Ein Projekt ist ein zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus einem Satz von abgestimmten, gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Zwängen bezüglich Zeit, Ressourcen (zum Beispiel Geld bzw. Kosten, Produktions- und Arbeitsbedingungen, Personal) und Qualität ein Ziel zu erreichen.[1]
Na wenn das so ist ... die letzten Jahre waren geprägt von einigen, für mich sehr bedeutenden Projekten und hinter mir liegen einige, für meine bescheidenen Maßstäbe, wirklich große Herausforderungen. Es waren keine irrsinnigen Dinge, wie die Wüste Gobi zu Fuß zu durchqueren oder den Ärmelkanal zu durchschwimmen, aber ich glaube ich kann behaupten ... niemals zuvor hatte ich freiwillig in so kurzer Zeit, so viel gelernt.
Mein "neues" Leben, was 2007 nach der Trennung von meiner Frau begann, war und ist es auch heute noch, geprägt von permanenter, oftmals nahezu unerträglicher Geldnot. Das hinderte mich nicht daran, zumindest die kleinen Summen, die ich erübrigen konnte, in mich selber zu investieren. Etwas kaufen, das Geld für einen schmalen, low cost Urlaub ausgeben, was sollte mir das bringen, es wäre doch zu wenig gewesen .. alles wäre nur vergänglich gewesen, lediglich kurzweilige Unterhaltung ... Das wollte ich nicht ... und eines war glasklar ... "Ob ich etwas tat oder nicht, die Zeit würde auf jeden Fall vergehen" .. ich würde älter werden, so oder so, also wollte ich meine Zeit nutzen.
Eines mal gleich vorneweg .. diese Geschichte begann ungefähr 2010 und ich hatte zu keiner Zeit einen Masterplan ... nur ein paar Ideen, ein paar schon ziemlich betagte Träume, reichlich kleine und größere Wünsche .. und ich hatte eine 20 Jahre alte Kaffeetasse meines Arbeitgebers Betasystems, auf der stand "Finish what you start". Ich stellte meine Tasse schon seit Jahren nicht mehr in die Spülmaschine, das Dekor begann schon zu verblassen und so spülte ich sie Tag für Tag von Hand, damit das Dekor nicht abging. Jeden Morgen las ich bewusst oder unbewusst dieses Motto .. manchmal gedankenverloren starrte ich am Frühstückstisch auf meine Tasse und irgendwann formte sich daraus ein Gedanke ... wenn dann, dann war Sie verrückterweise meine Motivation. Sie und meine Träume, die mich immer mehr drängten. Eine Tasse diente als Katalysator und zusammen mit meinen Träumen formte Sie den Antrieb, der mich dazu bewog, etwas zu verändern ... auch wenn es sich nicht von Beginn an gut anfühlte, weil auch ich Angst vor Veränderungen hatte .. aber ich fühlte mich förmlich getrieben von dem Gedanken, mich neu zu erfinden, egal ob ich nun das Geld dazu hatte oder nicht und ich hatte irgendwann im Jahr 2010 wohl beinahe sowas wie einen enthusiastischen Moment, dass sich nun etwas verändern würde. Am Ende ist es tatsächlich so einfach ... "Wenn Du willst, dass etwas passiert, dann tu etwas"
Manche Träume waren schon alt und ich wusste eigentlich garnicht mehr ob ich Sie noch wollte .. aber wenn ich das herausfinden wollte, dann musste ich es eben tun ... egal wie ... ich würde ganz sicher nicht ärmer werden ... nun finanziell schon, aber Veränderung ist doch letzlich immer eine Bereicherung.
Zwei Dinge standen von Beginn an fest .. Entschlossenheit siegt d.h. wenn ich es wirklich wollte, würde es mir gelingen Zweitens, was auch immer ich tat, es sollte sich lohnen.
Mein bisheriges Leben war durchaus, sagen wir mal "ereignisreich" aber in Wahrheit, doch wohl eher das eines Durchschnittsnormalos. Das heißt ich war schon Mitte 40 und hatte im Grunde nichts von der Welt gesehen ... Der Drang zu entdecken, war über Jahre gewachsen und ich wollte unbedingt 'irgendwann', wenn sich die Gelegenheit bieten würde, noch einmal viele "Dinge tun", etwas sehen, etwas erleben .. was auch immer das sein würde.
Aber was braucht man dazu, abgesehen von dem Willen es zu tun .. In Wahrheit eigentlich nicht viel. Ein Ziel ist wohl das Eine .. aber und das ist genauso wichtig ... man muss ausreichend fit bleiben. Etwas was Viele wohl außer acht lassen und plötzlich physisch garnicht mehr in der Lage sind, Ihre Träume noch zu leben. Sie wollen es dann plötzlich nicht mehr. Aber was nützt es, wenn ich ganz toll irgendwas kann, aber zu krank bin es noch zu tun, wenn es endlich so weit ist.
Ich durfte also auf keinen Fall meinen Sport unterbrechen, den ich schon seit Jahren regelmäßig absolvierte. Ich durfte Ihn nicht reduzieren oder weglassen. Er würde den Takt vorgeben und würde für die körperlichen und im Grunde auch geistigen Voraussetzungen sorgen und auch mein Selbstbewusstsein stärken. Was auch immer ich tat, ich würde also mein Leben und meine Aktivitäten um meinen Sport herumstricken ...
Ich möchte das hier schon an dieser Stelle vorweg nehmen ... es gab etliche Grenzen, die ich erreicht habe, Grenzen die nur ich selber mir gesetzt hatte und die ich verändern konnte. Aber ich habe all die Jahre durchgehalten, habe diszipliniert und schwer durchtrainiert, ich habe mich nicht gedrückt und ich habe einen Körper, der sich sehen lassen kann und einen gesunden Geist behalten, der in Ihm wohnt .. obwohl ich mir heute fast sicher bin, dass meine Freundin, einen weitaus größeren Anteil am Erfolg hatte, als mein Sport. Ohne Ihre Liebe, ich weiß ich nicht, ob ich es geschafft hätte.
Es kann losgehen .. ich habe also ein Ziel, ich bin fit ... was noch? ..
Wenn es soweit ist, dass ich den Unterhalt nicht mehr zahlen muss, wenn ein finanzieller Spielraum plötzlich Türen öffnet, die bislang verschlossen waren ... Wie wäre das? ... Dann könnten sich doch womöglich ein paar Fähigkeiten als nützlich erweisen, die mich dabei unterstützen, die Welt zu entdecken.
Wie heißt es so schön? .. "zu Wasser, zu Lande und in der Luft" ..
Sicher geht das auch Alles ohne .. ganz einfach zu Fuß, mit dem Rad, per Bahn, man lässt sich 'transportieren' .. aber genau das war der Kick, ich wollte mehr .. und ohne einen bestimmten Grund, wollte ich damit bis zu meinem 50 Geburtstag fertig sein .. was auch immer danach kommt, Bis zu meinem 50 möchte ich an meinem Ziel sein.
Somit waren alle Kriterien erfüllt, die den Namen Projekt rechtfertigen auch wenn es vielleicht etwas abgehoben klingt ...
Niemand muss natürlich irgendetwas tun und auch ich muss im Grunde GARNICHTS tun, ich kann auch einfach dasitzen und abwarten, bis sich meine finanzielle Situation endlich mal verbessert ... ich bin anders ... "Warum klettert man auf einer Berg? Weil er da ist und man es kann" .. Ich wollte schlicht ein paar Führerscheine erwerben, Einen um Boot zu fahren, einen um ein Segelflugzeug zu fliegen und einen um Motorrad zu fahren .. damit kann man ganz sicher was anfangen .. Spaß haben auf jeden Fall.
Natürlich wusste ich das Alles nicht als ich mit dem Sportbootführerschein begann. Ich war endlich beschäftigt, in meinem Leben passierte endlich wieder etwas und ich lernte brav Motorboot fahren, nautische Begriffe und Segeln. Wenden und Halsen, Aufschießer, an- und ablegen. Alles in einer kleinen motorisierten Nußschale und in einer kippeligen Jolle. Dazu kam zuerst Theorieunterricht .. und dann wochenlang diese unsägliche Theorie lernen, lernen, lernen. Hunderte von Fragen lernen und dann wieder Segeln üben ... Nach gut 4-5 Monaten (es zog sich leider, wegen schlechten Wetters) die theoretische und praktische Prüfung. Etliche Geschicklichkeitsaufgaben im Motorboot und in der Jolle mussten gezeigt werden. Aufgeregt wie Sau, aber letzlich eine Formsache .. Ein paar Hundert Euro ärmer aber erfolgreich .. ich hatte den Schein in der Tasche und darf seit dem zu Wasser alles fahren, was bis 15m lang ist selbst wenn es 500PS hat. Na immerhin auf Binnengewässern.
In der Luft .. Ein richtiger Pilotenschein ist nicht nur während der Ausbildung teuer, auch die Folgekosten sind extrem hoch, Drachenfliegen ist spannend aber man muss üblicherweise immer irgendwo hinauf, wo man wieder runterspringt, aber ich habe kein Auto ... also was blieb. Mein alter Traum vom Segelfliegen. Der Segelflugschein kostete mich 2 Jahre. Soviel wie ich dafür lernen musste, habe ich mein Leben lang nicht gelernt .. inklusive einem englischen Funksprechzeugnis, um am internationalen Flugfunkverkehr teilnehmen zu dürfen, was alleine 5 Monate in Anspruch nahm aber ohne ein BZF bekommt man keinen Flugschein. Ich habe nie zuvor so konzentriert und so ausdauernd auf ein Ziel hin gearbeitet. Es waren 7 Theoriefächer, 1 Wintersemester Ausbildung an der TU. Tausende an Fragen, komplexe Navigationsberechnungen, Luftrecht und Meteorologie. Die Praxis erforderte unzählige Starts und das erlernen von komplizierten Flugaufgaben. Praktisch jedes Wochenende von April bis Oktober nach Neuruppin und üben, üben, üben. 2 Jahre lang. Hinzu kam natürlich die Beteiligung am Vereinsleben, freiwillige Arbeitseinsätze im Winter in der Werkstatt ... aber Sommer 2013 ... Ziel erreicht. Ich darf Segelflugzeuge fliegen. So lange ich will und so hoch und so weit ich eben komme.
Zu Lande .. klar einen Autoführerschein habe ich seit 1989. Es geht aber nun nicht mehr darum, um nur von A nach B zu kommen .. Es geht um das Erlebnis zu fahren, um die Bewegung zu spüren, das fahren selbst soll Erlebnis und Abenteuer sein. Das erlebt man eben nur auf einem Motorrad. Nachdem meine Freundin erst kürzlich Ihren Motorradführerschein gemacht hatte und mit einer Yamaha Virago durch die gegen brummte, wuchs auch bei mir der Druck und vor allem lief mir doch meine Zeit davon.
Es begann damit, dass mein langjähriger, guter Freund und Arbeitskollege Eric einen neuen Dienstwagen bekam. Wir beschlossen also eines Tags in der Mittagspause spontan eine kleine Runde, um den Block zu fahren, um das neue Fahrzeug zu bestaunen und zufällig führte uns die kleine Spritztour zu Harley Davidson, was nicht weit von unserer Arbeit lag. Die Maschine faszinieren mich schon lang und da war Sie wieder *Bäääämm* diese Leidenschaft für solche Maschinen ... aber ich hatte ja keinen Führerschein dafür und auch keinen Cent, um Ihn zu machen, letzlich kommt ja auch noch die Ausrüstung dazu .. aber die aufgeflammte Begeisterung, setzte womöglich meine Kreativität frei und wie durch ein Wunder ... plötzlich war er da der Gedanke, wie ich es finanzieren könnte .. denn das hielt mich ja bislang vom umsetzen ab. Mein Kredit den ich seit meiner Scheidung mit monatlich 116€ abzahlte, lief ja bald aus .. diese monatlichen Zahlungen machten mich eigentlich völlig fertig, Sie nahmen mir quasi die Luft zum leben .. aber ich würde einfach einen neuen Kleinkredit aufnehmen und die Summe eben weiterbezahlen .. ich würde es schon irgendwie schaffen und ich würde dann immerhin für etwas zahlen was ich mir schon immer wünschte und was mir für viele Jahre Freude bringen würde.
Meine Ursula bot mir an, das Geld vorzuschießen, bis ich einen neuen Kredit aufnehmen konnte und am nächsten Tag am 10.02.14 saß ich bereits in der Fahrschule Ivo und unterschrieb den Ausbildungsvertrag. Es konnte losgehen.
Davon, wie es mir in der Fahrschule, während meiner Ausbildung erging und warum es überraschend zur schwersten Prüfung werden sollte .. davon später mehr.
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