Mittwoch, 9. Dezember 2009

So fliegt man raus . . .

Seit über 4 Jahren gehe ich regelmäßig 3-4 x in der Woche in mein Sportstudio und wenn ich schreibe seit 4 Jahren, dann meine ich 4 Jahre und zwar OHNE Unterbrechung ! ! !

Ich war in den letzten Jahren nicht mehr verreist, es war schlicht kein Geld da. Sicher hatte ich Sommerurlaub, ganz klassisch, meißt 3 Wochen im Sommer, in denen ich dann nicht arbeiten gehen mußte aber in denen an ein Wegfahren auch nicht zu denken war, schon gar nicht gemeinsam mit meinen Kindern und so ging ich schlicht einfach immer schön regelmäßig in mein Sportstudio. Hier treffe ich Freunde und sorge dafür das ich in Form bleibe.

Ich habe auch seit Jahren ein kleines Büchlein, in dem ich immer artig notiere, welche Übungen ich mache, wieviele Sätze, wieviele Wiederholungen, ob Langhantel, Kurzhantel oder Maschine und vor Allem, mit welchem Gewicht. Manch einer mag das belächeln aber für mich sind es dann wie Hausaufgaben, in meinem Büchlein steht was ich zu tun habe und dann tue ich das. Es ist für mich eine Art Motivationsstütze.

Jeder hat doch so seine Gründe, warum er Sport treibt, jeder hat sein ganz eigenes persönliches Ziel und die Meisten gehen wohl einfach nur so, wohl um das Gewissen zu beruhigen, oder weil Sie glauben, dass Sie Gewicht verlieren können. Anstrengen und schwitzen ist nicht jedermanns Sache . . . aber nicht für mich, ich will im Spiegel sehen, warum ich mir das antue. Klingt verbissen, ist es aber nicht . . . es hat schlicht etwas mit Eitelkeit, Disziplin und Zielen zu tun. Ich gehöre zu einer womöglich aussterbenden Spezies, die mit Begriffen, wie Fleiß, Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein noch etwas anzufangen weiß. Ich muss das nicht . . . aber ich will es tun und ich habe es mir selber ausgesucht.

Der Erfolg nach vielen Mühen und die sichtbaren Ergebnisse fühlen sich gut an und gefallen mir im Spiegel. Mit 45 habe ich immer noch einen Body mit dem ich mich jederzeit im Schwimmbad zeigen kann. Ich könnte sicher nicht bei den Chippendales mitmachen, dafür bin ich zu alt, aber ich denke, ich gehöre zu den Männern über die sich eine Frau freuen kann. Es soll sich einfach gut anfühlen. Das kommt eben nicht von alleine und schon garnicht von heute auf morgen und ich muß natürlich auch auf meine Ernährung achten . . bei mir heißt das "ich muss essen" Ich trainiere nicht einfach nur so vor mich hin, sondern ganz kontinuierlich stelle ich mir gezielt Trainingspläne zusammen, die 8-12 Wochen dauern und ganz klar auf das Ergebnis Muskelaufbau ausgerichtet sind. Das heißt, regelmäßig die einzelnen Muskelgruppen immer wieder zu trainieren und Ihnen durch die Belastung einen Wachstumsreiz zu geben.

Das ich dabei auch oft Gewichte versuche zu bewegen, um Kraftzuwachs zu erreichen, die eigentlich meine Möglichkeiten übersteigen gehört zu diesen Trainingsplänen dazu. Man muss man versuchen sich zu steigern, sonst gibt es keinen Zuwachs. Man wird das nicht schaffen wenn man die Einstellung eines Weißbrots hat. Man muss versuchen sich selbst zu motivieren, peitscht sich mental auf, versucht das Tier in sich zu wecken, vieles passiert im Kopf. Klingt beknackt, ist es aber nicht . . . wer schon einmal versucht hat, beim Bankdrücken mehr als sein eigenes Körpergewicht zu stemmen, weiß wovon ich rede.

Bei mir sind das über 90kg und dieses Gewicht sinkt sowas von gnadenlos auf die Brust als würde eine hydraulische Presse es herunterdrücken. Wenn die stählerne Hantelstange, die auch ohne Scheiben schon 20kg wiegt, dann auf der Brust liegt, ist jeder Muskel im Körper angespannt und arbeitet mit aller Gewalt gegen die Schwerkraft, die Arme zittern, der Brustmuskel ist bis zum zerreißen gespannt und langsam bewegt man das Gewicht wieder hoch . . . ein Trainingspartner, der dahinter steht unterstützt einen dabei zusätzlich mit freundlichen Ermunterungen "Looooooooooos" brüllt dein Buddy .. "mach schon Du Schlappschwanz, Drück Du Sau"  . . "du packst das, meine Schwester hat letzte Woche mehr gemacht . . . mit einem Arm . . . "

Du könntest den Typen killen aber er sorgt dafür, dass Du deine letzten Reserven mobilisierst und wenn Du die Scheiss Stange wieder oben hast, lässt Du Sie völlig beklopterweise gleich nochmal auf die Brust sinken . . . denn einmal ist keinmal . . . jetzt muss der Typ hinter Dir genau sehen, was Du packst und er lässt Dich kämpfen, legt die Zeigefinger unter die Stange und würde im Ernstfall eingreifen aber er will das Du es schaffst, also lässt er Dich erstmal schön hängen. Der Kopf ist spätestens jetzt knallrot vor Anstrengung und zwischen den zusammengepressten Lippen presst man die Luft wie durch einen Strohhalm . . mit äußerster Anstrengung und einem lauten Stöhnen gelingt die 2.te Wiederholung. Maximalkraftsatz. Mit ausgestreckten Armen knallt die Hantel in die Halterung, man springt von der Bank auf wie ein Tier, macht eine Becker-Faust, brüllt irgendwas wie "YES" oder "FUCK" . . . der Brustmuskel ist aufgepumpt wie Sau, so das Dolly Parton dagegen aussehen würde wie ein Teenager und das Testosteron pumpt durch den Körper, das man wie Obelix Bäume ausreissen könnte.

Wer sich jetzt nicht wie ein Mann fühlt hat zu wenig Gewicht aufgelegt und sollte sich gleich nochmal auf die Bank packen . . . und genau diese Art zu trainieren scheint in meinem "Fitness" - Studio auf wenig Gegenliebe zu stoßen . . . zu laut gestöhnt, dafür habe ich schonmal eine Verwarnung kassiert, der Trainer kommt ganz aufgeregt angerannt wedelt mit seinem Finger vor mir rum und meint, dass es jetzt reichen würde. Ich frage den Fingerwedler, was das denn das hier für ein Laden sei? . . . was mir 2 Sätze später den Rauswurf einbringt. . . . das ist die Krönung . . . ich bin kein Pumper, kein Assi, kein Proll . . . ich trainiere lediglich ambitioniert und wenn ich nicht mal in einem Sportstudio stöhnen darf oder mal eine Hantel lauter ablegen darf, wo denn dann. Ich muss mir jetzt halt ein neues Studio suchen und werde vorher fragen, ob Sie etwas gegen Leute haben, die ernsthaft trainieren. Jetzt wundert es mich nicht mehr, warum mein "EX" - Sportstudio bei Gay Scout immer ganz oben gelistet wird. Schwuchtel Laden

Montag, 9. November 2009

und das ist gut so . . .

Der graue Novembertag könnte einem Roman entsprungen sein. Noch trostloser, noch nasskälter, noch nebliger und noch grauer konnte ein Tag wohl kaum sein. Nichtmal richtig hell wollte es an diesem Tag werden und dennoch. Bei genauerer Betrachtung, war alles eine perfekte und wunderschöne Komposition. Eine Komposition aus dem trüben Grau und den immer noch leuchtenden Farben der letzten Blätter, die sich zitternd an dürre Äste klammerten . . .

Es ist frü
her Nachmittag als ich Sonntag am 08. November auf dem ehemaligen und ziemlich einsamen Mauerweg jogge. Die Sonne versteckt sich hinter dicken Wolken, die den ganzen Himmel, wie eine graue Pferdedecke überziehen. Das Laub der Sträucher und Bäume hat sich wie ein Teppich über den rissigen Asphalt gelegt und dämpft meine Schritte. Die goldgelben kleinen Blätter der Birken, das braune Laub der Buchen oder leuchtend rotes Eichenlaub liegt wie ein wunderschönes Pottbourrie aus dem Füllhorn der Farben, kunterbunt arrangiert zu meinen Füßen und haucht diesem Tag eine melancholische Stimmung ein.

Ich genieße es diesen schmalen Weg entlang zu traben . . . über viele Kilometer zieht er sich teilweise schnur gerade rund um Berlin. Auf der östlichen Seite des Weges liegen jetzt meißtens große Felder und Scharen von Krähen verteilen sich zwischen den Strünken vom abgeernteten Mais. Nichts erinnert mehr daran, dass hier vor 20 Jahren diese Stadt zuende war. Wenn man nicht vereinzelt durch Wegweiser darauf hingewiesen werde würde, dann würde man es nicht merken, das hier eine Mauer das Land geteilt hat. In Gedanken versunken, den Blick ein paar Meter vor mir auf den Boden gerichtet, laufe ich vor mich hin. Meine Beine finden Ihren Rythmus ganz alleine, ohne das ich daran einen Gedanken verschwenden muss und ein Blick auf meine Pulsuhr zeigt, dass Sie es richtig machen. Laufen ist Balsam für den Körper und die Seele.

. . . . in der Ferne taucht am Rand des Weges ein leuchtender Pfosten auf und als ich näher komme sehe ich einen Kranz an Ihm liegen, ein rotes Gedenklicht und ein Strauß frischer Blumen. Vor ein paar Wochen, war hier noch nichts . . . An dem Pfosten ein Bild von einem jungen Mann. Es ist ein kleines Mahnmal, ein Gedenken an einen Menschne, der hier bei dem Versuch den Todesstreifen zu überwinden, sein Leben lassen mußte. Eine Erinnerung daran, dass dort drüben ein Überwachungsstaat und eine Diktatur existierte, wovor die Menschen fliehen wollten. Selbst heute ist es für mich immer noch so unvorstellbar, dass diese Grenze und das politische System, was Sie errichten ließ, für den Tod sovieler Menschen verantwortlich war. Unbegreiflich auch, dass so viele Menschen von drüben, in Anbetracht der Toten, so verklärend über Ihre DDR denken können.

Ich bin 1964 in Westberlin geboren, da stand die Mauer schon. Als Schuljunge habe ich oft die Sommerferien am Stadtrand bei meiner Tante Gisela und Onkel Rudi verbracht, direkt an der Mauer. Wir haben in den Feldern gespielt und haben versucht Frösche in den Tümpeln zu fangen und hin und wieder haben wir Steine über die Mauer geworfen, oder diese mit Kreide bemalt, einfach nur so . . . auf der anderen Seite der Mauer, die gut 4m hoch war, haben keine Kinder gespielt . . . dort war Todesstreifen, 20 meter breiter fein geharkter Sand, Stalinrasen, Selbstschussanlagen, LKW Sperren, Wachtürme, Gräben und bewaffnete Grenzsoldaten mit Wachhunden.


Jetzt gibt es Sie nicht mehr, und jeder kann wieder in jede Richtung gehen. Die Menschen sind verschieden, Ossi, Wessi . . . es wird noch lange dauern, bis auch die Mauer in den Köpfen eingerissen ist, wohl auch bei mir . . . aber das die Mauer weg ist, die dieses Land getrennt hat, das politische System was Sie einst errichten ließ auch, das ist gut so. Keine Frage.


Nach 12km stehe ich wieder vor deiner Tür. In der Kälte ist mein Atem gut zu sehen und auch sonst dampfe ich wie ein Ross vor mich hin. Das heiße Wasser unter der Dusche dampft auch und entspannt genieße ich diesen Augenblick. Es wurde ein überraschend schöner Lauf auch wenn ich schon lange nicht mehr so schnell wie vor gut 2 Jahren bin, dafür laufe ich nicht oft genug, aber darauf kommt es mir auch nicht mehr an. Ich schaue an mir herab . . . der Muckibude und meinem Fleiß sei Dank, habe ich seit damals jetzt 12kg mehr auf den Rippen . . . und das ist auch gut so.

Mittwoch, 4. November 2009

der kleine Unterschied

Auf dem Tisch stehen Kerzen, frische, knusprige Brötchen imBackofen verströmen diese den herrlichen Duft einer Bäckerei, oft findet sich auch ein Croissant und ein Laugengebäck auf dem Tisch oder eine Tasse heißer Kaffee. Kirsch und Himbeermarmelade stehen aufgereiht neben dem Honig und Nutella, verschiedene Sorten Aufschnitt, eine leckere Cabanossi, etwas Käse, eine (gewaschene Tomate), frische Milch und Kakao, auf dem Frühstücksbrettchen ein Eierbecher mit einem weichgekochten Ei . . . aus dem Wohnzimmer quillt sanfte Musik in die Küche . . . Nein es ist nicht Sonntag . . . es ist einfach ein ganz normaler Morgen, 06:30 und vor Dir sitzt ein frisch rasierter und gepflegter Mann, lächelt Dich an und fragt Dich, während Er Dir ein heißes Brötchen aufschneidet ob Dir noch etwas fehlt . . . du lächelst liebevoll zurück wir genießen die wenigen gemeinsamen Minuten bevor uns der öffentliche Nahverkehr und der Arbeitsalltag aus unserem kleinen Glück reißt . . . ein paar Meter zur U-Bahn und dann 2 Stationen mit dem Bus . . . schon kanns losgehen


CUT . . . Szenenwechsel . . .


Es ist 05:45 als Eros Ramazottis seinen Song L' Aurora aus meinem Handy anstimmt. Ein netter Wecker. Wie Nebelschwaden lösen sich die letzten wirren Träume auf, verschwinden im Nichts und es ist an der Zeit aufzustehen. Eine Hand tastet nach mir, leider ohne Absichten, Sie stellt lediglich fest, dass ich wohl in der letzten Nacht wieder geschwitzt habe. Der Morgen ist genauso Dunkel wie die Wohnung und mit nackten Füße tappe ich auf eiskaltem Boden, noch halbblind ins Bad. Aus meinem Handy quakt leise etwas Musik, wie gut, dass es Internet Radio gibt. Ich wasche mir die Haare und finde tatsächlich ein einzelnes Handtuch. Aus der Zahnpastatube gelingt es mir nur mit äußerster Kraftanstrengung einen letzten, erbsengroßen Rest herauszuquetschen. Irgendwo soll ja eine Neue sein, erinnere ich mich . . . ein flüchtiger Blick in den Drehschrank. Fehlanzeige . . .

Mein Weg führt mich wieder zurück ins Schlafzimmer, zu Dir ans Bett, mit dem Gedanken im Kopf, dir beim ausziehen vom Nachthemd zu helfen und dann mit meinen warmen Händen deine großen *piep* zu *pieeep* . . . . Mmh? . . . Du klingst erkältet, dann wohl doch keine guter Moment, um zu kuscheln oder Fieber zu messen . . . Ich mache das Bett und tapse in die Küche. Sie ist kalt und leer. Gähenende Leere im Brotkorb und das fahle Licht der Dunstabzugshaube beleuchtet schwach die ebenfalls leere Arbeitsplatte. Ich schaue im Froster nach und nehme ein tiefgefrorenes Roggenbrot heraus, was eindeutig Ähnlichkeit mit einem Ziegelstein hat. Mühsam breche ich ein paar Scheiben ab und stopfe Sie in den Toaster, der daraufhin ein wenig Wärme verströmt. Im Kühlschrank entdecke ich neben abgelaufenem Quark, den man aber noch essen kann, etwas Wurst, reichlich Käse und 2 frische Brotscheiben, die ich vorsorglich mitgebracht hatte, um auf der Arbeit etwas zu essen zu haben. Ich packe noch eine reichlich braune Banane dazu und den Rest Tomatensalat von gestern abend. Bis zum Mittag wird das wohl grad so reichen denke ich, als ich alles in meiner Sporttasche verstaue.

Als das Roggenbrot dampfend aus dem Toaster springt, verteile ich die Himbeermarmelade darauf, die ich auch vor ein paar Tagen mitgebracht hatte. Ein wenig appetitlos mümmel ich auf dem Brot herum aber der Zucker in der Marmelade und der Kakao, den ich mir in einem kleinen Topf warm gemacht habe, damit es mich aufhört zu frösteln, wird hoffentlich die Denkfabrik auf meinen Schultern in Schwung bringen.

Du kommst in die Küche, schneidest dir 2 Scheiben Marmorkuchen ab, setzt Dich damit beinahe wortlos ins Wohnzimmer und beginnst damit den Kuchen in deinen kalten Kakao einzutauchen. Ich setze mich dazu . . . im Fernsehen sieht man wie ein Tierpfleger einen Pinguin füttert, dann Nachrichten, eine 16-jährige ist von einem Güterzug überfahren worden, Tot . . . auf Nick läuft Spongebob . . . für wenige Minuten verfliegen die traurigen Gedanken von dem toten Teenager, dieser Schwamm mit seinem verblödeten Seestern und diesem Tentakelviech schaffen es mich zum lachen zu bringen . . . aber nur kurz, ich will Dich damit ja nicht stressen . . . und schalte wieder um. Noch ein paar Minuten Musik aus VIVA und MTV . . . dann geht es ab in die Kälte des grauen Novembermorgens . . . frieren an der Bushaltestelle, frieren am Bahnhof während wir auf den überfüllten Regiozug warten, frieren am Hauptbahnhof bis der Schlenkibus kommt, der mich glücklicherweise vor meiner Firma abkippt . . .


2 Morgen in Berlin . . . einmal in Berlin Lichterfelde und einmal in Berlin Wilmersdorf . . .

Samstag, 24. Oktober 2009

Was willst Du wirklich?

Was willst Du wirklich? . . . kann es auf diese Frage eine eindeutige Antwort geben? . . . nun, schön wäre es aber es ist nicht sehr wahrscheinlich . . . Denn so gestellt, ist die Frage viel zu unpräzise. Um Antworten zu geben, müsste es heißen "Was erwartest Du?" oder "Was suchst Du?" und dann müßte man dazu einen Lebensbereich nennen auf den die Frage abzielt. Geht es bei der Frage um Geld, geht es um sportliche oder berufliche Ziele, geht es um privates Glück, geht es darum wer man eigentlich sein möchte oder geht es ganz profan nur darum, wo man seinen nächsten Urlaub verbringen oder was man abends essen möchte?

Mich persönlich beschäftigt zurzeit die Frage in dem Zusammenhang, wenn es um mein persönliches Glück geht. "Was will ich?" oder "was erwarte ich?" wenn von einer Beziehung die Rede ist . . . Manch einer bekommt alleine bei der Frage schon Schweissausbrüche . . . ich nicht . . . Im Grunde weiß ich das . . . oder bilde ich mir das nur ein? Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als wäre eine Antwort sehr leicht . . . Glücklich sein . . . aber das ist doch irgendwie zu billig . . . Quark, das will doch ohnehin jeder . . . wenn ich mir also nun etwas mehr Zeit lasse und nur einen winzigen Augenblick die Gedanken in die zurückliegenden Jahre schweifen lasse, dann spüre ich doch eine gewisse Unruhe in mir aufsteigen . . Es scheint vielmehr so zu sein, dass ich lediglich sehr genau was ich nicht mehr will? Ich will nicht mehr so sein, wie ich einmal wahr, ich will nicht mehr, dass was ich einmal hatte. Kälte, Desinteresse, Gefühlskälte, Langeweile, Alltag, alt werden, nichts mehr tun, nicht mehr erreichen, nichts mehr erwarten . . .

Ich muss erkennen, dass eine Antwort auf die Frage "Was erwarte ich von einer Beziehung" bedeutend vielschichtiger, viel differenzierter ist. Es genügt eben nicht nur zu sagen "Ich will lieben und geliebt werden" ? Falsch ist das sicher nicht . . . aber was heißt das für den Einzelnen, "Lieben" und "Geliebt werden?". Jeder tut es auf sein Art und was ist wenn die gesandten oder empfangenen Botschaften "inkompatibel" sind. Was ist, wenn ich glaube mit all meiner Kraft zu lieben und Alles was ich gebe, versinkt wie ein Regentropfen in einem Ozean? . . . . was wenn ich "geliebt" werde, mit aller Kraft, die einem Menschen zur Verfügung steht und es aber soviel Wirkung zeigt, als würde eine Maus einen Löwen anschreien. Das würde doch bedeuten, dass die Maus schier verzweifelt. Kann es wirklich sein, dass Liebe so unterschiedlich ist, dass man Sie nicht versteht/bemerkt, wenn man Sie erhält? oder ist es vielmehr so, dass manche Menschen es nie erfahren haben zu lieben und denken Sie lieben mit aller Kraft so als würden Sie mit einem Auto Vollgas fahren und dabei haben Sie noch nicht einmal den ersten Gang eingelegt.

Die Frage sollte nicht heißen, "Was erwarte ich" oder "Was will ich?" Sie muß vielmehr heißen "Was wünsche ich mir . . ." . . . Ich wünsche mir, dass eine Beziehung mit jedem Tag wächst, dass sich die Distanz mit jedem Tag verringert und das Vertrauen wächst, bis man eins wird. Ich wünsche mir, dass die Frau, die mich liebt, sich mit mir erst vollständig fühlt, so wie ich mich mit Ihr erst komplett fühle. Ich wünsche mir, dass Sie es nicht als Last sondern als Lust empfindet bei mir zu sein. Ich wünsche mir, dass man sich da Zuhause fühlt wo der Partner ist. Ist es zuviel wenn ich mir wünsche, dass mein Partner auch mein bester Freund ist. So wie Freunde, die niemals genug voneinander haben können. Der Partner, der beste Freund mit dem man alles machen kann, sich lieben, sich immer die Wahrheit sagen kann und doch niemals voneinander loslassen kann . . . vielleicht bin ich ja nur ein sentimentaler Idiot . . . mir ist klar, dass das Leben nicht "Wünsch Dir was" ist und das die Chancen, dass sich meine Vorstellungen von einer idealen Beziehung erfüllen, ungefähr so groß sind wie Sechs Richtige im Lotto mit Super6

Und dennoch . . . ich wünsche mir, dass man sich über alles streiten kann und sich doch immer wieder einig wird. Das man nie das Gefühl hat zu verlieren, sondern man immer gewinnt, dass man immer begehrt wird und das auch gesagt bekommt. Ich wünsche mir, dass man an mich denkt, wenn ich nicht da bin, dass man mir kleine Freuden bereitet. Ich wünsche mir, dass jemand zu mir sagt, dass ich Ihm Alles bedeute und ich wünsche mir Leidenschaft, Hingabe, Wollust. Ich wünsche mir, dass mich jemand anziehend findet, dass ich erregend wirke, dass meine Nähe, meine Wärme, mein Körper die Lust darauf auslöst mit mir zu schlafen . . . .

All das was ich mir wünsche . . . empfinde und gebe ich selber . . . und es bereitet keine Mühe. Mein Antrieb das zu tun, so zu denken und zu lieben wird von der Liebe genährt, die ich bekomme.
Vielleicht ist Liebe ohnehin ein viel zu starkes Wort. Völlig überbewertet und vollkommen abgenutzt hat es vielleicht keine Wirkung mehr. In einer Beziehung kann man nichts erwarten, entweder man bekommt das wonach man sucht, was auch immer das Alles ist oder man bekommt es nicht.

Nur wenn man es nicht bekommt . . . wenn man die Maus nicht schreien hört . . . was dann? Ich bin kein Maßstab, wie in einer Beziehung geliebt werden soll, aber wenn man sich umschaut, sieht man positive als auch negative Vorbilder, von denen jeder selber ableiten kann, was in einer Beziehung alles normal sein kann wenn sich 2 Menschen gefunden haben. Wenn der Partner als eine Bereicherung des eigenen Lebens empfunden wird und nicht nur als eine Sache, ein Ding was eben auch noch da ist. Selbst Kinofilme vermitteln wie in einer Art Lehrfilm, wie schön es in einer Beziehung sein kann, wenn Partern sich gegenseitig umeinander bemühen, wenn Sie sich das Gefühl geben, dass Sie Ihr Leben teilen wollen. Wünscht man sich nicht es Ihnen gleich zu tun, auch so zu empfinden . . . man könnte Ihnen nacheifern, uma auch dieses Glück zu empfinden oder aber man zieht es vor, das einfach alles als Fiktion abzutun und für sich zu befinden, dass es ausreichen muß wenn man einfach nur da ist.

Die Kraft mich zu erklären, lässt nach . . . ich kann nur darauf hoffen, dass Du vermagst in mich zu schauen und dann feststellst, dass ich es wert bin und dass ich Dir dein Leben lang gefehlt habe.

Zweifel habe ich nicht verdient

Freitag, 28. August 2009

Lars jeht Geld koofen . . .

Meine Lisa kommt nun auch endlich in die Oberschule. Nächsten Montag ist es soweit . . . und weil das für Sie natürlich ein wichtiger und aufregender Tag ist, an dem ein neuer Lebensabschnitt beginnt, möchte ich Ihr auch etwas Schönes schenken. Ein kleine obligatorische Schultüte, mit ein paar Süßigkeiten, ein paar Jelly Bellies, die Sie so sehr liebt, eine großen Schokomaus, ein paar Buntstifte (mehr zum Spaß) und natürlich eine Karte, mit ein paar lieben, gut gemeinten Worten, die ich Ihr mit auf den Weg geben will . . . So hatte ich mir das gedacht und als besondere Überraschung will ich ein paar niegelnagelneue Geldscheine mit in den Umschlag tun. Dies sollte dann doch aber etwas schwieriger werden als gedacht . . .

Mein erster Weg führt mich zur Postbank . . . am Geldautomaten würde es sicher keine neuen Scheine geben, das is klar. An dem Ding kann man ja nie wissen was man bekommt und man kann ja nicht mal die Sorte Geldscheine wählen. Aber auch am Schalter, Fehlanzeige. Ich erkläre der freundlich lächelnden Mitarbeiterin meinen Plan und bekomme aber auch nur ein Kopfschütteln als Antwort. Sie würden das Geld auch nur aus einem Automaten holen . . . immerhin hat Sie die ganze Zeit gelächelt.

Wieder auf der Straße zücke ich mein Handy und suche die Nummer der Deutschen Bank. Der Laden vom Ackermann muß doch frische Scheine haben . . . denke ich . . . aber auch hier teilt mir eine freundliche Dame am anderen Ende der Leitung mit, dass die Filialen keine 'frischen' Scheine auf Abruf austeilen können . . . weil ich Sie aber offensichtlich mit meiner Idee doch etwas anrühre, gibt Sie mir den Tip doch mal bei der deutschen Bundesbank nachzufragen.

*Boaaaaah * Na klar . . . die verteilen doch Milliarden an die Banken, wollen Opel die Kohle in den Auspuff schieben, verwalten Billionen Staatsschulden, also wenn nicht DIE, wer sollte dann neues Geld haben. Die drucken es doch ! ! ! Diese modernen Handies sind schon geil. Ich stehe immer noch auf der Straße als ich mir die Telefonnummer "ergoogel" Tatsächlich meldet sich auch nach nur einmaligen Klingeln sofort eine nette Frauenstimme, der ich wieder die Geschichte von meiner Tochter und den neuen Scheinen für den Neuanfang erzähle und tatsächlich . . . JA, Sie können mir neue Scheine rausgeben . . . "Großartig" sage ich und auch "na dann mache ich mich gleich mal zu Ihnen auf den Weg" . . . doch die freundliche Dame bremst meinen Enthusiasmus und teilt mir mit, dass lediglich von 08-13:00 geöffnet ist und weil es schon 14:00 wäre, wäre jetzt schon zu . . . ich verkneife mir die Frage was Sie dort noch macht und denke daran, dass ich so einen Arbeitstag auch gerne hätte.

Am nächsten Morgen betrete ich um kurz nach 8 in der Früh ein großes, ehrfürchtiges Gebäude. Es ist nicht neu, keiner dieser sonst so einschüchternden Bankentempel, sondern sogar eher alt, aber es strahlt eine gewisse Würde aus und beeindruckt mich mit einer stattlichen, großen Empfangshalle, in der sich eine große Marmortreppe, wie aus einem Hollywood Streifen in den ersten Stock emporwindet. Kameras in allen Ecken, verschlossene Glastüren mit Sicherheitszugängen, die man nur mit Magnetkarten öffnen kann, erinnern mich daran, dass es sich um einen besonderen Ort handeln muß. Der Pförtner schickt mich die Marmortreppe hoch, nur noch 2x rechts, dann durch 2 Türen und ich tatsächlich . . . ein Geldschalter. Ich stehe in einem winzigen Raum, kaum so groß wie ein Bahnhofsklo. Über mir 3 Kameras, hinter mit die Sicherheitstür, die sicher sofort verriegeln würde, würde ich aus meiner Tasche eine Kalaschnikow ziehen, vor mir eine zentimeterdicke, grünlich schimmernde Panzerglasscheibe und ein kleines Mikrofon, das wie eine Blume aus dem Marmor wächst.

Hier werden also die Schulden des Landes verwaltet. "Ich hätte gerne 40€ in neuen Scheinen" spreche ich in das Micro und halte meine EC Karte hoch. Der Mann auf der anderen Seite der Scheibe schaut mich ein wenig mildtätig lächelnd an und teilt mir dann sorgfältig formuliert mit, dass Sie kein Geld herausgeben können (warum habe ich mir das jetzt nur schon gedacht?) . . . aaaber . . . Er könnte mir gerne altes Geld gegen Neues umtauschen. Na toll, das ich natürlich nur KEINES bei mir habe. Einen Geldautomaten würde es aber auf der anderen Straßenseite bei der Hypo Bank geben. JaNe, is klar, DIE haben natürlich Geld, die deutsche Bundesbank nicht . . . jedenfalls nicht so mickrige Beträge.

Also wieder rückwärts raus, durch etliche, schwergängige Glastüren, die große Hollywoodtreppe hinunter, über die Straße, eins-fix-drei 50€ aus dem Automaten gezogen und nach 3 Minuten stehe ich wieder vor der Panzerglasscheibe, mit dem dahinter freundlich, lächelnden Staatsdiener in Poloshirt und Jeans. Ich schiebe Ihm den Fuffi durch die Sicherheitsschleuse und tatsächlich er zählt mir niegel-nagel-neue und wirklich druckfrische Fünfer ab und schiebt Sie mir rüber.

Man die Dinger fühlen sich richtig geil an. Schönes, dickes Papier, total glatt, mit Ihren glänzendem Silberstreifen rutschen Sie beinahe etwas unecht übereinander. Glücklich packe ich die Scheine vorsichtig in eine Schutzfolie und versuche mir schon das Gesicht meiner Tochter vorzustellen, als ich die Niederlassung der deutschen Bundesbank verlasse . . . nu weeß ick also wo man frisches Geld bekommt . . . in Zeiten der Schweinegrippe kann dat ja ooch janz nützlich sein.

Donnerstag, 13. August 2009

Glück

es gibt so Vieles, was sich als Glück oder Zufriedenheit ausdrücken lässt . . .

keine eklige Hundekacke auf Wegen oder Liegewiesen, keine frühmorgens unablässig kläffenden Köter vor dem offenen Schlafzimmerfenster, Glück ist ruhige Nachbarn zu haben oder an einer Bushaltestelle nicht warten zu müssen, wenn es regnet und kalt ist. Glück ist ein voller Kühlschrank gefüllt mit den leckersten Sachen, Glück ist auch eine Supermarktkasse an der es schnell vorangeht, ohne einen Vollpfosten direkt vor sich zu haben, der sein Kleingeld aufs Band kippt. Glück ist im Kino keinen Gehirnamputierten vor oder neben sich zu haben, der mit seinen Kumepls ständig in den Film quatscht, mit seinem Handy hantiert und der eklig, laut schmatzend KäseNachos in sich reinstopft. Glück ist Zeit im Überfluss, am Monatsende immer noch Geld auf dem Konto, Glück ist Gesundheit, morgens aufstehen können, ohne das einem irgend etwas weh tut, Glück ist, schlafen und träumen können. Glück ist keine Zahnschmerzen zu haben, Glück ist wenigstens ein guter Freund, der sich nach mir erkundigt, egal ob aus der Ferne oder ganz Nah. Glück ist mit den Kumpels im Sportstudio Spaß haben und ordentlich Eisen stemmen. Glück ist einen Arbeitskollegen zu haben, auf den man sich freuen kann. Glück sind Füße, die beim Joggen, wie von alleine laufen, eine warme Wohnung im Winter, der Duft von frisch gemähtem Rasen, saftige SpareRibs mit Barbecue Sauce bei TonyRoma's, der Blick auf eine Dünenlandschaft, grünes Gras und goldenes Korn was sich im Wind wiegt, die Brandung die auf den Strand schäumt . . .

Glück und Zufriedenheit ist . . . ein weiches Bett, eine liebe Frau, die sich nackt an Einen schmiegt, wunderbar weiche Frauenbrüste auf meiner Brust, sanfte Kurven in meinen Händen, Lippen, die die Meinen suchen, Hände, die meinen Körper erkunden, ein warmer Schoß der sich mir entgegendrängt . . . und alles was danach folgt ;-) . . . aufwachen ohne Wecker, ein zärtlicher Kuß am Morgen, eine warme Dusche, knusprige Brötchen, ein schönes Frühstück mit duftendem Kaffee, ein vertrautes Lächeln, die morgendliche Kühle an einem Sommertag, eine milde Brise und die wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Rücken . . .

Glück und Zufriedenheit ist in Frieden und Freiheit zu leben, nicht alleine zu sein und geliebt zu werden. Glück ist einen Menschen zu haben, den man lieb haben kann, der Dich liebt, dich braucht und nicht müde wird, Dir das zu zeigen. Glück ist es, die Schönheit der Natur erleben zu können und das Leben als ein Geschenk zu erkennen.

Montag, 10. August 2009

Urlaub ohne Urlaub

[Urlaub] ist die Zeit, die ein arbeitsfähiger Arbeitnehmer, Beamter oder auch Selbstständiger von seinem Arbeitsplatz berechtigt fernbleibt, obwohl nach Tages- und Wochenzeit eigentlich Arbeitsleistungen zu erbringen wären. Erholungsurlaub dient vor allem der Erhaltung und der Wiederherstellung der Arbeitskraft des Arbeitnehmers . . .

So sachlich nüchtern beschreibt Wikipedia, die schönste Zeit des Jahres . . . und dabei ist es doch so viel mehr. Zumindest sollte es das sein. Für die meißten Menschen, die ich kenne, ist Urlaub die Zeit im Jahr, auf die man sich das ganze Jahr freuen kann und die Menschen tun es auch. Der bevorstehende Urlaub und die vergangenen Urlaube sind immer wieder Gesprächsthema Nr.1 gleich nach dem Wetter und wie oft mir die Frage gestellt wurde "Na?, wo fährst Du dies Jahr hin?" habe ich schon lange aufgehört zu zählen.

Egal wie beschissen das Leben ansonsten ist, jeder freut sich auf diese wundervollen Wochen und an den Tagen, an denen graue Wolken über der Seele hängen oder der Haussegen schief, freut sich ein jeder auf das was da kommt. Im Winter, wenn die Tage viel zu dunkel, kalt und kurz sind, wenn die Stimmung den Blues hat, dann sitzt man vor dem PC stöbert in Angeboten, blättert in Katalogen, betrachtet Bilder von türkisfarbenen Poolanlagen und schwelgt in Gedanken in fernen Ländern . . . Urlaub ist das ganzjährige und erholsame Füllhorn für die Seele . . . eine Tankstelle für schöne Gedanken.

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen "Erholungsurlaub" hatte, so ganz klassisch, aber ich glaube es war 2004 . . . eine Woche mit der Familie nach Langeoog. Diese wunderschöne, kleine Insel vor der Küste Ostfrieslands. Eine Schippe Sand in der Nordsee. Das endlose Meer, die Brandung, Wellen, die sich gleichmäßig am feinen, weißen Strand brechen, weichgeschwungene Dünen, Formen, wie ein schöner Frauenkörper, allerdings überzogen mit weichem, duftendem Dünengras, was sich wie ein Teppich über die Landschaft legt und sich in der salzigen Meeresluft wiegt . . . eine einmalige Landschaft, keine Autos, kein Lärm . . seitdem hat sich Einiges verändert.

Für Fernreisen hatte es ohnehin nie gereicht und Reisen in Mittelmeerländer, in den Massentourismus, das wollten wir unseren Kindern nicht antun. Hitze, übervolle Strände, häßliche Betonburgen am Strand . . . oder steile Bergtouren in Österreich oder Bayern, mit quengelnden Kindern, die nicht laufen wollen und dann womöglich noch mit vollbeladenem Kinderwagen, das war damals, auch nicht ganz so das Richtige . . . aber hübsche bunte Strandkörbe, jede Menge Sand zum Buddeln, Wasser zum spielen und genügend andere Familien mit Kindern, das hat gepasst.

Bevor wir Kinder hatten, gab es noch keine Billigairlines und Geld, um normal zu fliegen, das hatten wir schon damals nicht. Und als dann die Kinder da waren, ging es eben immer danach, was wir für das Beste für die Kinder hielten bzw. was in der Familienkasse war. Eigene Ziele wurden dafür hinten angestellt und so kommt es, dass ich eben noch nicht viel von der Welt gesehen habe. Spanien, Italien, Jugoslawien, Griechenland, Türkei, Teneriffa, Mallorca, Tunesien, Ägypten oder was es da noch so an typisch deutschen Massentourismus Zielen gibt. Alles Fehlanzeige. Da war ich noch nie. Ich war auch nicht in den USA, auch nicht in Thailand, nicht in Kenia oder in der Doiminikanischen Republik. Nicht auf den Seychellen und auch nicht auf den Azoren . . . ich war an der Nordsee auf Langeoog . . . damals war das O.K. . . . oder es wurden mangels Geld die Schwiegereltern in Rheinland-Pfalz besucht . . . ziemlich oft, war das der Fall . . . das waren meine Urlaube.

Natürlich wuchs mit den Jahren der Wunsch mehr von der Welt zu sehen, Sie zu entdecken . . . aber was hätte ich tun sollen? Dummerweise ist "die Welt" heute ferner denn je. Ich habe sowas von gar kein Geld, dass ich in den letzten Jahren, in meinem klassischen Sommerurlaub 3 Wochen jedesmal alleine Zuhause gesessen habe und so auch in diesem Jahr. Im Grunde wäre es mir egal wo es hingeht, alles kann schön und aufregend sein, Hauptsache man ist nicht alleine, Hauptsache man könnte die schönsten Tage im Jahr mit jemanden teilen.

Naja, wenigstens nicht arbeiten gehen, lange aufbleiben, ausschlafen können, das ist doch auch schon mal was. Aber für mehr reicht es eben nicht. Jede kleinste Aktivität kostet nunmal Geld und einfach nur am Badesee liegen, ohne das man mit jemandem reden kann . . . und ohne zu wissen was man denken soll? . . . während man von Bremsen und Bienen genervt wird? . . . das brauche ich dann auch nicht.

Meine Freundin war mit Ihren Kindern verreist, bei Ihren Eltern im schwäbischen Land. Ist jetzt vielleicht nicht der Hit, aber immerhin war Sie nicht alleine. Zu der Zeit mußte ich noch arbeiten, da war ick eben alleene Zuhaus . . . nun hab ick frei und Sie muß arbeiten . . . bin ick wieder alleene Zuhaus . . . wenn ich jetzt bei Ihr übernachte oder Sie bei mir, muß ick eben mit Ihr halbwegs zeitig ins Bette gehen und eben mit Ihr um dreiviertelsechs aufstehen . . . Urlaub? . . . selbstbestimmte Zeit?, die Leichtigkeit des Seins genießen? Fehlanzeige

. . . ich weiß doch garnicht mehr was das ist. Das Bedürfnis danach beginnt schon wieder zu schwinden, dauergestresst, dauergenervt, dauerüberarbeitet . . . dauergelangweilt . . . ich merke es schon garnicht mehr. Wenigstens gehe ich weiterhin regelmäßig zum Sport. Montag, Mittwoch und Freitag und an den anderen Tagen laufen . . . so hat jeder Tag seinen Höhepunkt.

Natürlich ist das doof und ich wünschte es wäre anders . . . aber ich bin deswegen nicht unglücklich, es geht doch vielen Menschen so. Alleinerziehende Frauen, die kein Geld haben, Frauen, die von Ihren Männern abhängig sind, um jeden Cent betteln müssen, damit Sie mal wegfahren können, arbeitslose Männer oder arme Rentner die jeden Cent 3x umdrehen müssen. Familien mit vielen Kindern und kleinem Einkommen . . . es gibt so Viele die Zuhause hocken müssen und die auch noch nix von der Welt gesehen haben. So werde ich zumindest nicht Opfer eines Bombenanschlages, wie zur Zeit auf Mallorca oder falle auch nicht der Schweinegrippe zum Opfer, weil ich in Spanien oder England Urlaub mache und vor Überflutungen und Tsunamis brauche ich mich hier Zuhause in meinem schönen Berlin, in meiner Stadt, auch nicht zu fürchten.

Ich könnte einfach mal ein paar Kochrezepte ausprobieren, Kuchen oder Kekse backen aber das geht ja auch nicht . . . . mein Kühlschrank ist leer . . . nun es gibt immer noch den Fernseher, den PC, ich könnte ein paar eBay Auktionen einstellen, irgendwas basteln? nur was? . . . ich werde eben einfach mal Nichts tun . . . . das ist es doch eigentlich genau das, was man im Urlaub tut . . . und in 2 Wochen kann ich dann wieder zur Arbeit gehen . . . bis dahin, werde ich mir wie jedes Jahr noch eine Antwort auf die Frage "und? . . wo warst Du dies Jahr" einfallen lassen und mich mental darauf vorbereiten höflich zu lächeln, wenn mir Kollegen und Freunde davon berichten, wo Sie waren . . .

Donnerstag, 6. August 2009

10.000m

über viele Jahre ist das Laufen ein Teil von mir geworden. Ein Berg an sündhaft teuren und am Ende doch abgelaufenen Schuhen und etliche Lauftagebücher sind stumme Zeugen von zigtausend Kilometern, die in meinen Füßen stecken, Kilometer die ich auf Berlins Straßen lief. Trainingspläne waren meine ständigen Begleiter, denn Erfolg ist planbar, jede Woche, jeden Monat, Sommer wie Winter, 3,4 Trainingstage und bis zu 65km in der Woche, Volksläufe über alle Distanzen von 5km, 10km, Halbmarathon, 25km Läufe bis hin zum Marathon, das waren meine Herausforderungen, meine Ziele, meine Aufgaben. Mein einziger Gegner, unter abertausendenden von Läufern, das war nur ich selber. Es galt, mich selbst, meinen Schweinehund zu besiegen und am Ende besser zu sein, als ich es war. Man läuft immer gegen sich selbst . . . Vieles habe ich erreicht, habe mir oft etwas bewiesen und blicke nun zufrieden zurück. Viel entspannter bin ich heute und kann das Laufen anders genießen. Ich fühle mich ausgeglichener und laufe oft nur noch zum Vergnügen. Keine Pulsuhr begleitet mich mehr und schreibt die Herzfrequenz und das Tempo vor, ich versuche die Natur bewusst wahrzunehmen, Geräusche, Gerüche . . das Licht, den Wind . . einfach Alles . . . aber dennoch schlägt in meiner Brust immer noch das Herz eines Kämpfers, insgeheim Ausschau haltend nach einer Herausforderung . . . und es gibt Sie . . . in diesem Jahr ist es der alljährliche Vattenfall CityNight Lauf über den Berliner Kurfürstendamm. Distanz 10km. Das ist für einen Ausdauersportler eine kurze Distanz, beinahe eine Sprintdistanz. Taktik gibt es hier eigentlich nicht . . . man läuft los und teilt sich nichts ein . . . Alles was geht . . . und so stehe ich am Samstag den 01. August an der Gedächtniskirche, mitten in einem Pulk von über 7000 Menschen. Es ist heiß, eigentlich zu heiß, aber so ist das bei einem Volkslauf, es gibt keine Ausreden . . . egal ob es regnet oder die Sonne brennt, für diesen Tag hat man trainiert. Ich denke an die vergangenen Monate, in denen ich zusätzlich zu meinem Training im Sportstudio, langsam die Trainingskilometer von Woche zu Woche erhöht und immer ein wenig mehr von mir verlangt habe. Ich habe bewusst gelernt wieder nur nach Körpergefühl zu trainieren, die Bereitschaft trainiert sich zu fordern . . . darauf kommt es an. Bis zum Startschuss sind es noch 20 min. wir stehen dicht gedrängt, wie die Pinguine in der Arktis, vor mir Menschenmassen, hinter mir Menschenmassen, jemand hustet . . . der ideale Platz, um eine Schweinegrippe Pandemie erst so richtig in Schwung zu bringen, denke ich. Neben mir steht Alphonse, ein Freund aus meinem Sportstudio, über 1,90m und bestimmt 95kg schwer. Ein Bilderbuchathlet aber er wird seine Kilos über die Strecke wuchten müssen . . . wir lachen uns an und freuen uns auf die bevorstehenden Qualen. Es steht fest, dass wir nicht hier sind um die Letzten zu werden. "Es wird weh tun" sage ich zu Ihm und lache Ihn an, er lacht zurück und sagt, ". . . ist ja kein Kindergeburtstag hier" Auch er hat Freude daran sich anzustrengen. Noch ein kurzes Telefonat mit meiner Freundin, Sie ist verreist und wird mich nicht an der Strecke anfeuern können, aber natürlich drückt Sie mir die Daumen. Das wird hier heute ein Solo. Endlich ist es soweit, es ist ein NightRun und um 20:30 fällt der Startschuss aber nichts bewegt sich, wir stehen dummerweise viel zu weit hinten und es vergehen beinahe 5min. bis auch wir uns in Bewegung setzen. Schnell wird klar, dass man in diesem Pulk keine gute Zeit wird laufen können. Eigentlich . . . . ich komme mir vor, wie ein Karnickel vor auf das geschossen wird. Ich bekomme Ellbogen in die Hüften, Menschen treten mir in die Hacken, ich drängele mich durch, weiche nach Links und rechts aus, werde geschubst und schubse andere, ich lande eingeklemmt zwischen den Massen und wühle mich wieder frei, weiche aus auf den Bürgersteig und wieder zurück auf die Straße. Der erste Kilometer ist der blanke Horror und zahllose Flüche werden mir hinterhergerufen. "Herrschaften, ich bin hier um zu gewinnen !" denke ich und reagiere nicht. Langsam werden die Lücken größer und erlauben mir nach und nach ein gleichmäßiges Laufen. Die Strecke ist topfeben, keine Steigung aber auch kein Gefälle und leider auch kein Wind. Keine echte Kühlung und die Hitze wird zu einem weiteren bösartigen Gegner. Die ersten 3-4km fühlen sich gut an und mein Tempo auch. Dann beginnen aber die Ausweichmanöver und die Hitze Ihren Tribut zu fordern. Die Kehle ist trocken wie die Wüste Gobi, die Beine werden schwerer, das Herz rast, ich spüre meinen Puls am Hals und versuche bei jedem Atemzug soviel Sauerstoff wie möglich in meine Lungen zu pumpen . . aber es scheint den Muskeln einfach nicht zu reichen. Vor meinem geistigen Auge flimmert das Bild eines römischen Streitwagens. Der muskulöse, braungebrannte Wagenlenker in glänzend, polierter Rüstung repräsentiert meinen Willen und er peitscht auf die schnaubenden Rösser ein, die meine Muskeln darstellen. Ein surealer Gedanke. Ich weiß sehr genau was gerade in meinem Körper, in meinen Musken passiert. Laufe ich zu schnell, überschreite ich zu lange die anaerobe Schwelle, gelangt zu wenig Sauerstoff in meine Muskeln, die wir irre versuchen Leistung zu erzeugen und es wird zuviel Laktat (ein Stoffwechselprodukt) gebildet, welches verhindert, dass die Muskeln sich zusammenziehen können, die Konsequenz ist, ich werde zwangsläufig stehen bleiben. Ich darf nicht zu schnell laufen, sonst kann es sein, dass ich womöglich ein paar hundert Meter vor dem Ziel umfalle . . . aber zur Zeit besteht die Gefahr nicht . . . ich kann schon jetzt nicht mehr. Kilometer 7, kurz vor der letzten Wende, ich will wenigstens in die Nähe meiner Bestzeit kommen, eine Zeit zwischen 47 und 48 min. aber es kommt mir vor als würde ich langsamer werden. 2km vor dem Ziel werde ich jetzt nicht spazieren gehen, jetzt nicht . . . und es beginnt der wahre Kampf. Ich versuche locker zu bleiben, locker zu laufen, die Arme leicht angewinkelt mitschwingen, die Schultern nicht verkrampfen, gleichmäßig traben, den Blick vor mir auf den Asphalt genagelt. Jede Faser in meinem Körper lechzt nach Sauerstoff, schreit mich innerlich an "bleib doch stehen" und hat schon längst die rote Fahne gehisst . . . die Dämmerung hat schon längst eingesetzt als ich endlich den Zieleinlauf erblicken kann. Nur noch ein paar hundert Meter . . . es ist geschafft . . . aber was ist das? Die Zielzeit liegt bei weit über 49min. . . . für einen Augenblick große Enttäuschung, waren die Monate der Vorbereitung und die Qual doch umsonst . . . aber es klärt sich auf . . . das war nur die Bruttozeit. Meine Zielzeit über 10km waren 45min:47sek. Halleluja . . . ich war weit schneller als gedacht, war ca. 4min:20sek. pro Kilometer schnell und habe meine Bestzeit, für die ich einmal sehr viel mehr trainiert hatte, nur um 29 sek. verfehlt. Was sind schon 29sek.? . . . 29sek. das ist die Zeit, die ich beim Freikämpfen auf dem ersten Kilometer habe liegenlassen . . . Und ich dachte, ich wäre langsam. Was zählt da eine Plazierung? Von gut 7000 Läufern bin ich 958.igster geworden und in meiner Alterklasse M45 von knapp 600 Läufern habe ich den 143.igsten Platz belegt. Sicher nicht schlecht, aber auch nichts womit man jetzt angeben könnte. Aber eine Zeit ist nicht wirklich das was zählt . . . wichtig ist Eines. Warum laufe ich 10.000m? . . . weil ich es kann!

Wer sich tatsächlich nun für den detaillierten Rennverlauf interessiert, kann sich die Zeiten pro Kilometer und den Streckenverlauf auf http://www.buddyrunner.com/lars.baeter anschauen. Diese Daten werden von meinem Handy via GPS aufgezeichnet und dann auf diese Webseite übertragen.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Dit is Berlin

Ja, ick weeß. Berlin is ne Weltstadt, zumindest will et eene sein. Aus allen Herrenländern strömen die Menschen, Stars, Promis, Politiker und die vielen Normalos in diese Stadt und jeder versucht Ihr irgendwann und irgendwie seinen Stempel aufzudrücken. Jeder versucht dieser Stadt zu erklären in welchem Rythmus Sie ticken soll. Hier importiert jeder seine Kultur, bringt seine Religion mit und nimmt sich wat Ihm gefällt. Et macht ehm jeder wat er will, dat merken die Meißten auch sehr schnell und irgendwie is dat ja auch jut so . . . aber wie so oft im Leben hat alles seine 2 Seiten.

Weiß denn noch Einer was es heißt wirklich Berliner zu sein? . . . wenn die Menschen in diese Stadt kommen, was ist es was Sie wirklich suchen? Berlin mit seiner Identität, seiner Kultur, seinen Menschen? Sind Sie deswegen hier? oder suchen Sie einen Platz an dem Sie sich selbst verwirklichen können? Wenn es so ist, dann kann man im Grunde ja auch garnichts dagegen haben, solange wie man dabei nicht vergisst, dass man im Grunde hier zu Besuch ist und nicht wie die Herde durch die Saat oder den "Ureinwohnern" auf Ihren Gefühlen herumtrampelt . . . es wäre schon schön, wenn ick Berliner bleiben dürfte. Niemand würde es wohl mögen, Besuch in den eigenen 4 Wänden zu bekommen, der Einem dann anfängt die Möbel umzustellen.

Hey liebe Berlinbesucher und Hierbleiber, es gibt Sie noch, die Ureinwohner . . . Menschen die in dieser Stadt geboren und aufgewachsen sind, die eine Zeit mit erlebt haben, als eine Mauer diese Stadt umgab und Menschen aus Westdeutschland nur hier her kamen um sich vor dem Bund zu drücken. . . . Ich bin so Einer, ein waschechter Berliner, Jahrgang 1964 und ausgerüstet mit viel Herz und Berliner Schnauze. Ich heiße friedliche Menschen immer willkommen, freue mich über diese Vielfarbigkeit, über diesen Mix aus Nationen, diese Lebendigkeit, diese kulturelle Vielfalt. Berlin ist eben eine Stadt die eben nur eine Konstante kennt. Ihre Veränderung . . .

Damit bin ich großgeworden, aber dennoch hängt mein Herz auch an berlintypischen Dingen, Dingen mit denen ich eben melancholisch romantisch verklärte Erinnerungen verbinde. Dinge die für einen Nichtberliner wohl schwer nachvollziehbar sind, weil Sie Ihnen nichts bedeuten. Für mich haben Sie aber einen hohen symbolischen Wert. Dat kann der Funkturm sein (der im Westen, jetz nich der Fernsehturm, der steht ja im Osten) oder der Flughafen Tempelhof, den unser lieber warmer Bürgermeister hat schließen lassen oder ein Pfannkuchen (die marmeladegefüllten und mit zuckerguß überzogenen Dinger, die sonst überall in der Welt Berliner heißen) oder die Gedächtniskirche (der hohle Zahn) oder die "schwangere Auster" unsere Kongresshalle, die jezt "haus der Kulturen der Welt" heißt, der Teufelsberg im Grunewald, mit den leider völlig verfallenen weißen Kuppeln der alten Abhöranlage der Amerikaner, der KuDamm (der eigentlich nicht wirklich soo schön ist, aber für mich ist er mein Zuhause). All das hat nichts mit Nationalstolz zu tun und es sind auch keine Heiligtümer, es ist nichts womit ich rumprotzen würde, wie ein Österreicher mit seinem Kaiserschmarrn, aber für mich sind es Dinge, die etwas mit dem Begriffen Identität, Heimat und Zuhause zutun haben. Ich versuche Sie mir nur so zu bewahren, wie Sie waren, um zu wissen woher ich komme und in welcher Stadt ich groß geworden bin. Es sind Dinge die mich geprägt haben.

. . . Also, falls ein Mitarbeiter vom Kaisers Supermarkt das hier liest . . . ein Schrippe ist eine Schrippe, ist eine Schrippe und nicht ein . . . . "Spitzbrötchen" ! ! ! ! ! man, man, man, wat soll dat denn sein?

Ick weeß nich wo Ihr herkommt, aber in dieser Stadt , hier in Berlin, heißt dat Ding "SCHRIPPE"

Dienstag, 7. Juli 2009

Fränner oder Mauen

Testosteron

. . . ich weiss wie ein Kerl riechen kann, es genügen ein paar Tage ohne Wasser und Seife, ein paar schweißtreibende Sportarten, Rugby, Schlammcatchen oder Boxen, dazu leichte körperliche Arbeit beim Bullenreiten und dann 3 Tage in denselben Klamotten vor dem Fernseher mit Bier und Pizza . . . Okey . . . Füße, Achseln, der Bereich um die Lendengegend können nun gar betörende Düfte verströmen . . . die jedem Normalsterblichen die Tränen in die Augen treiben, ein Kratzen im Hals verursachen und Haare ausfallen lassen . . . keine Frage, dass dieser Zustand unzumutbar ist und eine fristlose Wohnungskündigung rechtfertigt, bevor der Gestank sich im Mauerwerk festsetzt

. . . gehen wir aber nun einmal vom Durchschnitts Büro Männchen aus . . . Morgens duschen, frische Klamotten, Deo, Rasierwasser, Fußnägel geschnitten, schnell das Vollkornmüsli gemümmelt und ab in die U-Bahn zur Arbeit. 8 Std. nahezu bewegungslos auf einem ergonomisch geformten Bürostuhl verharren, von einer leichten Tischventilator Brise umfächelt und zum Feierabend schnell noch für 2 Std. in klimatisiertes Fitneßstudio, ein paar Gramm von den Hüften strampeln, ein paar Hanteln bewegen und anschließend duschen, leider ohne Seife.

. . . . dummerweise scheint eine weibliche Nase nun genau auf feinste Gerüche programmiert zu sein . . . etwas in Ihrem Zwischenhirn scheint feinste männliche Pheromone zu registrieren und dies sofort in Waschanweisungen umzusetzen. Dabei machen Sie keinerlei Unterschiede ob es sich um den pubertierenden Nachwuchs handelt, um den eigenen Freund oder eben den angetrauten Gatten. Sie dulden keine testosteronschwangere Luft und schon garnicht einen "3-Beiner" neben sich auf der Couch, der schlicht und ergreifend einfach nur nach Mann riecht. (ich rede nicht von einem müffelnden Kerl mit Blähungen, der gerade noch die Reste von einem Döner mit einem Zahnstocher aus den Zähnen entfernt). Das Drama, anstatt einem rasierten, zähnegeputzen und frisch gepuderten Männchen scheint sich neben unseren achso geruchsneutralen Weibchen ein behaartes Tier breitgemacht zu haben . . . was sofort unter die Dusche geschickt werden muß. Dabei können Sie vortrefflich ausblenden, dass Sie selber meißt einfach auch nur "nach Frau" riechen.

Sehr geehrte Damen der Schöpfung, hochgeschätzte Frauen,
wir Menschen bezeichnen uns gerne als die Krone der Schöpfung und ich will garnicht darüber philosophieren ob das nun stimmt oder nicht aber auch die Krone der Schöpfung kann nicht immer nach Veilchen oder blühenden Rosen duften . . . Sie riecht eben schlicht nach "Mensch", so wie ein normaler westeuropäischer Mensch eben riecht und ich möchte doch bitten die Kirche im Dorf zu lassen und eine gewissen Toleranz walten zu lassen, besonders in den Sommermonaten , wo es nunmal fast unmöglich ist geruchlos aufzutreten. Zumal Ihr nicht müde werdet energisch darauf hinzuweisen, doch nicht nutzlos Wasser zu verschwenden und beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen zu lassen ;-)

In diesem Sinne, meine Eitelkeit ist recht gut ausgeprägt, ich wasche mich, ich pflege mein Äußeres und achte insgesamt auf mein Erscheinungsbild . . . wenn ich mich so umschaue sogar etwas mehr als manche meiner Artgnossen . . . aber bei aller Liebe . . ich würde gerne ein Mann bleiben. Vielen Dank.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Alltägliche Banalitäten

Mehr als ein Monat ist seit meinem letzten Blogeintrag vergangen . . . ansich sollte es doch reichlich zu schreiben geben, aber irgendwie plätschert das Leben in alltäglicher Routine nur so vor sich hin. Zumindest sind Katastrophen ausgeblieben aber so richtige Highlights, echte Knaller, Schenkelklopfer . . . auch Fehlanzeige . . . mal schauen was sich wenigstens aus dem Alltag quetschen lässt.

Unverändert gehe ich natürlich immer noch regelmäßig zum Sport und ziehe diszipliniert mein 3.er Split Training durch. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt mich zu motivieren so sind Montag, Mittwoch, Freitag die Tage an denen ich, komme was wolle, in meinem Sportstudio erscheine, meine Muskeln schinde und in etwa 1 1/2 bis 2 Std. etliche Tonnen an Hanteln stemme, um meinen Body in Form zu halten. Es ist klar, dass ich damit nicht aufhören kann und ich denke auch nicht darüber nach. Mittlerweile habe ich bei 1.83m Körpergrösse stolze 87kg erreicht. Ein normaler untrainierter Mann hätte 8-10kg zuviel auf den Rippen und wäre damit deutlich übergewichtig. Ich bin es nicht. Ich bin kein Heering, kein Spacko aber auch kein Arnold . . . so wie es ist passt es schon ziemlich gut. Würde ich aber weniger Sport treiben, würde ich sicher schnell fett werden und müsste auf Essen verzichten. Das kommt ja wohl mal garnicht in Frage. Weder das Eine noch das Andere.

Mein Laufpensum habe ich jetzt endlich auch wieder langsam steigern können. Ich möchte diese Fitness auch nur ungerne verlieren. Es macht eben einfach Spass ausdauernd sein zu können und außerdem bleibt man schön definiert. Ich laufe meißt 30-35min. in eine Richtung, drehe dann um und laufe denselben Weg wieder zurück. Dabei lege ich so ungefähr 11-12 km zurück und verbrenne reichlich Kalorien. Als wunderbarer Nebeneffekt, neben dem gesundheitlichen Aspekt, kann ich mich vom öden Alltagstress entspannen.

Vor nicht allzulanger Zeit, war ich noch ausgerüstet mit Polar Pulsuhr, Brustgurt und Speedsensor am Schuh, um meine Daten aufzuzeichen. Mittlerweile begleitet mich mein neues GooglePhone. Ausgerüstet mit GPS und Kompass, zeichnet eine Software jeden Lauf metergenau auf und informiert mich über Tempo, Dauer, Distanz, Höhenmeter und Kalorienverbrauch. Einzig der Puls fehlt, aber ich laufe doch lieber nach Körpergefühl. Am Ende werden sämtliche Daten auf eine Webseite hochgeladen und können dort nicht nur miteinander verglichen werden, man kann auch wie von Google Maps gewohnt, sehr genau sehen, wo man langelaufen ist. Eine wirklich tolle Sache. Wer sich dafür interessiert hier ist der Link zu meinen Läufen : http://www.buddyrunner.com/lars.baeter

Im Berliner Tiergarten hat der jährliche 5x5km Staffellauf statt- gefunden an dem unsere Firma seit Jahren schon teilnimmt. Tausende Teams laufen hier zu Fünft über eine Distanz von 25km. Jeder 5km. Ein Riesen Spaß und wie gewohnt, wieder mal bei grotten schlechtem Wetter. Aber wen kümmert das schon? und interessanterweise trübt das Wetter keineswegs die Laune. Wir alle haben einen Heidenspaß an unserem gemeinsamen Lauf. Ich nehme mir jedes Jahr vor, es doch mal entspannt angehen zu lassen, aber das klappt irgendwie nie. Schon nach Start versuche ich mich schnell frei zu laufen und versuche alles zu geben. Im Ziel bin ich wieder mal völlig am Limit und obwohl ich deutlich weniger trainiert habe als noch vor 2 Jahren und auch locker 10kg mehr wiege, lege ich die 5km in 22min:19sek. zurück und verliere damit nur eine Minute auf meine Bestzeit vor einem Jahr. Ich brauche mich nicht zu verstecken, bin stolz auf mich und freue mich mit meinem Team. Von 3 Staffeln aus unserer Firma, waren wir die Schnellsten.

Was gabs noch . . . wochenlang laufe ich mit mehr oder weniger starken Zahnschmerzen rum. Mein Zahnarzt diagnostiziert freiliegende Zahnhälse an 2 Weisheitszähnen und verordnet mir Geduld. Ich gebe mir alle Mühe, konsumiere ein paar Schachteln Ibuprofen und Dolomo Schmerztabletten und bekomme dann am Ende nach qualvollen 2 Wochen, doch eine Wurzelbehandlung. Ein Zahn war doch im Eimer und wenigstens Einer gibt jetzt Ruhe. Der Andere hält sich so lala zurück, meldet sich aber immer noch hin und wieder und quält mich dann für mehrere Stunden bis er sich wieder beruhigt. Hoffentlich hört das bald auf. Blöd ist wirklich, dass man selber nicht weiß, was los ist. Kann wirklich harmlos sein, ein gereizter Nerv oder frisst sich gerade unbemerkt eine Karies durch meinen Zahn. Blöd ist, dass ich schon immer etwas Pech mit Zähnen hatte. Ich kann mir nicht erlauben welche zu verlieren, weil ich kaum Kaufläche habe und ich habe keine Lust mich nur flüssig oder von Brei zu ernähren.

Was noch? . . . . ich habe wieder versucht meine finanzielle Situation durch "Panikverkäufe" zu stützen. Schweren Herzens habe ich mich von teuren Erinnerungen getrennt und auf eBay alten Modellbaukrempel versteigert . . . hier ist jetzt auch Schicht, denn ich habe nun nichts mehr, was sich verticken ließe. Der Erlös steht leider in keinem Verhältnis, weder zu dem was ich mal bezahlt habe noch zu dem ideellen Wert . . . aber das war mir vorher klar und ich versuche nicht darüber nachzudenken.

Mir wird immer mehr bewusst, dass eine Trennung (Scheidung) für den Mann anscheinend soetwas wie eine Naturkatastrophe bedeuten kann . . . man verliert tatsächlich Alles, fällt tief und fängt dann ganz von vorne an. Ich habe bislang in meinem Haushalt immer noch kein Bett und keine so simplen Sachen wie einen Eierpieker oder Eierschneider . . . Handtücher fehlen, frische Bettwäsche, meine Kleidung ist abgetragen, der PC aus der Steinzeit, in der Küche stehen nur 2 Töpfe . . . es reicht zum leben . . . aber Fakt ist, 2 Jahre nach meiner Trennung krebse ich immer noch rum

. . . wie auch immer, die Auswirkungen der ebay Verkäufe auf mein Konto sind leider auch nicht so heftig und anhaltend wie ich gehofft hatte aber besser als nichts und ich frage mich wie es wohl aussehen würde, wenn ich nicht hin und wieder etwas verkauft hätte. Die Talsohle ist aber zumindest durchschritten . . . es wird aufwärts gehen, sicher langsam . . . aber stetig. Noch bin ich vorsichtig und wage nicht wirklich davon zu träumen, mir Wünsche zu erfüllen, aber die Hoffnung wächst, dass es nicht mehr lange dauern kann.

. . noch 7 Wochen bis zum Urlaub . . . hätte nichts dagegen wenn die schnell umgehen

Donnerstag, 21. Mai 2009

Vatertag

Heute ist Vatertag und obwohl ich die meißten Feiertage eigentlich nur schätze, weil man an Ihnen arbeitsfrei hat, so fühle ich mich an diesem Tag doch irgendwie angesprochen. Ich bin halt stolzer Papa von 2 Kindern und auch wenn ich rückblickend sicher auf Vieles habe verzichten müssen, so würde ich es wieder tun. Egal was Andere sagen . . . DAS was man für seine eigenen Kinder empfindet und wie sehr sich das Leben durch Sie bereichert, das ist mehr wert als alles was man für Geld kaufen könnte. Materielle Werte und Kinder lassen sich ohnehin nicht miteinander vergleichen. 

Aber nun lebe ich ja seit 2 Jahren getrennt und weil meine Kinder bei Ihrer Mutter leben, sehe ich meine Kids nicht mehr so oft. Meine Tochter ist 12, hat lange Schule und möchte natürlich viel mit Ihren Freundinnen zusammen sein. Mein Bengel ist 16 und seine Freizeit ist auch angefüllt mit Hausaufgaben, lernen, Musik machen, mit Freunden verabreden oder auch mal einfach nur chillen. Ich telefoniere mit beiden wann immer Ihnen danach ist, dränge mich nicht auf und überlasse es Ihnen wieviel Papa Sie brauchen. Da es keine festen Regelungen gibt, ist auch das Verhältnis sehr entspannt, was, wie ich finde, allen gut tut . . .  auch wenn ich gerne zugebe, dass ich hin und wieder mir etwas mehr Nähe wünsche . . . irgendwie möchte man ja doch immer wissen, was Sie treiben ;-)

Als ich heute morgen in mein Postfach schaue, finde ich eine Mail von meinem Großen . . . und ich bin wirklich gerührt, was er sich für mich überlegt hat . . . da steht Folgendes :



Ich kann's einfach nicht abwarten jemanden was zu schenken, also wart ich nicht mehr mit deinem Geschenk. Es ist nicht wirklich was, was Du in den Händen halten kannst, es ist eher was, worüber Du dich einfach erfreuen kannst ;D Es kommt von Herzen und ich hoffe Du liest das auch heraus (hab verdammt lange dafür gebraucht :P), ich hab dich ganz ganz ganz ganz ganz ganz doll lieb :D

Nicht nur heute an Vatertag,
möchte ich Dir sagen, dass ich Dich mag.

Für mich bist Du der der Fels in der Brandung
und bewahrst mich vor manch schlechter Entscheidung

Du bist der bester Papa der Welt
und oftmals warst Du schon mein Held

Wenn ich Dich brauche, bist Du sofort hier,
deine Lebenserfahrung vermittelst Du mir.

Ich denk an Dich und danke Dir
und lad Dich heut ein auf ein Glas Bier.

Du bist immer für mich da, 
das finde ich ganz wunderbar

Schuftest schwer für meine Träume,
versetzt für mich Berge und Bäume.

Selten war ich dankbar dafür
und hoffe Du verzeihst es mir.

So möchte ich Dir sagen an diesem Tag,
dass ich doch sooooooooo ganz besonders mag.


MEIN JUNGE   . . .  Vielen Dank. Ich bin so stolz auf Dich :-)


. . . und meine Lisa? . . . die wollte ohnehin den Vatertag mit mir verbringen, und hatte auch bei mir übernachtet. Sie hatte mir ein geheimnisvolles Geschenk mitgebracht, was ich erst garnicht sehen durfte.


Dies mußte noch während des Frühstücks im Backofen backen und als ich meine Augen öffnen darf, sehe ich ein kleines Kunstwerk aus Salzteig vor mir. Sie hatte für mich ein Flugzeug mdelliert, bemalt und gebacken, mit 2 Ringen daran, dass man es auch aufhängen kann. Nur ein Flügel war beim Transport gebrochen, aber den hatte Sie morgens in meiner Küche schnell wieder repariert.  Sie war traurig, weil ich doch meine Modellflugzeuge aus Geldnot verkaufen musste und wollte mir deshalb damit eine Freude machen.

MEINE TOCHTER . . . . Süße, dein Papa ist sehr gerührt wegen deinem liebevollen Geschenk. Ich hab dich, mein süßer Mausepieps, unglaublich lieb.


Rückschläge

. . . Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat . . . beim steten Bemühen den Körper fit zu halten vergeht die Zeit. Stetig wechseln sich Trainingstage im Sportstudio und Lauftage ab und ich fühle mich eingespannt in dieser Tretmühle dennoch wohl. Sorgt Sie doch auch dafür, dass ich normale Beschwerden, wie Sie meine lieben Mitmenschen öfter mal bekommen, locker abschüttel und irgendwelche Erkrankungen bei mir überhaupt keine Chance haben . . . ich weiß sehr wohl, dass meine Aktivitäen meine Immunsystem beanspruchen und ich bemühe mich nach Kräften es aktiv zu unterstützen . . . ich versuche wo es nur geht, stressarm zu leben . . . keine negativen Einflüsse an mich heranzulassen, ich versuche ausreichend Schlaf zu bekommen, um die Regeneration zu fördern und ich bemühe mich so gut es geht mich gesund, vitaminreich und fettarm mit gesunden Kohlenhydraten zu ernähren . . . .  leider lebe ich aber nicht in einer Märchenwelt, die mir all die Möglichkeiten gibt so ausbalanciert zu leben. Natürlich bin auch ich Einflüssen ausgesetzt, die meinen sorgfältig, ausbalancierten und doch empfindlichen Lebensstil aus dem Gleichgewicht bringt. Das beginnt natürlich mit meiner Arbeit . . . nicht jeder Tag ist gleich und sowohl Arbeitsvolumen und der Schwierigkeitsgrad meiner Arbeit ist sehr starken Schwankungen unterlegen. Es gibt eben beschwingte Tage aber auch Tage an denem einen die Hölle wie ein Luftkurort vorkommt. Tage an denen nichts klappt, an denen man mehr neue Arbeit auf den Tisch bekommt, als man wegschaffen kann, Tage an denen man einfach nichts auf die Reihe bekommt . . . . wäre es das alleine, wäre es nur ein stressiger Arbeitstag, dann könnte ich diesen "Stress" womöglich noch kompensieren aber hin und wieder schleichen sich auch noch  zusätzliche spannungsgeladene Situationen in eine junge Beziehung ein, meißt an den (Murphy lässt grüßen) stressbeladenen Arbeitstagen, die eigentlich garnicht sein dürften . . . schwierige Situationen, die viel zu viele Fragen aufwerfen auf die man keine zufriedenstellenden Antworten hat . . . Aufgeben ist keine Option, die Suche nach dem richtigen Weg, die Arbeit an sich selber und seinen Einstellungen und Sichtweisen eine Pflicht . . . spätestens jetzt bin ich mit meiner mentalen Belastung im roten Bereich und als ob das nicht genug wäre, erinnert mich mein Gewissen auch noch an die anderen Probleme, die ich seit Monaten mit mir herumschleppe. Geldprobleme, Geldprobleme und die Geldprobleme . . .  an dieser Stelle liegen nun meine Nerven blank, meine Contenance ist tot und mein Immunsystem beschließt auch in den Urlaub zu gehen . . . ich könnte den Zustand als "gefasste Verzweiflung" beschreiben und es gibt nichts was ich noch dagegen tun könnte. Wenn ich mich denn aber auch schlecht fühle, dann soll doch bitteschön nichts fehlen . . . das muß sich wohl das Schicksal gedacht haben, als es beschloß, dass ich mich nun auch noch bei meinem Sohn mit einer ordentlichen Erkältung anstecken könnte und weil das Alleine nicht immer wirklich gereicht hat, um mich an den Boden zu nageln, bekomme ich unvermittelt völlig bescheuerte Zahnschmerzen . . . der Zahnarzt diagnostiziert, entzündete und freiliegende Zahnhälse an meinen Weisheitszähnen und meint, das legt sich meißt nach 2-3 Monaten wieder von alleine und in der Zwischenzeit, müsse ich eben vorsichtig sein. . . . es ist zum aus der Haut fahren . . . 

die Krankheit zwingt mich dazu tatsächlich einen Tag auf mein Training zu verzichten . . . mehr geht aber wirklich nicht . . . ich will nicht . . . ein paar Tage Regeneration gönne ich meinen Körper aber nach 4 Tagen Pause, ist meine Erkältung schon so gut wie abgeklungen und gegen meine Zahnschmerzen werfe zwei Dolomo Schmerztabletten ein und gehe wieder ins Studio.  Es funktioniert . . .  

es ist nicht der Sport, der mich kaputt macht . . . es sind widrige Lebensumstände und von denen lasse ich mir nichts vorschreiben . . . jedenfalls nicht, wann ich ins Studio gehe und wann nicht.

Womöglich hält mich der Eine oder Andere für bekloppt und glaubt nun ich würde leichtfertig meine Gesundheit aufs Spiel setzen aber ich renne nicht jahrelang durch die Straßen von Berlin und stemme Eisen in einer Muckibude, um dann wieder das Leben eines Normalos zu führen nur weil Krankheit, Geldsorgen oder Beziehungsprobleme meinen Alltag belasten . . . ich lebe nur einmal und habe nicht vor in diesem Leben wie ein Teelicht vor mich hinzuglimmen . . . etwas heller zu brennen gefällt mir einfach besser .  .  .

die Zahnschmerzen sind immer noch nicht weg . . . aber der Regen hat aufgehört . . . da kann ich doch gleich wieder laufen gehen   :-)

Freitag, 17. April 2009

Was ist schon normal . . . .

Wenn jemand tatsächlich wüsste wie man sich in einer Beziehung richtig zu verhalten hat,  würden Familiengerichte überflüssig sein und alle Paare würden glücklich bis an Ihr Lebensende zusammenbleiben. So isses aber nich . . . trotz tonnenweise Paarberatungs-Ratgebern, Bücher über Frauen und über Männer funktioniert es leider allzuoft nicht und das obwohl man sich doch "liebt" wenn man beschließt es miteinander zu versuchen . . . tut man das? Was für eine Frage . . . was wäre denn sonst der Grund sich aufeinander einzulassen? . . . Nun hat man sich also füreinander entschieden, die physische Anziehungskraft ist oft riesengroß und seltsamerweise besitzt in dieser schönen Zeit jeder die seltsame Gabe Alles zu verzeihen und sämtliche Augen großzügig zuzudrücken. Warum bleibt das nur nicht so verflixt und zugenäht . . . das ist doch schon irgendwie ärgerlich.

Ich habe 24 Jahre mit ein und derselben Frau zusammengelebt. 17 Jahre davon waren wir verheiratet. Wenn man mich heute fragt warum, wären meine Antworten beschämend. Es waren natürlich viele schöne unbeschwerte Momente dabei, natürlich war nicht Alles schlecht, aber in den letzten Jahren würden die schönen, gemeinsamen Momente immer seltener und die Letzten liegen Sie schon viel zu lange zurück. Jeder von uns hatte sich das Leben anders vorgestellt. Wir waren einfach viel zu verschieden . . das wissen wir jetzt ! Ich habe nicht die Fähigkeit besessen, meiner Frau das zu geben, was Sie brauchte und Sie hat sich mir angepasst und auch kein Leben gelebt, was Sie sich gewünscht hätte. Die meißten Jahre waren wohl eindeutig Pflicht und Verantwortung, die wir für unsere Kinder übernommen hatten und wir haben versucht trotz Allem die Jahre  immer so gut es ging zu gestalten. Leider gelang das am Ende immer weniger. Ich habe vieles falsch gemacht.

Aber die Kinder haben wir gewollt. Wir haben Sie gezeugt, Sie versorgt und behütet, Sie versucht zu erziehen und wir haben Sie geliebt (und tun es noch). Es war unsere Pflicht und es war meine Pflicht zu bleiben . . . weil Sie nicht für sich hätten alleine sorgen können. Ich war der Ansicht, dass ich nicht die Wahl hatte. Zumindest solange nicht, bis groß genug waren und Sie auf einem sicheren Weg waren, den Sie nur noch selber gehen können . . wenn Sie auf eine Oberschule kommen. Natürlich brauchen Kinder immer Ihre Eltern, aber die haben Sie auch dann noch, wenn sich die Eltern trennen. Wichtig ist nur, dass man es im Guten versucht.

Nach diesem grandiosen Mißerfolg, mit dem ich mich selber um die schönsten Jahre in meinem Leben gebracht habe, habe ich den festen Vorsatz es besser zu machen. Ich möchte aus meinen Fehlern lernen, einer Partnerin das geben was Sie braucht und hoffe das meine Partnerin auch umgekehrt so denkt. 

Das ist sehr sehr schwer aber es kann funktionieren, wenn man sich einige wenige aber sehr wesentliche Fragen beantworten kann

  • Welche Bedeutung hat dein Partner in deinem Leben?
    .  . . Wie wichtig ist dein Partner für deine Zufriedenheit? Wie sehr brauchst Du Ihn? und welche Bedeutung soll er überhaupt in deinem Leben haben?  Wenn sich im Leben alles nur um Dich dreht, Du den Partner nur wie ein Utensil behandelst, was Du im Regal zu stehen hast und nur selten betrachtest, dann darf sich Keiner wundern, wenn es bald Probleme gibt. Dein Partner sollte deine Sonne, in deinem Universum sein. Die Sonne, die Du  umkreist, um Dich von Ihr wärmen zu lassen.
  • Was tust Du um deinen Partner zu halten?
    . . . dein Partner ist keine Selbstverständlichkeit. Er schenkt sich Dir, aber nimm Ihn nicht als selbstverständlich. Er tut es für Dich und hat dafür Liebe und Anerkennung verdient. Streng Dich für Ihn an. Er hat verdient, dass Du Dich um Ihn bemühst und Ihm Freude bereitest. Zerr nicht an Ihm rum, versuche nicht Ihn umzuerziehen. Das gilt für BEIDE. Und sage nicht, "ich kann das nicht"  . . versuche es. Man kann, wenn man will. Selbst Kinder lobt man für Ihre Bemühungen und nicht für  das Ergebnis Ihrer Bemühungen.
  • Wie lässt Du deinen Partner spüren, dass er bleiben soll?
    Sag Ihm wie wichtig er für Dich ist. Sage Ihm, dass Du dich ohne Ihn nur halb fühlst. Sage Ihm, dass er bei Dir bleiben soll, dass Dir seine Nähe gut tut. Zeige deine Liebe und deine Dankbarkeit, dass er für Dich da ist. Springe über deinen  Schatten und bereite Ihm Freuden. Er wird das Gleiche für Dich tun.
  • Wieviel Frau bzw. wieviel Mann lässt Du deinen Partner sein?
    Akzeptiere es, dass es Dinge gibt, die Frauen tun und es auch Dinge gibt die nur Männer tun.  Lasse deinem Partner seine Identität. Gib Ihm Freiräume, wenn er Sie braucht und bleib Dicht bei Ihm wenn es das ist, was Ihn glücklich macht. Denke immer daran, er wird aus Liebe zu Dir sicher an sich arbeiten und versuchen es Dir Recht zu machen, dann lasse Ihm die Dinge, die Ihm wichtig sind oder die er nicht ändern kann (oder will) weil es Ihm eben so viel bedeutet.
  • Wieviel würdest Du von Dir für Ihn aufgeben?
    Nicht alles ist heilig. Dein Partner wird sicher Verständnis für deine Hobbies haben, dennoch ist Sensibilität angesagt. Man muss nicht wirklich auf ALLES bestehen. Lass deinen Partner nicht unter deinen Extremen leiden. Kultiviere Sie nicht und mache aus einer Mücke keinen Elefanten. Ein Beispiel . . . Selbst wenn ich Sie liebe,  ich brauche keine Petersilie in meinem Salat, wenn Sie mein Partner nunmal garnicht mag. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Frieden stiften. Es kann so leicht sein.
  • Was denkst Du selber, wofür dein Partner Dich lieben soll?
    Betrachte dich ehrlich im Spiegel, nicht nur dein Äußeres, auch dein Verhalten. Kann man Dich wirklich lieben? Sei kritisch und gib Dir Mühe, dein Partner tut es auch. Verzichte auf Eigenschaften, die Du an Anderen auch nicht magst. Werde nicht langweilig und vernachlässige Dich nicht. Es gibt immer etwas, was man verbessern kann. Wer damit aufhört, besser sein zu wollen, hört auf gut zu sein.
  • Wofür kannst Du zu deinem Partner aufschauen, Ihn bewundern?
    Jeder Mensch braucht Anerkennung. Egal ob Kleinkind oder Erwachsener.  Durch Loben, ist noch keinem ein Zacken aus der Krone gebrochen. Versage deinem Partner nicht die Anerkennung. Heuchle keine Komplimente, Sie stehen jedem zu! Wenn es für Dich einfach ist, aber für Ihn eine Herausforderung, dann zeige Ihm, dass Du stolz auf Ihn bist.  Wenn es für Dich strunzlangweilig ist, aber für Ihn sehr bedeutungsvoll, dann  mach Ihm seine Freude nicht kaputt und freue Dich mit Ihm. Es tut nicht weh nett zu sein.
Natürlich steht nirgendwo, dass das was ich hier getextet habe der richtige Weg ist. Vielleicht ist es ja Quark . . . aber es ist mein Weg und ich versuche Ihn zu gehen ! 

JEDER hat IMMER die Wahl zwischen 2 Möglichkeiten : "Will ich streiten oder suche ich eine Lösung ?"