Wir schreiben den 04. März 2014, Planet Erde, Sternenzeit 16:45 .. endlich war es so weit. Nachdem der leidliche Theorieunterricht abgehakt war, stand dem Beginn des Fahrunterrichts nichts mehr im Weg. Nichtmal 4 Wochen, nach meiner Anmeldung im Februar, ging es los. Ich sollte meine erste Fahrstunde absolvieren und das hieß auch, ich konnte meine neue Montur einweihen. Hurra.
Es hatte wohl etwas von Robocop, einem Cyborg, halb Mensch halb Roboter, als ich ein wenig hölzern zur Fahrschule stapfte. Eingepackt in meine, mit Protektoren bestückte Ausrüstung, dem zusätzlich gegen die Kälte gefütterten Nierengurt, schwarzen Leder-handschuhen, meinem Shark Integral Helm unter dem Arm, schweren Stiefeln und breitschultrig wie ein Schrank. Kinder fingen an zu weinen und Mütter holten Ihre Töchter von der Straße ... tja, geschmeidig abrollen mit Motorradschuhen geht einfach nicht so wirklich gut.
Der Empfang war herzlich und Ivo mein Fahrlehrer fackelte auch nicht lange mit Vorreden und Erklärungen. Bei strahlendem Sonnenschein und 10°C nahm ich hinter meinem Fahrlehrer auf einer Kawasaki ER6N Platz. Mir fielen die zusätzlich rund herum angebrachten Sturzbügel auf. Am Lenker, am Motor, hinten am Sitz, vermutlich ja sowas wie Stützräder beim Fahrrad ... ob ich Sie brauchen würde, würde ich schon noch früh genug erfahren. Zumindest konnte ich mich aber jetzt erst einmal an ihnen festhalten und schon ging es auf die Straße.
Ich sollte die Füße auf den Fußrasten behalten und mich nach Möglichkeit nicht mit in die Kurve legen ... ok, das krieg ich hin. So bemühte ich mich beim Bremsen nicht an seinen Helm zu dozzen, blieb aufrecht sitzen und alles war schick. Alleine beim Mitfahren kam dann tatsächlich schon so etwas wie Vorfreude auf ... was aber auch jetzt nicht sooo überraschend war, da ich tatsächlich vorher NIE Motorrad gefahren war. Ja, es ist wahr ... ich war lediglich mit 17 Jahren mal irgendwo bei einem Mädel aus meiner Berufsschulklasse auf einer Yamaha SR500 mitgefahren, das weiß ich wohl noch, aber an das Gefühl konnte ich mich nach so vielen Jahren nun wirklich nicht mehr erinnern.
Ich sollte die Füße auf den Fußrasten behalten und mich nach Möglichkeit nicht mit in die Kurve legen ... ok, das krieg ich hin. So bemühte ich mich beim Bremsen nicht an seinen Helm zu dozzen, blieb aufrecht sitzen und alles war schick. Alleine beim Mitfahren kam dann tatsächlich schon so etwas wie Vorfreude auf ... was aber auch jetzt nicht sooo überraschend war, da ich tatsächlich vorher NIE Motorrad gefahren war. Ja, es ist wahr ... ich war lediglich mit 17 Jahren mal irgendwo bei einem Mädel aus meiner Berufsschulklasse auf einer Yamaha SR500 mitgefahren, das weiß ich wohl noch, aber an das Gefühl konnte ich mich nach so vielen Jahren nun wirklich nicht mehr erinnern.
Der Übungsplatz, auf dem alle Fahrschüler die Grund-fahrübungen lernen, war nicht der große Parkplatz vor dem Olympia Stadion, wie ich angenommen hatte. Es war der Platz des 4. Juli, weit im Süden von Berlin in Lichterfelde. Er wurde nach dem Datum der amerikanischen Unabhängig-keitserklärung benannt und vor dem Fall der Mauer flankierten diesen Platz amerikanische Kasernen. Es wurde auf Ihm exerziert und marschiert und es fanden auch Paraden statt. Aber das ist auch schon wieder über 25 Jahre her. Wie die Zeit doch vergeht.
Weit weniger bekannt ist, dass es sich bei diesem Platz, der rund 400m lang und 70m breit ist (ungefähr so groß wie 4 Fußballfelder), um eine Fläche der Germania Planungen aus der NS Zeit handelt. Man mag es kaum glauben, aber in der Zeit des Dritten Reichs war dies ein Probeabschnitt des "Dritten Rings". Ein äußerer Ring, der die Reichshauptstadt umschließen sollte. Was für eine verrückte Geschichte. Jetzt ist es ein Platz auf dem Fahrschulaspiranten der Umgang mit dem Motorrad beigebracht wird.
Ich hatte wohl in all den Jahren schon öfter daran gedacht meinen Motorradführerschein zu machen, aber meißt war die Lebenssituation einfach ungünstig und ich hatte ohnehin nie das Geld. Außerdem plagte mich jedesmal wenn ich daran dachte, die große Sorge, wie man mir überhaupt das Schalten, Kuppeln und Bremsen beibringen würde. Ich hatte da so meine Bedenken, ob ich das feinmotorisch überhaupt packen würde. So irgendwie alles gleichzeitig tun. Da es aber so viele können, würde ich es wohl auch lernen ... hoffte ich.
Noch nicht wissend, was mich erwarten würde, saß ich also nun, ziemlich mitten auf diesem großen Platz, relativ gelassen auf meiner Fahrschulmaschine, hatte beide Beine sicher auf dem Boden und lauschte aufmerksam den Ausführungen von meinem Fahrlehrer.
Noch nicht wissend, was mich erwarten würde, saß ich also nun, ziemlich mitten auf diesem großen Platz, relativ gelassen auf meiner Fahrschulmaschine, hatte beide Beine sicher auf dem Boden und lauschte aufmerksam den Ausführungen von meinem Fahrlehrer.
Ich sollte erstmal nur "gaaanz" gefühlvoll (gefühlvoll war ein geflügeltes Wort) vorsichtig die Kupplung kommen lassen, ich würde dann schon spüren, wenn das Motorrad losrollt .. das war der linke Hebel am Lenker, erstmal ohne dabei am Gasgriff zu drehen. Einfach immer nur mal ein paar Meter langsam rollen, dann wieder die Kupplung ziehen, mit dem Hebel am rechten Griff abremsen, linken Fuß wieder abstellen, damit man nicht umkippt ... die Aufgabe klang irgendwie nicht so schwer.
Also ... erstmal links den Kupplungshebel ziehen und festhalten, klar soweit ... dann den Startknopf rechts am Lenker drücken, was die Maschine mit einem freundlichen Brummen quittierte ... nun mit dem linken Fuß auf den kleinen Hebel treten und damit den ersten Gang einlegen ... *Tschack* und die Motorrad machte einen kleinen Ruck ... ok, jetzt stieg der Puls ... ehrlich mal Leute, mir haben die Hände gezittert, so aufregend fand ich das. Da brummelten immerhin 72PS zwischen meinen Beinen. Ich brauchte eine Menge Gehirnzellen und konzentrierte mich auf meine linke Hand .. langsam ließ ich den Hebel los ... und Oh Wunder .... das Motorrad begann zu rollen .. Waaahnsinn ! !
Ganz schön albern.
Schnell die Kupplung wieder anziehen, die Bremse mit dem Hebel am rechten Griff "gefühlvoll" ziehen (was mir nicht gelang, aber dazu ein anderes Mal mehr) ... und das Motorrad hielt wieder an. Jetzt nur noch einen Fuß abstellen und ich stand wieder. Mission succeeded. Diesen Vorgang übte ich nun immer und immer wieder ... Anrollen, Anhalten, Anrollen, Anhalten, Anrollen, rumkippeln, Anhalten .. irgendwann war der Platz auch zu Ende und ich musste die ersten Kurven fahren. Ein hoch auf die Physik und ein Hoch auf den gyroskopischen Effekt. Ich freute mich wie ein kleines Kind, dass das funktionierte. Das Motorrad rollte, immerhin 200kg schwer, fiel nicht um, ich fiel auch nicht um, alles war gut.
Gegen Ende der ersten Fahrstunde durfte ich dann auch mal in den 2.ten Gang schalten und langsame große Runden auf dem Platz drehen, auch schon mal ein wenig schneller ... so mit wahnsinnigen 25km/h ... was eine Freude. Die Einstiegshürde war übersprungen.
So leicht oder banal wie das womöglich für Viele klingt, so anstrengend war es dann doch für mich, sich auf ein völlig neues Gefährt zu konzentrieren, was irgendwie doch nicht so wirklich was mit einem Fahrrad gemein hat. Nach 50min war ich dann auch froh, dass wir wieder zurück zur Fahrschule fuhren. Unter meine Kombi war ich klatschnass geschwitzt und das obwohl wir frische 10°C hatten ... Angstschweiß? ... gut möglich ;-)
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