst aber demonstrativ schenkst Du deinem Jüngsten unendlich Aufmerksamkeit, der dies mit einem Grinsen in meine Richtung quittiert. Er weiß genau was läuft, spielt das aus und Du merkst es nicht.
Was soll ich sagen?, DU bist eine Frau und weißt nicht was da passiert? . . . ist das jetzt navive Mutterliebe oder Unwissenheit oder was ist es? . . . ich könnte platzen, schreien, auseinanderfliegen . . . mehr kann mir "mein Partner" (?) nicht zeigen, welchen Stellenwert ich in seinem Leben habe. Heute so und morgen ganz anders. DU lässt es an Kontinuität missen, die Du täglich, Woche für Woche, Monat für Monat einforderst . . . und die DU auch erhältst . . MEINE Kinder wissen, was Du mir bedeutest, wie wichtig Du für mich bist, Sie fragen nach Dir, erkundigen sich, Sie verteidigen Dich sogar . . . und deine Kinder? . . . für die bin ich ein Besuch, höchstens ein netter Freund eben . . und für deinen Jüngsten machst Du mich zum Clown über den er sich lustig machen kann, wann immer es Ihm gerade in den Sinn kommt. Du lässt es einfach geschehen, es macht Dir garnichts aus.
Es geht nicht darum dich zu entscheiden . . . zwischen Ihnen und mir . . . das ist doch lächerlich, so denken nur einfachstrukturierte Menschen . . . deine Kinder bleiben immer deine Kinder, keine Frage . . . umso wichtiger wäre es Ihm zu zeigen, mit wem Du dein Leben teilen möchtest, wer Dir fehlt, wenn Du alleine bist, Sie sollen hören von wem und über wen Du sprichst, wenn Du alleine mit Ihnen bist, Sie sollen erkennen für welchen Mann, du alles tun würdest . . . damit Sie den Unterschied lernen . . . zwischen Mutterliebe und der Liebe zu einem Partner . . . das Sie lernen wie groß das Bedürfnis sein kann, nur für einen Menschen da sein zu wollen, damit Sie erkennen, wie wichtig ein Mensch für Ihre Mutter ist . . . ein Mensch den Ihre Mutter so sehr braucht. Ich verzweifle an dem Gedanken, dass dir dafür sämtliche Antennen fehlen.
Das Wochenende ist vorbei, kein Wort, keine Silbe, kein Erklärungsversuch . . . viel Porzellan ist zerschlagen und ich stehe vor den Scherben und weiß nicht, wie ich Sie beiseite kehren soll . . . ob Worte hier helfen? . . . Zeit heilt bekanntlich alle Wunden . . . eins weiß ich, oft werde ich das nicht mehr erleben wollen.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

So fliegt man raus . . .

Seit über 4 Jahren gehe ich regelmäßig 3-4 x in der Woche in mein Sportstudio und wenn ich schreibe seit 4 Jahren, dann meine ich 4 Jahre und zwar OHNE Unterbrechung ! ! !

Ich war in den letzten Jahren nicht mehr verreist, es war schlicht kein Geld da. Sicher hatte ich Sommerurlaub, ganz klassisch, meißt 3 Wochen im Sommer, in denen ich dann nicht arbeiten gehen mußte aber in denen an ein Wegfahren auch nicht zu denken war, schon gar nicht gemeinsam mit meinen Kindern und so ging ich schlicht einfach immer schön regelmäßig in mein Sportstudio. Hier treffe ich Freunde und sorge dafür das ich in Form bleibe.

Ich habe auch seit Jahren ein kleines Büchlein, in dem ich immer artig notiere, welche Übungen ich mache, wieviele Sätze, wieviele Wiederholungen, ob Langhantel, Kurzhantel oder Maschine und vor Allem, mit welchem Gewicht. Manch einer mag das belächeln aber für mich sind es dann wie Hausaufgaben, in meinem Büchlein steht was ich zu tun habe und dann tue ich das. Es ist für mich eine Art Motivationsstütze.

Jeder hat doch so seine Gründe, warum er Sport treibt, jeder hat sein ganz eigenes persönliches Ziel und die Meisten gehen wohl einfach nur so, wohl um das Gewissen zu beruhigen, oder weil Sie glauben, dass Sie Gewicht verlieren können. Anstrengen und schwitzen ist nicht jedermanns Sache . . . aber nicht für mich, ich will im Spiegel sehen, warum ich mir das antue. Klingt verbissen, ist es aber nicht . . . es hat schlicht etwas mit Eitelkeit, Disziplin und Zielen zu tun. Ich gehöre zu einer womöglich aussterbenden Spezies, die mit Begriffen, wie Fleiß, Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein noch etwas anzufangen weiß. Ich muss das nicht . . . aber ich will es tun und ich habe es mir selber ausgesucht.

Der Erfolg nach vielen Mühen und die sichtbaren Ergebnisse fühlen sich gut an und gefallen mir im Spiegel. Mit 45 habe ich immer noch einen Body mit dem ich mich jederzeit im Schwimmbad zeigen kann. Ich könnte sicher nicht bei den Chippendales mitmachen, dafür bin ich zu alt, aber ich denke, ich gehöre zu den Männern über die sich eine Frau freuen kann. Es soll sich einfach gut anfühlen. Das kommt eben nicht von alleine und schon garnicht von heute auf morgen und ich muß natürlich auch auf meine Ernährung achten . . bei mir heißt das "ich muss essen" Ich trainiere nicht einfach nur so vor mich hin, sondern ganz kontinuierlich stelle ich mir gezielt Trainingspläne zusammen, die 8-12 Wochen dauern und ganz klar auf das Ergebnis Muskelaufbau ausgerichtet sind. Das heißt, regelmäßig die einzelnen Muskelgruppen immer wieder zu trainieren und Ihnen durch die Belastung einen Wachstumsreiz zu geben.

Das ich dabei auch oft Gewichte versuche zu bewegen, um Kraftzuwachs zu erreichen, die eigentlich meine Möglichkeiten übersteigen gehört zu diesen Trainingsplänen dazu. Man muss man versuchen sich zu steigern, sonst gibt es keinen Zuwachs. Man wird das nicht schaffen wenn man die Einstellung eines Weißbrots hat. Man muss versuchen sich selbst zu motivieren, peitscht sich mental auf, versucht das Tier in sich zu wecken, vieles passiert im Kopf. Klingt beknackt, ist es aber nicht . . . wer schon einmal versucht hat, beim Bankdrücken mehr als sein eigenes Körpergewicht zu stemmen, weiß wovon ich rede.

Bei mir sind das über 90kg und dieses Gewicht sinkt sowas von gnadenlos auf die Brust als würde eine hydraulische Presse es herunterdrücken. Wenn die stählerne Hantelstange, die auch ohne Scheiben schon 20kg wiegt, dann auf der Brust liegt, ist jeder Muskel im Körper angespannt und arbeitet mit aller Gewalt gegen die Schwerkraft, die Arme zittern, der Brustmuskel ist bis zum zerreißen gespannt und langsam bewegt man das Gewicht wieder hoch . . . ein Trainingspartner, der dahinter steht unterstützt einen dabei zusätzlich mit freundlichen Ermunterungen "Looooooooooos" brüllt dein Buddy .. "mach schon Du Schlappschwanz, Drück Du Sau"  . . "du packst das, meine Schwester hat letzte Woche mehr gemacht . . . mit einem Arm . . . "

Du könntest den Typen killen aber er sorgt dafür, dass Du deine letzten Reserven mobilisierst und wenn Du die Scheiss Stange wieder oben hast, lässt Du Sie völlig beklopterweise gleich nochmal auf die Brust sinken . . . denn einmal ist keinmal . . . jetzt muss der Typ hinter Dir genau sehen, was Du packst und er lässt Dich kämpfen, legt die Zeigefinger unter die Stange und würde im Ernstfall eingreifen aber er will das Du es schaffst, also lässt er Dich erstmal schön hängen. Der Kopf ist spätestens jetzt knallrot vor Anstrengung und zwischen den zusammengepressten Lippen presst man die Luft wie durch einen Strohhalm . . mit äußerster Anstrengung und einem lauten Stöhnen gelingt die 2.te Wiederholung. Maximalkraftsatz. Mit ausgestreckten Armen knallt die Hantel in die Halterung, man springt von der Bank auf wie ein Tier, macht eine Becker-Faust, brüllt irgendwas wie "YES" oder "FUCK" . . . der Brustmuskel ist aufgepumpt wie Sau, so das Dolly Parton dagegen aussehen würde wie ein Teenager und das Testosteron pumpt durch den Körper, das man wie Obelix Bäume ausreissen könnte.

Wer sich jetzt nicht wie ein Mann fühlt hat zu wenig Gewicht aufgelegt und sollte sich gleich nochmal auf die Bank packen . . . und genau diese Art zu trainieren scheint in meinem "Fitness" - Studio auf wenig Gegenliebe zu stoßen . . . zu laut gestöhnt, dafür habe ich schonmal eine Verwarnung kassiert, der Trainer kommt ganz aufgeregt angerannt wedelt mit seinem Finger vor mir rum und meint, dass es jetzt reichen würde. Ich frage den Fingerwedler, was das denn das hier für ein Laden sei? . . . was mir 2 Sätze später den Rauswurf einbringt. . . . das ist die Krönung . . . ich bin kein Pumper, kein Assi, kein Proll . . . ich trainiere lediglich ambitioniert und wenn ich nicht mal in einem Sportstudio stöhnen darf oder mal eine Hantel lauter ablegen darf, wo denn dann. Ich muss mir jetzt halt ein neues Studio suchen und werde vorher fragen, ob Sie etwas gegen Leute haben, die ernsthaft trainieren. Jetzt wundert es mich nicht mehr, warum mein "EX" - Sportstudio bei Gay Scout immer ganz oben gelistet wird. Schwuchtel Laden

Montag, 9. November 2009

und das ist gut so . . .

Der graue Novembertag könnte einem Roman entsprungen sein. Noch trostloser, noch nasskälter, noch nebliger und noch grauer konnte ein Tag wohl kaum sein. Nichtmal richtig hell wollte es an diesem Tag werden und dennoch. Bei genauerer Betrachtung, war alles eine perfekte und wunderschöne Komposition. Eine Komposition aus dem trüben Grau und den immer noch leuchtenden Farben der letzten Blätter, die sich zitternd an dürre Äste klammerten . . .

Es ist frü
her Nachmittag als ich Sonntag am 08. November auf dem ehemaligen und ziemlich einsamen Mauerweg jogge. Die Sonne versteckt sich hinter dicken Wolken, die den ganzen Himmel, wie eine graue Pferdedecke überziehen. Das Laub der Sträucher und Bäume hat sich wie ein Teppich über den rissigen Asphalt gelegt und dämpft meine Schritte. Die goldgelben kleinen Blätter der Birken, das braune Laub der Buchen oder leuchtend rotes Eichenlaub liegt wie ein wunderschönes Pottbourrie aus dem Füllhorn der Farben, kunterbunt arrangiert zu meinen Füßen und haucht diesem Tag eine melancholische Stimmung ein.

Ich genieße es diesen schmalen Weg entlang zu traben . . . über viele Kilometer zieht er sich teilweise schnur gerade rund um Berlin. Auf der östlichen Seite des Weges liegen jetzt meißtens große Felder und Scharen von Krähen verteilen sich zwischen den Strünken vom abgeernteten Mais. Nichts erinnert mehr daran, dass hier vor 20 Jahren diese Stadt zuende war. Wenn man nicht vereinzelt durch Wegweiser darauf hingewiesen werde würde, dann würde man es nicht merken, das hier eine Mauer das Land geteilt hat. In Gedanken versunken, den Blick ein paar Meter vor mir auf den Boden gerichtet, laufe ich vor mich hin. Meine Beine finden Ihren Rythmus ganz alleine, ohne das ich daran einen Gedanken verschwenden muss und ein Blick auf meine Pulsuhr zeigt, dass Sie es richtig machen. Laufen ist Balsam für den Körper und die Seele.

. . . . in der Ferne taucht am Rand des Weges ein leuchtender Pfosten auf und als ich näher komme sehe ich einen Kranz an Ihm liegen, ein rotes Gedenklicht und ein Strauß frischer Blumen. Vor ein paar Wochen, war hier noch nichts . . . An dem Pfosten ein Bild von einem jungen Mann. Es ist ein kleines Mahnmal, ein Gedenken an einen Menschne, der hier bei dem Versuch den Todesstreifen zu überwinden, sein Leben lassen mußte. Eine Erinnerung daran, dass dort drüben ein Überwachungsstaat und eine Diktatur existierte, wovor die Menschen fliehen wollten. Selbst heute ist es für mich immer noch so unvorstellbar, dass diese Grenze und das politische System, was Sie errichten ließ, für den Tod sovieler Menschen verantwortlich war. Unbegreiflich auch, dass so viele Menschen von drüben, in Anbetracht der Toten, so verklärend über Ihre DDR denken können.

Ich bin 1964 in Westberlin geboren, da stand die Mauer schon. Als Schuljunge habe ich oft die Sommerferien am Stadtrand bei meiner Tante Gisela und Onkel Rudi verbracht, direkt an der Mauer. Wir haben in den Feldern gespielt und haben versucht Frösche in den Tümpeln zu fangen und hin und wieder haben wir Steine über die Mauer geworfen, oder diese mit Kreide bemalt, einfach nur so . . . auf der anderen Seite der Mauer, die gut 4m hoch war, haben keine Kinder gespielt . . . dort war Todesstreifen, 20 meter breiter fein geharkter Sand, Stalinrasen, Selbstschussanlagen, LKW Sperren, Wachtürme, Gräben und bewaffnete Grenzsoldaten mit Wachhunden.


Jetzt gibt es Sie nicht mehr, und jeder kann wieder in jede Richtung gehen. Die Menschen sind verschieden, Ossi, Wessi . . . es wird noch lange dauern, bis auch die Mauer in den Köpfen eingerissen ist, wohl auch bei mir . . . aber das die Mauer weg ist, die dieses Land getrennt hat, das politische System was Sie einst errichten ließ auch, das ist gut so. Keine Frage.


Nach 12km stehe ich wieder vor deiner Tür. In der Kälte ist mein Atem gut zu sehen und auch sonst dampfe ich wie ein Ross vor mich hin. Das heiße Wasser unter der Dusche dampft auch und entspannt genieße ich diesen Augenblick. Es wurde ein überraschend schöner Lauf auch wenn ich schon lange nicht mehr so schnell wie vor gut 2 Jahren bin, dafür laufe ich nicht oft genug, aber darauf kommt es mir auch nicht mehr an. Ich schaue an mir herab . . . der Muckibude und meinem Fleiß sei Dank, habe ich seit damals jetzt 12kg mehr auf den Rippen . . . und das ist auch gut so.

Mittwoch, 4. November 2009

der kleine Unterschied

Auf dem Tisch stehen Kerzen, frische, knusprige Brötchen imBackofen verströmen diese den herrlichen Duft einer Bäckerei, oft findet sich auch ein Croissant und ein Laugengebäck auf dem Tisch oder eine Tasse heißer Kaffee. Kirsch und Himbeermarmelade stehen aufgereiht neben dem Honig und Nutella, verschiedene Sorten Aufschnitt, eine leckere Cabanossi, etwas Käse, eine (gewaschene Tomate), frische Milch und Kakao, auf dem Frühstücksbrettchen ein Eierbecher mit einem weichgekochten Ei . . . aus dem Wohnzimmer quillt sanfte Musik in die Küche . . . Nein es ist nicht Sonntag . . . es ist einfach ein ganz normaler Morgen, 06:30 und vor Dir sitzt ein frisch rasierter und gepflegter Mann, lächelt Dich an und fragt Dich, während Er Dir ein heißes Brötchen aufschneidet ob Dir noch etwas fehlt . . . du lächelst liebevoll zurück wir genießen die wenigen gemeinsamen Minuten bevor uns der öffentliche Nahverkehr und der Arbeitsalltag aus unserem kleinen Glück reißt . . . ein paar Meter zur U-Bahn und dann 2 Stationen mit dem Bus . . . schon kanns losgehen


CUT . . . Szenenwechsel . . .


Es ist 05:45 als Eros Ramazottis seinen Song L' Aurora aus meinem Handy anstimmt. Ein netter Wecker. Wie Nebelschwaden lösen sich die letzten wirren Träume auf, verschwinden im Nichts und es ist an der Zeit aufzustehen. Eine Hand tastet nach mir, leider ohne Absichten, Sie stellt lediglich fest, dass ich wohl in der letzten Nacht wieder geschwitzt habe. Der Morgen ist genauso Dunkel wie die Wohnung und mit nackten Füße tappe ich auf eiskaltem Boden, noch halbblind ins Bad. Aus meinem Handy quakt leise etwas Musik, wie gut, dass es Internet Radio gibt. Ich wasche mir die Haare und finde tatsächlich ein einzelnes Handtuch. Aus der Zahnpastatube gelingt es mir nur mit äußerster Kraftanstrengung einen letzten, erbsengroßen Rest herauszuquetschen. Irgendwo soll ja eine Neue sein, erinnere ich mich . . . ein flüchtiger Blick in den Drehschrank. Fehlanzeige . . .

Mein Weg führt mich wieder zurück ins Schlafzimmer, zu Dir ans Bett, mit dem Gedanken im Kopf, dir beim ausziehen vom Nachthemd zu helfen und dann mit meinen warmen Händen deine großen *piep* zu *pieeep* . . . . Mmh? . . . Du klingst erkältet, dann wohl doch keine guter Moment, um zu kuscheln oder Fieber zu messen . . . Ich mache das Bett und tapse in die Küche. Sie ist kalt und leer. Gähenende Leere im Brotkorb und das fahle Licht der Dunstabzugshaube beleuchtet schwach die ebenfalls leere Arbeitsplatte. Ich schaue im Froster nach und nehme ein tiefgefrorenes Roggenbrot heraus, was eindeutig Ähnlichkeit mit einem Ziegelstein hat. Mühsam breche ich ein paar Scheiben ab und stopfe Sie in den Toaster, der daraufhin ein wenig Wärme verströmt. Im Kühlschrank entdecke ich neben abgelaufenem Quark, den man aber noch essen kann, etwas Wurst, reichlich Käse und 2 frische Brotscheiben, die ich vorsorglich mitgebracht hatte, um auf der Arbeit etwas zu essen zu haben. Ich packe noch eine reichlich braune Banane dazu und den Rest Tomatensalat von gestern abend. Bis zum Mittag wird das wohl grad so reichen denke ich, als ich alles in meiner Sporttasche verstaue.

Als das Roggenbrot dampfend aus dem Toaster springt, verteile ich die Himbeermarmelade darauf, die ich auch vor ein paar Tagen mitgebracht hatte. Ein wenig appetitlos mümmel ich auf dem Brot herum aber der Zucker in der Marmelade und der Kakao, den ich mir in einem kleinen Topf warm gemacht habe, damit es mich aufhört zu frösteln, wird hoffentlich die Denkfabrik auf meinen Schultern in Schwung bringen.

Du kommst in die Küche, schneidest dir 2 Scheiben Marmorkuchen ab, setzt Dich damit beinahe wortlos ins Wohnzimmer und beginnst damit den Kuchen in deinen kalten Kakao einzutauchen. Ich setze mich dazu . . . im Fernsehen sieht man wie ein Tierpfleger einen Pinguin füttert, dann Nachrichten, eine 16-jährige ist von einem Güterzug überfahren worden, Tot . . . auf Nick läuft Spongebob . . . für wenige Minuten verfliegen die traurigen Gedanken von dem toten Teenager, dieser Schwamm mit seinem verblödeten Seestern und diesem Tentakelviech schaffen es mich zum lachen zu bringen . . . aber nur kurz, ich will Dich damit ja nicht stressen . . . und schalte wieder um. Noch ein paar Minuten Musik aus VIVA und MTV . . . dann geht es ab in die Kälte des grauen Novembermorgens . . . frieren an der Bushaltestelle, frieren am Bahnhof während wir auf den überfüllten Regiozug warten, frieren am Hauptbahnhof bis der Schlenkibus kommt, der mich glücklicherweise vor meiner Firma abkippt . . .


2 Morgen in Berlin . . . einmal in Berlin Lichterfelde und einmal in Berlin Wilmersdorf . . .

Samstag, 24. Oktober 2009

Was willst Du wirklich?

Was willst Du wirklich? . . . kann es auf diese Frage eine eindeutige Antwort geben? . . . nun, schön wäre es aber es ist nicht sehr wahrscheinlich . . . Denn so gestellt, ist die Frage viel zu unpräzise. Um Antworten zu geben, müsste es heißen "Was erwartest Du?" oder "Was suchst Du?" und dann müßte man dazu einen Lebensbereich nennen auf den die Frage abzielt. Geht es bei der Frage um Geld, geht es um sportliche oder berufliche Ziele, geht es um privates Glück, geht es darum wer man eigentlich sein möchte oder geht es ganz profan nur darum, wo man seinen nächsten Urlaub verbringen oder was man abends essen möchte?

Mich persönlich beschäftigt zurzeit die Frage in dem Zusammenhang, wenn es um mein persönliches Glück geht. "Was will ich?" oder "was erwarte ich?" wenn von einer Beziehung die Rede ist . . . Manch einer bekommt alleine bei der Frage schon Schweissausbrüche . . . ich nicht . . . Im Grunde weiß ich das . . . oder bilde ich mir das nur ein? Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als wäre eine Antwort sehr leicht . . . Glücklich sein . . . aber das ist doch irgendwie zu billig . . . Quark, das will doch ohnehin jeder . . . wenn ich mir also nun etwas mehr Zeit lasse und nur einen winzigen Augenblick die Gedanken in die zurückliegenden Jahre schweifen lasse, dann spüre ich doch eine gewisse Unruhe in mir aufsteigen . . Es scheint vielmehr so zu sein, dass ich lediglich sehr genau was ich nicht mehr will? Ich will nicht mehr so sein, wie ich einmal wahr, ich will nicht mehr, dass was ich einmal hatte. Kälte, Desinteresse, Gefühlskälte, Langeweile, Alltag, alt werden, nichts mehr tun, nicht mehr erreichen, nichts mehr erwarten . . .

Ich muss erkennen, dass eine Antwort auf die Frage "Was erwarte ich von einer Beziehung" bedeutend vielschichtiger, viel differenzierter ist. Es genügt eben nicht nur zu sagen "Ich will lieben und geliebt werden" ? Falsch ist das sicher nicht . . . aber was heißt das für den Einzelnen, "Lieben" und "Geliebt werden?". Jeder tut es auf sein Art und was ist wenn die gesandten oder empfangenen Botschaften "inkompatibel" sind. Was ist, wenn ich glaube mit all meiner Kraft zu lieben und Alles was ich gebe, versinkt wie ein Regentropfen in einem Ozean? . . . . was wenn ich "geliebt" werde, mit aller Kraft, die einem Menschen zur Verfügung steht und es aber soviel Wirkung zeigt, als würde eine Maus einen Löwen anschreien. Das würde doch bedeuten, dass die Maus schier verzweifelt. Kann es wirklich sein, dass Liebe so unterschiedlich ist, dass man Sie nicht versteht/bemerkt, wenn man Sie erhält? oder ist es vielmehr so, dass manche Menschen es nie erfahren haben zu lieben und denken Sie lieben mit aller Kraft so als würden Sie mit einem Auto Vollgas fahren und dabei haben Sie noch nicht einmal den ersten Gang eingelegt.

Die Frage sollte nicht heißen, "Was erwarte ich" oder "Was will ich?" Sie muß vielmehr heißen "Was wünsche ich mir . . ." . . . Ich wünsche mir, dass eine Beziehung mit jedem Tag wächst, dass sich die Distanz mit jedem Tag verringert und das Vertrauen wächst, bis man eins wird. Ich wünsche mir, dass die Frau, die mich liebt, sich mit mir erst vollständig fühlt, so wie ich mich mit Ihr erst komplett fühle. Ich wünsche mir, dass Sie es nicht als Last sondern als Lust empfindet bei mir zu sein. Ich wünsche mir, dass man sich da Zuhause fühlt wo der Partner ist. Ist es zuviel wenn ich mir wünsche, dass mein Partner auch mein bester Freund ist. So wie Freunde, die niemals genug voneinander haben können. Der Partner, der beste Freund mit dem man alles machen kann, sich lieben, sich immer die Wahrheit sagen kann und doch niemals voneinander loslassen kann . . . vielleicht bin ich ja nur ein sentimentaler Idiot . . . mir ist klar, dass das Leben nicht "Wünsch Dir was" ist und das die Chancen, dass sich meine Vorstellungen von einer idealen Beziehung erfüllen, ungefähr so groß sind wie Sechs Richtige im Lotto mit Super6

Und dennoch . . . ich wünsche mir, dass man sich über alles streiten kann und sich doch immer wieder einig wird. Das man nie das Gefühl hat zu verlieren, sondern man immer gewinnt, dass man immer begehrt wird und das auch gesagt bekommt. Ich wünsche mir, dass man an mich denkt, wenn ich nicht da bin, dass man mir kleine Freuden bereitet. Ich wünsche mir, dass jemand zu mir sagt, dass ich Ihm Alles bedeute und ich wünsche mir Leidenschaft, Hingabe, Wollust. Ich wünsche mir, dass mich jemand anziehend findet, dass ich erregend wirke, dass meine Nähe, meine Wärme, mein Körper die Lust darauf auslöst mit mir zu schlafen . . . .

All das was ich mir wünsche . . . empfinde und gebe ich selber . . . und es bereitet keine Mühe. Mein Antrieb das zu tun, so zu denken und zu lieben wird von der Liebe genährt, die ich bekomme.
Vielleicht ist Liebe ohnehin ein viel zu starkes Wort. Völlig überbewertet und vollkommen abgenutzt hat es vielleicht keine Wirkung mehr. In einer Beziehung kann man nichts erwarten, entweder man bekommt das wonach man sucht, was auch immer das Alles ist oder man bekommt es nicht.

Nur wenn man es nicht bekommt . . . wenn man die Maus nicht schreien hört . . . was dann? Ich bin kein Maßstab, wie in einer Beziehung geliebt werden soll, aber wenn man sich umschaut, sieht man positive als auch negative Vorbilder, von denen jeder selber ableiten kann, was in einer Beziehung alles normal sein kann wenn sich 2 Menschen gefunden haben. Wenn der Partner als eine Bereicherung des eigenen Lebens empfunden wird und nicht nur als eine Sache, ein Ding was eben auch noch da ist. Selbst Kinofilme vermitteln wie in einer Art Lehrfilm, wie schön es in einer Beziehung sein kann, wenn Partern sich gegenseitig umeinander bemühen, wenn Sie sich das Gefühl geben, dass Sie Ihr Leben teilen wollen. Wünscht man sich nicht es Ihnen gleich zu tun, auch so zu empfinden . . . man könnte Ihnen nacheifern, uma auch dieses Glück zu empfinden oder aber man zieht es vor, das einfach alles als Fiktion abzutun und für sich zu befinden, dass es ausreichen muß wenn man einfach nur da ist.

Die Kraft mich zu erklären, lässt nach . . . ich kann nur darauf hoffen, dass Du vermagst in mich zu schauen und dann feststellst, dass ich es wert bin und dass ich Dir dein Leben lang gefehlt habe.

Zweifel habe ich nicht verdient