Ich habe nicht die Absicht eine präzise, wissenschaftliche Analyse jeder einzelnen Fahrstunde zu verfassen und potentielle Leser so in den Schlaf zu schreiben, aber meine ersten praktischen Fahrversuche waren so ereignisreich, dass es mir gerechtfertigt erscheint, ihnen ein wenig mehr Zeilen zu widmen.
Die erste Fahrstunde hatte mir einen winzigen Eindruck vermittelt was mich erwarten würde. Ich wusste welchen Bronco ich zu zähmen hatte und zum ersten Mal konnte ich mir immerhin vorstellen, dass ich es auch lernen würde. Mit dieser kleinen Zuversicht trete ich nach 2 Tagen, nicht ganz so gelassen und auch schon ein wenig nervös, zu meiner 2.ten Fahrstunde an.
Die erste Fahrstunde hatte mir einen winzigen Eindruck vermittelt was mich erwarten würde. Ich wusste welchen Bronco ich zu zähmen hatte und zum ersten Mal konnte ich mir immerhin vorstellen, dass ich es auch lernen würde. Mit dieser kleinen Zuversicht trete ich nach 2 Tagen, nicht ganz so gelassen und auch schon ein wenig nervös, zu meiner 2.ten Fahrstunde an.
Sie beginnt wie die Erste. Zum Übungsplatz als Sozius mitfahren, dort ein Fahrerwechsel und das Anfahren und Anhalten wiederholen. Mit einem Hauch an Selbstbewusstsein mache ich mich ans Üben und es gelingt teils ruppiger, teils geschmeidig. Die Abstimmung aus "feinfühlig" Gas geben, mit der rechten Hand und mit der Linken "gefühlvoll" einkuppeln, lässt meine Synapsen knacken. Abwechselnd soll ich beim Anhalten, 2x den linken und dann 2x den rechten Fuß abstellen, quasi wie ein Ballett. Ich konzentriere mich abwechselnd auf den linken Fuß, auf die linke Hand, die rechte Hand und wieder auf einen Fuß und stelle mir vor, wie meine Denkfabrik auf den Schultern verzweifelt versucht neue neurologische Verbindungen zu knüpfen. Es ist als würde ich dieses blöde Spiel spielen, wo man sich mit einer Hand auf den Kopf klopft und mit der anderen Hand versucht man Kreise vor seinem Bauch zu machen. Es ist zum Mäuse melken.
Ivo, mit dem ich über ein Bluetooth Headset verbunden bin, über welches wir mühelos in bester Smartphone Sprachqualität quasseln können, steht derweil am Rande des Platzes, beobachtet meine Kunststücke mit Argusaugen und wird nicht müde, mich gebetsmühlenartig darauf hinzuweisen, dass ich es "gefüühlvolle" machen soll. Nach einer Weile gelingt es dann tatächlich auch immer öfter. Doch ich bin weit davon entfernt, dass es automatisch oder unbewusst geht .. so wie man das vom Schalten, Kuppeln und bremsen im Auto kennt .. da denkt doch auch niemand mehr nach .. man tut es einfach. Davon kann hier im Augenblick noch keine Rede sein.
Irgendwann erlöst mich mein Folterknecht von dieser Übung und fordert mich nun auf stattdessen mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus zu rollen .. schlicht und einfach geradeaus im Schritttempo. Wieder eine dieser popeligen Aufgaben, die mir Schweißausbrüche verursachen wird ... also los. Im Standgas gelingt es nicht und die Maschine rollt immer zu schnell. Also versuche ich die Kupplung am Schleifpunkt zu halten und hin und wieder leicht abzubremsen, was entweder mit der rechten Hand oder mit dem rechten Fuß geschehen kann. Ich versuche alles irgendwie zu koordinieren, irgendwie gleichzeitig zu tun, kuppeln, bremsen, wobei ich mit meinen dicken Stiefeln nicht einmal merke wie sanft oder heftig ich auf den Bremshebel trete und ich muss derweil auch noch die Maschine in Balance halten, die beim langsamen rollen nicht von alleine aufrecht bleiben will. Ich kämpfe mit dem Gleichgewicht und meiner rechten Hand mißlingt das "Gefühlvolle"
Es schießt mir in den Kopf, dass ich womöglich ein Handicap habe. Ich bin Linkshänder ... Ja klar ... Meine rechte Hand hat ungefähr die Feinmotorik eines Braunkohlebaggers ... irgendwie funktioniert sie schlicht digital ... Ich habe sie mein Leben lang überwiegend dazu benutzt um Dinge fest zu halten und weniger, um feinfühlige Bewegungen zu machen. Ich kann mir mit Rechts nicht einmal die Zähne putzen ohne mich dabei zu verletzen oder das ganze Gesicht zu schrubben ... und jetzt? ... ein halben Zentimenter zuviel gezuckt und meine Braunkohlebaggerhand lässt die Vorderradbremse einrasten
Die Maschine quittiert das mit einem heftigen und spontanen Kippversuch. Nur mit Glück und viel Kraft verhindere ich, dass ich unter dem Motorrad liege. Hölle, stell ich mich vielleicht an ... Brain overload ... ein einziger Eiertanz.
Ok, ok, ok ... so langsam ahne ich worauf ich mich da eingelassen habe ... keine Ahnung wie es Anderen geht, vielleicht ist das ja am Anfang genau so, vielleicht bin ich auch einfach kein Naturtalent oder vielleicht liegts auch am Alter ... ich weiß es nicht, aber ich weiß Eins .. das wird mich noch Nerven kosten.
Es schießt mir in den Kopf, dass ich womöglich ein Handicap habe. Ich bin Linkshänder ... Ja klar ... Meine rechte Hand hat ungefähr die Feinmotorik eines Braunkohlebaggers ... irgendwie funktioniert sie schlicht digital ... Ich habe sie mein Leben lang überwiegend dazu benutzt um Dinge fest zu halten und weniger, um feinfühlige Bewegungen zu machen. Ich kann mir mit Rechts nicht einmal die Zähne putzen ohne mich dabei zu verletzen oder das ganze Gesicht zu schrubben ... und jetzt? ... ein halben Zentimenter zuviel gezuckt und meine Braunkohlebaggerhand lässt die Vorderradbremse einrasten
Die Maschine quittiert das mit einem heftigen und spontanen Kippversuch. Nur mit Glück und viel Kraft verhindere ich, dass ich unter dem Motorrad liege. Hölle, stell ich mich vielleicht an ... Brain overload ... ein einziger Eiertanz.
Ok, ok, ok ... so langsam ahne ich worauf ich mich da eingelassen habe ... keine Ahnung wie es Anderen geht, vielleicht ist das ja am Anfang genau so, vielleicht bin ich auch einfach kein Naturtalent oder vielleicht liegts auch am Alter ... ich weiß es nicht, aber ich weiß Eins .. das wird mich noch Nerven kosten.
Gegen Ende der Fahrstunde bin ich durch mein ungelenkes Handling mit der schweren Maschine bereits wieder schweißgebadet. Bevor es nach Hause geht, darf ich dann aber doch noch eine Aufgabe 'antesten', die ich in der nächsten Fahrstunde, werden üben müssen ... nunja, Abwechslung kann nie schaden. Probieren wir mal was geht.
Auf dem Asphalt sind mehrere Kreise aufgemalt. Ein Kleiner und ein Größerer außenrum. Praktisch wie ein Kreisverkehr und direkt daneben nochmal Was jetzt kommt ist klar wie Kloßbrühe ... da "rumfahren" Mal in einem Kreis rechts herum, mal im anderen links herum und sicher auch mal ne Acht denke ich mir ... HA !! fast richtig
Die nächste einfache Aufgabe lautet, im Kreis rumfahren ja, aber bitte mit deutlich erkennbarer Schräglage, mit angemessener Geschwindigkeit UND im 2.ten Gang .. was ich mit einem Fahrrad spielend beherrsche, wird mir gleich mit dem Motorrad erneut den Schweiß auf die Stirn treiben.
Die nächste einfache Aufgabe lautet, im Kreis rumfahren ja, aber bitte mit deutlich erkennbarer Schräglage, mit angemessener Geschwindigkeit UND im 2.ten Gang .. was ich mit einem Fahrrad spielend beherrsche, wird mir gleich mit dem Motorrad erneut den Schweiß auf die Stirn treiben.
Ich habe einfach Schiss, dass die schwere Maschine umkippt. Wer ein Motorrad im Stand einmal ein wenig zur Seite neigt, merkt sofort wie schnell das Teil umfällt. Wie eine Weinflasche, die man auf den Kopf stellt und andozzt.
Um genau dass während der Fahrt zu verhindern, gibt es nur einen Trick. Ich darf dabei nicht zu langsam sein. Immer dran denken, ein sich drehendes Rad will sich aufrichten ... Das Motto dieser Aufgabe heißt also, die Maschine in die Schräglage 'drücken', (es heißt tatsächlich so). Den Kopf unbedingt in Richtung Kreismitte drehen und dahin kucken wo man hinfahren möchte und natürlich das ganze nicht zu langsam ... also 'gefühlvolle' Gas geben.
Um genau dass während der Fahrt zu verhindern, gibt es nur einen Trick. Ich darf dabei nicht zu langsam sein. Immer dran denken, ein sich drehendes Rad will sich aufrichten ... Das Motto dieser Aufgabe heißt also, die Maschine in die Schräglage 'drücken', (es heißt tatsächlich so). Den Kopf unbedingt in Richtung Kreismitte drehen und dahin kucken wo man hinfahren möchte und natürlich das ganze nicht zu langsam ... also 'gefühlvolle' Gas geben.
Mit meiner rechten Digitalhand will es mir einfach nicht gelingen 'feinfühlig' am Gasgriff zu drehen, ihn mal nur ganz soft wenige Millimeter zu bewegen oder ihn konstant ruhig zu halten, wenn das Tempo stimmte .. stattdessen hoppelte ich mehr oder weniger wie ein Karnickel vorwärts. Ich fuhr zu langsam, dann drohte ich umzukippen, dann fuhr ich zu schnell und die Kreise wurden riesig. Ich fuhr Ostereier, Ellipsen, Vielecke, Fraktale aber keine Kreise und die Schräglage ... nunja ... sagen wir mal ... sie war erbärmlich. Links rum ging garnicht, rechts herum etwas Besser. Irgendwann musste ich stehenbleiben und hatte Lust hysterisch loszulachen. Im Grunde war es schon sehr lustig wie man sich anstellen kann, wenn man etwas ganz Neues lernen will, etwas zum ersten Mal machen soll und sich dabei anstellt, wie der erste Mensch.
Es war keine Frage, bevor ich auf den Verkehr losgelassen werden kann, muss ich diese simplen Grundfahrübungen können und das werde ich schon schaffen. Ich muss halt nur üben und es dauert, solange wie es dauert. JEDER muss Sie lernen und später in der Fahrprüfung zeigen.
Die Tatsache, dass Ivo dabei ziemlich gelassen blieb, ließ mich außerdem ahnen, dass er solche Kandidaten wie mich wohl schon öfter gesehen hatte. Alles war gut.
Die Tatsache, dass Ivo dabei ziemlich gelassen blieb, ließ mich außerdem ahnen, dass er solche Kandidaten wie mich wohl schon öfter gesehen hatte. Alles war gut.
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