Montag, 10. August 2009

Urlaub ohne Urlaub

[Urlaub] ist die Zeit, die ein arbeitsfähiger Arbeitnehmer, Beamter oder auch Selbstständiger von seinem Arbeitsplatz berechtigt fernbleibt, obwohl nach Tages- und Wochenzeit eigentlich Arbeitsleistungen zu erbringen wären. Erholungsurlaub dient vor allem der Erhaltung und der Wiederherstellung der Arbeitskraft des Arbeitnehmers . . .

So sachlich nüchtern beschreibt Wikipedia, die schönste Zeit des Jahres . . . und dabei ist es doch so viel mehr. Zumindest sollte es das sein. Für die meißten Menschen, die ich kenne, ist Urlaub die Zeit im Jahr, auf die man sich das ganze Jahr freuen kann und die Menschen tun es auch. Der bevorstehende Urlaub und die vergangenen Urlaube sind immer wieder Gesprächsthema Nr.1 gleich nach dem Wetter und wie oft mir die Frage gestellt wurde "Na?, wo fährst Du dies Jahr hin?" habe ich schon lange aufgehört zu zählen.

Egal wie beschissen das Leben ansonsten ist, jeder freut sich auf diese wundervollen Wochen und an den Tagen, an denen graue Wolken über der Seele hängen oder der Haussegen schief, freut sich ein jeder auf das was da kommt. Im Winter, wenn die Tage viel zu dunkel, kalt und kurz sind, wenn die Stimmung den Blues hat, dann sitzt man vor dem PC stöbert in Angeboten, blättert in Katalogen, betrachtet Bilder von türkisfarbenen Poolanlagen und schwelgt in Gedanken in fernen Ländern . . . Urlaub ist das ganzjährige und erholsame Füllhorn für die Seele . . . eine Tankstelle für schöne Gedanken.

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen "Erholungsurlaub" hatte, so ganz klassisch, aber ich glaube es war 2004 . . . eine Woche mit der Familie nach Langeoog. Diese wunderschöne, kleine Insel vor der Küste Ostfrieslands. Eine Schippe Sand in der Nordsee. Das endlose Meer, die Brandung, Wellen, die sich gleichmäßig am feinen, weißen Strand brechen, weichgeschwungene Dünen, Formen, wie ein schöner Frauenkörper, allerdings überzogen mit weichem, duftendem Dünengras, was sich wie ein Teppich über die Landschaft legt und sich in der salzigen Meeresluft wiegt . . . eine einmalige Landschaft, keine Autos, kein Lärm . . seitdem hat sich Einiges verändert.

Für Fernreisen hatte es ohnehin nie gereicht und Reisen in Mittelmeerländer, in den Massentourismus, das wollten wir unseren Kindern nicht antun. Hitze, übervolle Strände, häßliche Betonburgen am Strand . . . oder steile Bergtouren in Österreich oder Bayern, mit quengelnden Kindern, die nicht laufen wollen und dann womöglich noch mit vollbeladenem Kinderwagen, das war damals, auch nicht ganz so das Richtige . . . aber hübsche bunte Strandkörbe, jede Menge Sand zum Buddeln, Wasser zum spielen und genügend andere Familien mit Kindern, das hat gepasst.

Bevor wir Kinder hatten, gab es noch keine Billigairlines und Geld, um normal zu fliegen, das hatten wir schon damals nicht. Und als dann die Kinder da waren, ging es eben immer danach, was wir für das Beste für die Kinder hielten bzw. was in der Familienkasse war. Eigene Ziele wurden dafür hinten angestellt und so kommt es, dass ich eben noch nicht viel von der Welt gesehen habe. Spanien, Italien, Jugoslawien, Griechenland, Türkei, Teneriffa, Mallorca, Tunesien, Ägypten oder was es da noch so an typisch deutschen Massentourismus Zielen gibt. Alles Fehlanzeige. Da war ich noch nie. Ich war auch nicht in den USA, auch nicht in Thailand, nicht in Kenia oder in der Doiminikanischen Republik. Nicht auf den Seychellen und auch nicht auf den Azoren . . . ich war an der Nordsee auf Langeoog . . . damals war das O.K. . . . oder es wurden mangels Geld die Schwiegereltern in Rheinland-Pfalz besucht . . . ziemlich oft, war das der Fall . . . das waren meine Urlaube.

Natürlich wuchs mit den Jahren der Wunsch mehr von der Welt zu sehen, Sie zu entdecken . . . aber was hätte ich tun sollen? Dummerweise ist "die Welt" heute ferner denn je. Ich habe sowas von gar kein Geld, dass ich in den letzten Jahren, in meinem klassischen Sommerurlaub 3 Wochen jedesmal alleine Zuhause gesessen habe und so auch in diesem Jahr. Im Grunde wäre es mir egal wo es hingeht, alles kann schön und aufregend sein, Hauptsache man ist nicht alleine, Hauptsache man könnte die schönsten Tage im Jahr mit jemanden teilen.

Naja, wenigstens nicht arbeiten gehen, lange aufbleiben, ausschlafen können, das ist doch auch schon mal was. Aber für mehr reicht es eben nicht. Jede kleinste Aktivität kostet nunmal Geld und einfach nur am Badesee liegen, ohne das man mit jemandem reden kann . . . und ohne zu wissen was man denken soll? . . . während man von Bremsen und Bienen genervt wird? . . . das brauche ich dann auch nicht.

Meine Freundin war mit Ihren Kindern verreist, bei Ihren Eltern im schwäbischen Land. Ist jetzt vielleicht nicht der Hit, aber immerhin war Sie nicht alleine. Zu der Zeit mußte ich noch arbeiten, da war ick eben alleene Zuhaus . . . nun hab ick frei und Sie muß arbeiten . . . bin ick wieder alleene Zuhaus . . . wenn ich jetzt bei Ihr übernachte oder Sie bei mir, muß ick eben mit Ihr halbwegs zeitig ins Bette gehen und eben mit Ihr um dreiviertelsechs aufstehen . . . Urlaub? . . . selbstbestimmte Zeit?, die Leichtigkeit des Seins genießen? Fehlanzeige

. . . ich weiß doch garnicht mehr was das ist. Das Bedürfnis danach beginnt schon wieder zu schwinden, dauergestresst, dauergenervt, dauerüberarbeitet . . . dauergelangweilt . . . ich merke es schon garnicht mehr. Wenigstens gehe ich weiterhin regelmäßig zum Sport. Montag, Mittwoch und Freitag und an den anderen Tagen laufen . . . so hat jeder Tag seinen Höhepunkt.

Natürlich ist das doof und ich wünschte es wäre anders . . . aber ich bin deswegen nicht unglücklich, es geht doch vielen Menschen so. Alleinerziehende Frauen, die kein Geld haben, Frauen, die von Ihren Männern abhängig sind, um jeden Cent betteln müssen, damit Sie mal wegfahren können, arbeitslose Männer oder arme Rentner die jeden Cent 3x umdrehen müssen. Familien mit vielen Kindern und kleinem Einkommen . . . es gibt so Viele die Zuhause hocken müssen und die auch noch nix von der Welt gesehen haben. So werde ich zumindest nicht Opfer eines Bombenanschlages, wie zur Zeit auf Mallorca oder falle auch nicht der Schweinegrippe zum Opfer, weil ich in Spanien oder England Urlaub mache und vor Überflutungen und Tsunamis brauche ich mich hier Zuhause in meinem schönen Berlin, in meiner Stadt, auch nicht zu fürchten.

Ich könnte einfach mal ein paar Kochrezepte ausprobieren, Kuchen oder Kekse backen aber das geht ja auch nicht . . . . mein Kühlschrank ist leer . . . nun es gibt immer noch den Fernseher, den PC, ich könnte ein paar eBay Auktionen einstellen, irgendwas basteln? nur was? . . . ich werde eben einfach mal Nichts tun . . . . das ist es doch eigentlich genau das, was man im Urlaub tut . . . und in 2 Wochen kann ich dann wieder zur Arbeit gehen . . . bis dahin, werde ich mir wie jedes Jahr noch eine Antwort auf die Frage "und? . . wo warst Du dies Jahr" einfallen lassen und mich mental darauf vorbereiten höflich zu lächeln, wenn mir Kollegen und Freunde davon berichten, wo Sie waren . . .

Donnerstag, 6. August 2009

10.000m

über viele Jahre ist das Laufen ein Teil von mir geworden. Ein Berg an sündhaft teuren und am Ende doch abgelaufenen Schuhen und etliche Lauftagebücher sind stumme Zeugen von zigtausend Kilometern, die in meinen Füßen stecken, Kilometer die ich auf Berlins Straßen lief. Trainingspläne waren meine ständigen Begleiter, denn Erfolg ist planbar, jede Woche, jeden Monat, Sommer wie Winter, 3,4 Trainingstage und bis zu 65km in der Woche, Volksläufe über alle Distanzen von 5km, 10km, Halbmarathon, 25km Läufe bis hin zum Marathon, das waren meine Herausforderungen, meine Ziele, meine Aufgaben. Mein einziger Gegner, unter abertausendenden von Läufern, das war nur ich selber. Es galt, mich selbst, meinen Schweinehund zu besiegen und am Ende besser zu sein, als ich es war. Man läuft immer gegen sich selbst . . . Vieles habe ich erreicht, habe mir oft etwas bewiesen und blicke nun zufrieden zurück. Viel entspannter bin ich heute und kann das Laufen anders genießen. Ich fühle mich ausgeglichener und laufe oft nur noch zum Vergnügen. Keine Pulsuhr begleitet mich mehr und schreibt die Herzfrequenz und das Tempo vor, ich versuche die Natur bewusst wahrzunehmen, Geräusche, Gerüche . . das Licht, den Wind . . einfach Alles . . . aber dennoch schlägt in meiner Brust immer noch das Herz eines Kämpfers, insgeheim Ausschau haltend nach einer Herausforderung . . . und es gibt Sie . . . in diesem Jahr ist es der alljährliche Vattenfall CityNight Lauf über den Berliner Kurfürstendamm. Distanz 10km. Das ist für einen Ausdauersportler eine kurze Distanz, beinahe eine Sprintdistanz. Taktik gibt es hier eigentlich nicht . . . man läuft los und teilt sich nichts ein . . . Alles was geht . . . und so stehe ich am Samstag den 01. August an der Gedächtniskirche, mitten in einem Pulk von über 7000 Menschen. Es ist heiß, eigentlich zu heiß, aber so ist das bei einem Volkslauf, es gibt keine Ausreden . . . egal ob es regnet oder die Sonne brennt, für diesen Tag hat man trainiert. Ich denke an die vergangenen Monate, in denen ich zusätzlich zu meinem Training im Sportstudio, langsam die Trainingskilometer von Woche zu Woche erhöht und immer ein wenig mehr von mir verlangt habe. Ich habe bewusst gelernt wieder nur nach Körpergefühl zu trainieren, die Bereitschaft trainiert sich zu fordern . . . darauf kommt es an. Bis zum Startschuss sind es noch 20 min. wir stehen dicht gedrängt, wie die Pinguine in der Arktis, vor mir Menschenmassen, hinter mir Menschenmassen, jemand hustet . . . der ideale Platz, um eine Schweinegrippe Pandemie erst so richtig in Schwung zu bringen, denke ich. Neben mir steht Alphonse, ein Freund aus meinem Sportstudio, über 1,90m und bestimmt 95kg schwer. Ein Bilderbuchathlet aber er wird seine Kilos über die Strecke wuchten müssen . . . wir lachen uns an und freuen uns auf die bevorstehenden Qualen. Es steht fest, dass wir nicht hier sind um die Letzten zu werden. "Es wird weh tun" sage ich zu Ihm und lache Ihn an, er lacht zurück und sagt, ". . . ist ja kein Kindergeburtstag hier" Auch er hat Freude daran sich anzustrengen. Noch ein kurzes Telefonat mit meiner Freundin, Sie ist verreist und wird mich nicht an der Strecke anfeuern können, aber natürlich drückt Sie mir die Daumen. Das wird hier heute ein Solo. Endlich ist es soweit, es ist ein NightRun und um 20:30 fällt der Startschuss aber nichts bewegt sich, wir stehen dummerweise viel zu weit hinten und es vergehen beinahe 5min. bis auch wir uns in Bewegung setzen. Schnell wird klar, dass man in diesem Pulk keine gute Zeit wird laufen können. Eigentlich . . . . ich komme mir vor, wie ein Karnickel vor auf das geschossen wird. Ich bekomme Ellbogen in die Hüften, Menschen treten mir in die Hacken, ich drängele mich durch, weiche nach Links und rechts aus, werde geschubst und schubse andere, ich lande eingeklemmt zwischen den Massen und wühle mich wieder frei, weiche aus auf den Bürgersteig und wieder zurück auf die Straße. Der erste Kilometer ist der blanke Horror und zahllose Flüche werden mir hinterhergerufen. "Herrschaften, ich bin hier um zu gewinnen !" denke ich und reagiere nicht. Langsam werden die Lücken größer und erlauben mir nach und nach ein gleichmäßiges Laufen. Die Strecke ist topfeben, keine Steigung aber auch kein Gefälle und leider auch kein Wind. Keine echte Kühlung und die Hitze wird zu einem weiteren bösartigen Gegner. Die ersten 3-4km fühlen sich gut an und mein Tempo auch. Dann beginnen aber die Ausweichmanöver und die Hitze Ihren Tribut zu fordern. Die Kehle ist trocken wie die Wüste Gobi, die Beine werden schwerer, das Herz rast, ich spüre meinen Puls am Hals und versuche bei jedem Atemzug soviel Sauerstoff wie möglich in meine Lungen zu pumpen . . aber es scheint den Muskeln einfach nicht zu reichen. Vor meinem geistigen Auge flimmert das Bild eines römischen Streitwagens. Der muskulöse, braungebrannte Wagenlenker in glänzend, polierter Rüstung repräsentiert meinen Willen und er peitscht auf die schnaubenden Rösser ein, die meine Muskeln darstellen. Ein surealer Gedanke. Ich weiß sehr genau was gerade in meinem Körper, in meinen Musken passiert. Laufe ich zu schnell, überschreite ich zu lange die anaerobe Schwelle, gelangt zu wenig Sauerstoff in meine Muskeln, die wir irre versuchen Leistung zu erzeugen und es wird zuviel Laktat (ein Stoffwechselprodukt) gebildet, welches verhindert, dass die Muskeln sich zusammenziehen können, die Konsequenz ist, ich werde zwangsläufig stehen bleiben. Ich darf nicht zu schnell laufen, sonst kann es sein, dass ich womöglich ein paar hundert Meter vor dem Ziel umfalle . . . aber zur Zeit besteht die Gefahr nicht . . . ich kann schon jetzt nicht mehr. Kilometer 7, kurz vor der letzten Wende, ich will wenigstens in die Nähe meiner Bestzeit kommen, eine Zeit zwischen 47 und 48 min. aber es kommt mir vor als würde ich langsamer werden. 2km vor dem Ziel werde ich jetzt nicht spazieren gehen, jetzt nicht . . . und es beginnt der wahre Kampf. Ich versuche locker zu bleiben, locker zu laufen, die Arme leicht angewinkelt mitschwingen, die Schultern nicht verkrampfen, gleichmäßig traben, den Blick vor mir auf den Asphalt genagelt. Jede Faser in meinem Körper lechzt nach Sauerstoff, schreit mich innerlich an "bleib doch stehen" und hat schon längst die rote Fahne gehisst . . . die Dämmerung hat schon längst eingesetzt als ich endlich den Zieleinlauf erblicken kann. Nur noch ein paar hundert Meter . . . es ist geschafft . . . aber was ist das? Die Zielzeit liegt bei weit über 49min. . . . für einen Augenblick große Enttäuschung, waren die Monate der Vorbereitung und die Qual doch umsonst . . . aber es klärt sich auf . . . das war nur die Bruttozeit. Meine Zielzeit über 10km waren 45min:47sek. Halleluja . . . ich war weit schneller als gedacht, war ca. 4min:20sek. pro Kilometer schnell und habe meine Bestzeit, für die ich einmal sehr viel mehr trainiert hatte, nur um 29 sek. verfehlt. Was sind schon 29sek.? . . . 29sek. das ist die Zeit, die ich beim Freikämpfen auf dem ersten Kilometer habe liegenlassen . . . Und ich dachte, ich wäre langsam. Was zählt da eine Plazierung? Von gut 7000 Läufern bin ich 958.igster geworden und in meiner Alterklasse M45 von knapp 600 Läufern habe ich den 143.igsten Platz belegt. Sicher nicht schlecht, aber auch nichts womit man jetzt angeben könnte. Aber eine Zeit ist nicht wirklich das was zählt . . . wichtig ist Eines. Warum laufe ich 10.000m? . . . weil ich es kann!

Wer sich tatsächlich nun für den detaillierten Rennverlauf interessiert, kann sich die Zeiten pro Kilometer und den Streckenverlauf auf http://www.buddyrunner.com/lars.baeter anschauen. Diese Daten werden von meinem Handy via GPS aufgezeichnet und dann auf diese Webseite übertragen.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Dit is Berlin

Ja, ick weeß. Berlin is ne Weltstadt, zumindest will et eene sein. Aus allen Herrenländern strömen die Menschen, Stars, Promis, Politiker und die vielen Normalos in diese Stadt und jeder versucht Ihr irgendwann und irgendwie seinen Stempel aufzudrücken. Jeder versucht dieser Stadt zu erklären in welchem Rythmus Sie ticken soll. Hier importiert jeder seine Kultur, bringt seine Religion mit und nimmt sich wat Ihm gefällt. Et macht ehm jeder wat er will, dat merken die Meißten auch sehr schnell und irgendwie is dat ja auch jut so . . . aber wie so oft im Leben hat alles seine 2 Seiten.

Weiß denn noch Einer was es heißt wirklich Berliner zu sein? . . . wenn die Menschen in diese Stadt kommen, was ist es was Sie wirklich suchen? Berlin mit seiner Identität, seiner Kultur, seinen Menschen? Sind Sie deswegen hier? oder suchen Sie einen Platz an dem Sie sich selbst verwirklichen können? Wenn es so ist, dann kann man im Grunde ja auch garnichts dagegen haben, solange wie man dabei nicht vergisst, dass man im Grunde hier zu Besuch ist und nicht wie die Herde durch die Saat oder den "Ureinwohnern" auf Ihren Gefühlen herumtrampelt . . . es wäre schon schön, wenn ick Berliner bleiben dürfte. Niemand würde es wohl mögen, Besuch in den eigenen 4 Wänden zu bekommen, der Einem dann anfängt die Möbel umzustellen.

Hey liebe Berlinbesucher und Hierbleiber, es gibt Sie noch, die Ureinwohner . . . Menschen die in dieser Stadt geboren und aufgewachsen sind, die eine Zeit mit erlebt haben, als eine Mauer diese Stadt umgab und Menschen aus Westdeutschland nur hier her kamen um sich vor dem Bund zu drücken. . . . Ich bin so Einer, ein waschechter Berliner, Jahrgang 1964 und ausgerüstet mit viel Herz und Berliner Schnauze. Ich heiße friedliche Menschen immer willkommen, freue mich über diese Vielfarbigkeit, über diesen Mix aus Nationen, diese Lebendigkeit, diese kulturelle Vielfalt. Berlin ist eben eine Stadt die eben nur eine Konstante kennt. Ihre Veränderung . . .

Damit bin ich großgeworden, aber dennoch hängt mein Herz auch an berlintypischen Dingen, Dingen mit denen ich eben melancholisch romantisch verklärte Erinnerungen verbinde. Dinge die für einen Nichtberliner wohl schwer nachvollziehbar sind, weil Sie Ihnen nichts bedeuten. Für mich haben Sie aber einen hohen symbolischen Wert. Dat kann der Funkturm sein (der im Westen, jetz nich der Fernsehturm, der steht ja im Osten) oder der Flughafen Tempelhof, den unser lieber warmer Bürgermeister hat schließen lassen oder ein Pfannkuchen (die marmeladegefüllten und mit zuckerguß überzogenen Dinger, die sonst überall in der Welt Berliner heißen) oder die Gedächtniskirche (der hohle Zahn) oder die "schwangere Auster" unsere Kongresshalle, die jezt "haus der Kulturen der Welt" heißt, der Teufelsberg im Grunewald, mit den leider völlig verfallenen weißen Kuppeln der alten Abhöranlage der Amerikaner, der KuDamm (der eigentlich nicht wirklich soo schön ist, aber für mich ist er mein Zuhause). All das hat nichts mit Nationalstolz zu tun und es sind auch keine Heiligtümer, es ist nichts womit ich rumprotzen würde, wie ein Österreicher mit seinem Kaiserschmarrn, aber für mich sind es Dinge, die etwas mit dem Begriffen Identität, Heimat und Zuhause zutun haben. Ich versuche Sie mir nur so zu bewahren, wie Sie waren, um zu wissen woher ich komme und in welcher Stadt ich groß geworden bin. Es sind Dinge die mich geprägt haben.

. . . Also, falls ein Mitarbeiter vom Kaisers Supermarkt das hier liest . . . ein Schrippe ist eine Schrippe, ist eine Schrippe und nicht ein . . . . "Spitzbrötchen" ! ! ! ! ! man, man, man, wat soll dat denn sein?

Ick weeß nich wo Ihr herkommt, aber in dieser Stadt , hier in Berlin, heißt dat Ding "SCHRIPPE"

Dienstag, 7. Juli 2009

Fränner oder Mauen

Testosteron

. . . ich weiss wie ein Kerl riechen kann, es genügen ein paar Tage ohne Wasser und Seife, ein paar schweißtreibende Sportarten, Rugby, Schlammcatchen oder Boxen, dazu leichte körperliche Arbeit beim Bullenreiten und dann 3 Tage in denselben Klamotten vor dem Fernseher mit Bier und Pizza . . . Okey . . . Füße, Achseln, der Bereich um die Lendengegend können nun gar betörende Düfte verströmen . . . die jedem Normalsterblichen die Tränen in die Augen treiben, ein Kratzen im Hals verursachen und Haare ausfallen lassen . . . keine Frage, dass dieser Zustand unzumutbar ist und eine fristlose Wohnungskündigung rechtfertigt, bevor der Gestank sich im Mauerwerk festsetzt

. . . gehen wir aber nun einmal vom Durchschnitts Büro Männchen aus . . . Morgens duschen, frische Klamotten, Deo, Rasierwasser, Fußnägel geschnitten, schnell das Vollkornmüsli gemümmelt und ab in die U-Bahn zur Arbeit. 8 Std. nahezu bewegungslos auf einem ergonomisch geformten Bürostuhl verharren, von einer leichten Tischventilator Brise umfächelt und zum Feierabend schnell noch für 2 Std. in klimatisiertes Fitneßstudio, ein paar Gramm von den Hüften strampeln, ein paar Hanteln bewegen und anschließend duschen, leider ohne Seife.

. . . . dummerweise scheint eine weibliche Nase nun genau auf feinste Gerüche programmiert zu sein . . . etwas in Ihrem Zwischenhirn scheint feinste männliche Pheromone zu registrieren und dies sofort in Waschanweisungen umzusetzen. Dabei machen Sie keinerlei Unterschiede ob es sich um den pubertierenden Nachwuchs handelt, um den eigenen Freund oder eben den angetrauten Gatten. Sie dulden keine testosteronschwangere Luft und schon garnicht einen "3-Beiner" neben sich auf der Couch, der schlicht und ergreifend einfach nur nach Mann riecht. (ich rede nicht von einem müffelnden Kerl mit Blähungen, der gerade noch die Reste von einem Döner mit einem Zahnstocher aus den Zähnen entfernt). Das Drama, anstatt einem rasierten, zähnegeputzen und frisch gepuderten Männchen scheint sich neben unseren achso geruchsneutralen Weibchen ein behaartes Tier breitgemacht zu haben . . . was sofort unter die Dusche geschickt werden muß. Dabei können Sie vortrefflich ausblenden, dass Sie selber meißt einfach auch nur "nach Frau" riechen.

Sehr geehrte Damen der Schöpfung, hochgeschätzte Frauen,
wir Menschen bezeichnen uns gerne als die Krone der Schöpfung und ich will garnicht darüber philosophieren ob das nun stimmt oder nicht aber auch die Krone der Schöpfung kann nicht immer nach Veilchen oder blühenden Rosen duften . . . Sie riecht eben schlicht nach "Mensch", so wie ein normaler westeuropäischer Mensch eben riecht und ich möchte doch bitten die Kirche im Dorf zu lassen und eine gewissen Toleranz walten zu lassen, besonders in den Sommermonaten , wo es nunmal fast unmöglich ist geruchlos aufzutreten. Zumal Ihr nicht müde werdet energisch darauf hinzuweisen, doch nicht nutzlos Wasser zu verschwenden und beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen zu lassen ;-)

In diesem Sinne, meine Eitelkeit ist recht gut ausgeprägt, ich wasche mich, ich pflege mein Äußeres und achte insgesamt auf mein Erscheinungsbild . . . wenn ich mich so umschaue sogar etwas mehr als manche meiner Artgnossen . . . aber bei aller Liebe . . ich würde gerne ein Mann bleiben. Vielen Dank.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Alltägliche Banalitäten

Mehr als ein Monat ist seit meinem letzten Blogeintrag vergangen . . . ansich sollte es doch reichlich zu schreiben geben, aber irgendwie plätschert das Leben in alltäglicher Routine nur so vor sich hin. Zumindest sind Katastrophen ausgeblieben aber so richtige Highlights, echte Knaller, Schenkelklopfer . . . auch Fehlanzeige . . . mal schauen was sich wenigstens aus dem Alltag quetschen lässt.

Unverändert gehe ich natürlich immer noch regelmäßig zum Sport und ziehe diszipliniert mein 3.er Split Training durch. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt mich zu motivieren so sind Montag, Mittwoch, Freitag die Tage an denen ich, komme was wolle, in meinem Sportstudio erscheine, meine Muskeln schinde und in etwa 1 1/2 bis 2 Std. etliche Tonnen an Hanteln stemme, um meinen Body in Form zu halten. Es ist klar, dass ich damit nicht aufhören kann und ich denke auch nicht darüber nach. Mittlerweile habe ich bei 1.83m Körpergrösse stolze 87kg erreicht. Ein normaler untrainierter Mann hätte 8-10kg zuviel auf den Rippen und wäre damit deutlich übergewichtig. Ich bin es nicht. Ich bin kein Heering, kein Spacko aber auch kein Arnold . . . so wie es ist passt es schon ziemlich gut. Würde ich aber weniger Sport treiben, würde ich sicher schnell fett werden und müsste auf Essen verzichten. Das kommt ja wohl mal garnicht in Frage. Weder das Eine noch das Andere.

Mein Laufpensum habe ich jetzt endlich auch wieder langsam steigern können. Ich möchte diese Fitness auch nur ungerne verlieren. Es macht eben einfach Spass ausdauernd sein zu können und außerdem bleibt man schön definiert. Ich laufe meißt 30-35min. in eine Richtung, drehe dann um und laufe denselben Weg wieder zurück. Dabei lege ich so ungefähr 11-12 km zurück und verbrenne reichlich Kalorien. Als wunderbarer Nebeneffekt, neben dem gesundheitlichen Aspekt, kann ich mich vom öden Alltagstress entspannen.

Vor nicht allzulanger Zeit, war ich noch ausgerüstet mit Polar Pulsuhr, Brustgurt und Speedsensor am Schuh, um meine Daten aufzuzeichen. Mittlerweile begleitet mich mein neues GooglePhone. Ausgerüstet mit GPS und Kompass, zeichnet eine Software jeden Lauf metergenau auf und informiert mich über Tempo, Dauer, Distanz, Höhenmeter und Kalorienverbrauch. Einzig der Puls fehlt, aber ich laufe doch lieber nach Körpergefühl. Am Ende werden sämtliche Daten auf eine Webseite hochgeladen und können dort nicht nur miteinander verglichen werden, man kann auch wie von Google Maps gewohnt, sehr genau sehen, wo man langelaufen ist. Eine wirklich tolle Sache. Wer sich dafür interessiert hier ist der Link zu meinen Läufen : http://www.buddyrunner.com/lars.baeter

Im Berliner Tiergarten hat der jährliche 5x5km Staffellauf statt- gefunden an dem unsere Firma seit Jahren schon teilnimmt. Tausende Teams laufen hier zu Fünft über eine Distanz von 25km. Jeder 5km. Ein Riesen Spaß und wie gewohnt, wieder mal bei grotten schlechtem Wetter. Aber wen kümmert das schon? und interessanterweise trübt das Wetter keineswegs die Laune. Wir alle haben einen Heidenspaß an unserem gemeinsamen Lauf. Ich nehme mir jedes Jahr vor, es doch mal entspannt angehen zu lassen, aber das klappt irgendwie nie. Schon nach Start versuche ich mich schnell frei zu laufen und versuche alles zu geben. Im Ziel bin ich wieder mal völlig am Limit und obwohl ich deutlich weniger trainiert habe als noch vor 2 Jahren und auch locker 10kg mehr wiege, lege ich die 5km in 22min:19sek. zurück und verliere damit nur eine Minute auf meine Bestzeit vor einem Jahr. Ich brauche mich nicht zu verstecken, bin stolz auf mich und freue mich mit meinem Team. Von 3 Staffeln aus unserer Firma, waren wir die Schnellsten.

Was gabs noch . . . wochenlang laufe ich mit mehr oder weniger starken Zahnschmerzen rum. Mein Zahnarzt diagnostiziert freiliegende Zahnhälse an 2 Weisheitszähnen und verordnet mir Geduld. Ich gebe mir alle Mühe, konsumiere ein paar Schachteln Ibuprofen und Dolomo Schmerztabletten und bekomme dann am Ende nach qualvollen 2 Wochen, doch eine Wurzelbehandlung. Ein Zahn war doch im Eimer und wenigstens Einer gibt jetzt Ruhe. Der Andere hält sich so lala zurück, meldet sich aber immer noch hin und wieder und quält mich dann für mehrere Stunden bis er sich wieder beruhigt. Hoffentlich hört das bald auf. Blöd ist wirklich, dass man selber nicht weiß, was los ist. Kann wirklich harmlos sein, ein gereizter Nerv oder frisst sich gerade unbemerkt eine Karies durch meinen Zahn. Blöd ist, dass ich schon immer etwas Pech mit Zähnen hatte. Ich kann mir nicht erlauben welche zu verlieren, weil ich kaum Kaufläche habe und ich habe keine Lust mich nur flüssig oder von Brei zu ernähren.

Was noch? . . . . ich habe wieder versucht meine finanzielle Situation durch "Panikverkäufe" zu stützen. Schweren Herzens habe ich mich von teuren Erinnerungen getrennt und auf eBay alten Modellbaukrempel versteigert . . . hier ist jetzt auch Schicht, denn ich habe nun nichts mehr, was sich verticken ließe. Der Erlös steht leider in keinem Verhältnis, weder zu dem was ich mal bezahlt habe noch zu dem ideellen Wert . . . aber das war mir vorher klar und ich versuche nicht darüber nachzudenken.

Mir wird immer mehr bewusst, dass eine Trennung (Scheidung) für den Mann anscheinend soetwas wie eine Naturkatastrophe bedeuten kann . . . man verliert tatsächlich Alles, fällt tief und fängt dann ganz von vorne an. Ich habe bislang in meinem Haushalt immer noch kein Bett und keine so simplen Sachen wie einen Eierpieker oder Eierschneider . . . Handtücher fehlen, frische Bettwäsche, meine Kleidung ist abgetragen, der PC aus der Steinzeit, in der Küche stehen nur 2 Töpfe . . . es reicht zum leben . . . aber Fakt ist, 2 Jahre nach meiner Trennung krebse ich immer noch rum

. . . wie auch immer, die Auswirkungen der ebay Verkäufe auf mein Konto sind leider auch nicht so heftig und anhaltend wie ich gehofft hatte aber besser als nichts und ich frage mich wie es wohl aussehen würde, wenn ich nicht hin und wieder etwas verkauft hätte. Die Talsohle ist aber zumindest durchschritten . . . es wird aufwärts gehen, sicher langsam . . . aber stetig. Noch bin ich vorsichtig und wage nicht wirklich davon zu träumen, mir Wünsche zu erfüllen, aber die Hoffnung wächst, dass es nicht mehr lange dauern kann.

. . noch 7 Wochen bis zum Urlaub . . . hätte nichts dagegen wenn die schnell umgehen

Donnerstag, 21. Mai 2009

Vatertag

Heute ist Vatertag und obwohl ich die meißten Feiertage eigentlich nur schätze, weil man an Ihnen arbeitsfrei hat, so fühle ich mich an diesem Tag doch irgendwie angesprochen. Ich bin halt stolzer Papa von 2 Kindern und auch wenn ich rückblickend sicher auf Vieles habe verzichten müssen, so würde ich es wieder tun. Egal was Andere sagen . . . DAS was man für seine eigenen Kinder empfindet und wie sehr sich das Leben durch Sie bereichert, das ist mehr wert als alles was man für Geld kaufen könnte. Materielle Werte und Kinder lassen sich ohnehin nicht miteinander vergleichen. 

Aber nun lebe ich ja seit 2 Jahren getrennt und weil meine Kinder bei Ihrer Mutter leben, sehe ich meine Kids nicht mehr so oft. Meine Tochter ist 12, hat lange Schule und möchte natürlich viel mit Ihren Freundinnen zusammen sein. Mein Bengel ist 16 und seine Freizeit ist auch angefüllt mit Hausaufgaben, lernen, Musik machen, mit Freunden verabreden oder auch mal einfach nur chillen. Ich telefoniere mit beiden wann immer Ihnen danach ist, dränge mich nicht auf und überlasse es Ihnen wieviel Papa Sie brauchen. Da es keine festen Regelungen gibt, ist auch das Verhältnis sehr entspannt, was, wie ich finde, allen gut tut . . .  auch wenn ich gerne zugebe, dass ich hin und wieder mir etwas mehr Nähe wünsche . . . irgendwie möchte man ja doch immer wissen, was Sie treiben ;-)

Als ich heute morgen in mein Postfach schaue, finde ich eine Mail von meinem Großen . . . und ich bin wirklich gerührt, was er sich für mich überlegt hat . . . da steht Folgendes :



Ich kann's einfach nicht abwarten jemanden was zu schenken, also wart ich nicht mehr mit deinem Geschenk. Es ist nicht wirklich was, was Du in den Händen halten kannst, es ist eher was, worüber Du dich einfach erfreuen kannst ;D Es kommt von Herzen und ich hoffe Du liest das auch heraus (hab verdammt lange dafür gebraucht :P), ich hab dich ganz ganz ganz ganz ganz ganz doll lieb :D

Nicht nur heute an Vatertag,
möchte ich Dir sagen, dass ich Dich mag.

Für mich bist Du der der Fels in der Brandung
und bewahrst mich vor manch schlechter Entscheidung

Du bist der bester Papa der Welt
und oftmals warst Du schon mein Held

Wenn ich Dich brauche, bist Du sofort hier,
deine Lebenserfahrung vermittelst Du mir.

Ich denk an Dich und danke Dir
und lad Dich heut ein auf ein Glas Bier.

Du bist immer für mich da, 
das finde ich ganz wunderbar

Schuftest schwer für meine Träume,
versetzt für mich Berge und Bäume.

Selten war ich dankbar dafür
und hoffe Du verzeihst es mir.

So möchte ich Dir sagen an diesem Tag,
dass ich doch sooooooooo ganz besonders mag.


MEIN JUNGE   . . .  Vielen Dank. Ich bin so stolz auf Dich :-)


. . . und meine Lisa? . . . die wollte ohnehin den Vatertag mit mir verbringen, und hatte auch bei mir übernachtet. Sie hatte mir ein geheimnisvolles Geschenk mitgebracht, was ich erst garnicht sehen durfte.


Dies mußte noch während des Frühstücks im Backofen backen und als ich meine Augen öffnen darf, sehe ich ein kleines Kunstwerk aus Salzteig vor mir. Sie hatte für mich ein Flugzeug mdelliert, bemalt und gebacken, mit 2 Ringen daran, dass man es auch aufhängen kann. Nur ein Flügel war beim Transport gebrochen, aber den hatte Sie morgens in meiner Küche schnell wieder repariert.  Sie war traurig, weil ich doch meine Modellflugzeuge aus Geldnot verkaufen musste und wollte mir deshalb damit eine Freude machen.

MEINE TOCHTER . . . . Süße, dein Papa ist sehr gerührt wegen deinem liebevollen Geschenk. Ich hab dich, mein süßer Mausepieps, unglaublich lieb.


Rückschläge

. . . Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat . . . beim steten Bemühen den Körper fit zu halten vergeht die Zeit. Stetig wechseln sich Trainingstage im Sportstudio und Lauftage ab und ich fühle mich eingespannt in dieser Tretmühle dennoch wohl. Sorgt Sie doch auch dafür, dass ich normale Beschwerden, wie Sie meine lieben Mitmenschen öfter mal bekommen, locker abschüttel und irgendwelche Erkrankungen bei mir überhaupt keine Chance haben . . . ich weiß sehr wohl, dass meine Aktivitäen meine Immunsystem beanspruchen und ich bemühe mich nach Kräften es aktiv zu unterstützen . . . ich versuche wo es nur geht, stressarm zu leben . . . keine negativen Einflüsse an mich heranzulassen, ich versuche ausreichend Schlaf zu bekommen, um die Regeneration zu fördern und ich bemühe mich so gut es geht mich gesund, vitaminreich und fettarm mit gesunden Kohlenhydraten zu ernähren . . . .  leider lebe ich aber nicht in einer Märchenwelt, die mir all die Möglichkeiten gibt so ausbalanciert zu leben. Natürlich bin auch ich Einflüssen ausgesetzt, die meinen sorgfältig, ausbalancierten und doch empfindlichen Lebensstil aus dem Gleichgewicht bringt. Das beginnt natürlich mit meiner Arbeit . . . nicht jeder Tag ist gleich und sowohl Arbeitsvolumen und der Schwierigkeitsgrad meiner Arbeit ist sehr starken Schwankungen unterlegen. Es gibt eben beschwingte Tage aber auch Tage an denem einen die Hölle wie ein Luftkurort vorkommt. Tage an denen nichts klappt, an denen man mehr neue Arbeit auf den Tisch bekommt, als man wegschaffen kann, Tage an denen man einfach nichts auf die Reihe bekommt . . . . wäre es das alleine, wäre es nur ein stressiger Arbeitstag, dann könnte ich diesen "Stress" womöglich noch kompensieren aber hin und wieder schleichen sich auch noch  zusätzliche spannungsgeladene Situationen in eine junge Beziehung ein, meißt an den (Murphy lässt grüßen) stressbeladenen Arbeitstagen, die eigentlich garnicht sein dürften . . . schwierige Situationen, die viel zu viele Fragen aufwerfen auf die man keine zufriedenstellenden Antworten hat . . . Aufgeben ist keine Option, die Suche nach dem richtigen Weg, die Arbeit an sich selber und seinen Einstellungen und Sichtweisen eine Pflicht . . . spätestens jetzt bin ich mit meiner mentalen Belastung im roten Bereich und als ob das nicht genug wäre, erinnert mich mein Gewissen auch noch an die anderen Probleme, die ich seit Monaten mit mir herumschleppe. Geldprobleme, Geldprobleme und die Geldprobleme . . .  an dieser Stelle liegen nun meine Nerven blank, meine Contenance ist tot und mein Immunsystem beschließt auch in den Urlaub zu gehen . . . ich könnte den Zustand als "gefasste Verzweiflung" beschreiben und es gibt nichts was ich noch dagegen tun könnte. Wenn ich mich denn aber auch schlecht fühle, dann soll doch bitteschön nichts fehlen . . . das muß sich wohl das Schicksal gedacht haben, als es beschloß, dass ich mich nun auch noch bei meinem Sohn mit einer ordentlichen Erkältung anstecken könnte und weil das Alleine nicht immer wirklich gereicht hat, um mich an den Boden zu nageln, bekomme ich unvermittelt völlig bescheuerte Zahnschmerzen . . . der Zahnarzt diagnostiziert, entzündete und freiliegende Zahnhälse an meinen Weisheitszähnen und meint, das legt sich meißt nach 2-3 Monaten wieder von alleine und in der Zwischenzeit, müsse ich eben vorsichtig sein. . . . es ist zum aus der Haut fahren . . . 

die Krankheit zwingt mich dazu tatsächlich einen Tag auf mein Training zu verzichten . . . mehr geht aber wirklich nicht . . . ich will nicht . . . ein paar Tage Regeneration gönne ich meinen Körper aber nach 4 Tagen Pause, ist meine Erkältung schon so gut wie abgeklungen und gegen meine Zahnschmerzen werfe zwei Dolomo Schmerztabletten ein und gehe wieder ins Studio.  Es funktioniert . . .  

es ist nicht der Sport, der mich kaputt macht . . . es sind widrige Lebensumstände und von denen lasse ich mir nichts vorschreiben . . . jedenfalls nicht, wann ich ins Studio gehe und wann nicht.

Womöglich hält mich der Eine oder Andere für bekloppt und glaubt nun ich würde leichtfertig meine Gesundheit aufs Spiel setzen aber ich renne nicht jahrelang durch die Straßen von Berlin und stemme Eisen in einer Muckibude, um dann wieder das Leben eines Normalos zu führen nur weil Krankheit, Geldsorgen oder Beziehungsprobleme meinen Alltag belasten . . . ich lebe nur einmal und habe nicht vor in diesem Leben wie ein Teelicht vor mich hinzuglimmen . . . etwas heller zu brennen gefällt mir einfach besser .  .  .

die Zahnschmerzen sind immer noch nicht weg . . . aber der Regen hat aufgehört . . . da kann ich doch gleich wieder laufen gehen   :-)