Dienstag, 31. März 2009

Anleitung zum Geld ausgeben, Teil III

nach 3 Stunden im Shoppingrausch melden meine Sensoren, dass die Energievorräte vom Frühstück verbrannt sind. Das sind die Schattenseiten meines Sports . . . mein Körper verheizt Kohlenhydrate schneller als mir lieb ist und ich bekomme schnell Hunger . . . mein Blutzucker rauscht dann eins-fix-drei genauso wie meine Laune bedrohlich in den Keller und ich muß dringend etwas essen. Verständlich, dass wir so einen schönen Nachmittag aber nicht an einer beliebigen Currywurstbude beenden können. Einerseits möchte ich mir meine Figur nicht mit fettigem Fastfood versauen und so eine Einkaufstour muss man einfach in einem stilvollen Ambiente abschließen. Welcher Ort wäre in diesem Fall dazu besser geeignet als das großartige Atrium vom KaDeWe? Hier kann man hoch über den Dächern Berlins sich den kulinarischen Genüssen hingeben und nach Herzenlust schlemmen. Die Lebensmitteletage des KaDeWe ist DAS Mekka der Gourmets und ein nie versiegendes Füllhorn an Köstlichkeiten. Ein Connaisseur kann sich in Europas größter Feinschmeckeretage an zigtausend leckeren Spezalitäten vergehen. und in Vermögen ausgeben. Fish& Seafood, Käse, Kuchen, Torten und andere süße Verführungen von Lenotre, Asiatische Küche, Vegetarisch, Antipasti, Obst & Gemüse aus aller Welt, Süßigkeiten . . . alles angerichtet wie aus dem Schlaraffenland . . . die Qual der Wahl ist das Schlimmste und am liebsten würde ich alles essen. Ich widerstehe tapfer den kalorienreichen Sünden und entscheide mich für meine Figur und wähle ein nicht minder leckeres aber leichtes, fettarmes Menü aus verschiedenen Gemüsesorten, etwas Geflügel, Tomate&Mozarella. Es muss ja nur bis Nachhause reichen . . . dort warten ja noch die Zutaten meiner Pizza Speziale.

Die Damen sind überraschend bescheiden und entscheiden sich für frische Erdbeeren mit Sahne und ein Obst-Jogurtschnitte. Vermutlich wurde die Auswahl von der Sorge getrieben, dass die neuen Errungenschaften nach einem opulenteren Mahl dann doch nicht mehr passen. Aller Bescheidenheit zum Trotz, schlägt dann diese "Kleinigkeit" für 3 Personen nochmal mit 32,-€ zu Buche. Zum Glück habe ich beim Anblick der leckeren Sachen schon längst das denken eingestellt und zücke an der Kasse fix die EC Karte . . . ich muss was essen bevor ich in meiner eigenen Spucke ertrinke . . . Es mundet gar vorzüglich und rundrum zufrieden über den gelungenen Tag albern wir noch ein wenig herum, machen Fotos und die Tochter meiner Freundin kann an einem Pralinenstand nicht widerstehen "ein paar Gramm" des braunen Goldes aus Schokolade für stolze 4,75€ für Ihre richtigen Dad als Mitbringsel einzukaufen, bevor wir uns dann endlich mit müden Füßen, deutlich ärmer aber glücklich auf den Heimweg machen.

Montag, 30. März 2009

Anleitung zum Geld ausgeben, Teil II

. . . nach einem wunderbaren und ausgiebigen Frühstück mit meinen Ladies war ich satt und zufrieden. Derart gestärkt konnte es auf Shopping Tour gehen . . . ich höre förmlich den Aufschrei, der Männerwelt . . Shopping? ? ? ? . . JA Shoppping ! und NEIN . . . . ich bin nicht schwul. Ganz im Gegenteil, ich habe eher die Heterosexualität erfunden und es ist mir vollkommen schleierhaft, was Männer üblicherweise gegen das Shoppen mit Ihren Frauen haben können. Hallo? was daran macht keinen Spaß? . . . soll mir doch mal bitte einer der Shoppingverweigerer erklären, WANN sich das letzte Mal seine Frau SO OFT und mit völliger Begeisterung permanent für Ihren Liebsten aus und wieder angezogen hat? Naaaaaa, merkt Ihr was? merkt Ihr was wir davon haben? Das ist besser als Tabledance . . . strahlend stehen Sie vor einem, in ständig wechselnden Outfits, drehen und wenden sich und möchten hübsch sein . . . und für wen? Na für uns natürlich! ! ! Das Wunderbare ist, wir dürfen mitgestalten, dürfen mit in die Umkleide, Ihr in alle Klamotten reinhelfen und auch wieder raushelfen. Die meißte Zeit ist Sie beinahe nackt und das auch noch völlig ungeniert. Ohne erotisches Knistern gehts nicht und gewagte Fantasien lassen sich nicht vermeiden . . . wer Mut hat kann es wagen . . . Wir lassen es und beschränken uns aufs umziehen und wenn mir etwas nicht gefällt oder es das Budget sprengt, brauche ich nur zu sagen "irgendwie macht es dich fett" und *schawups* ist Sie raus aus dem Fummel.

Wie meine Partnerin an meiner Seite rumläuft, ob Sie aussieht, wie ein Sack Kartoffeln oder wie ein Supermodel, kann ich beeinflussen. Was für einen Typ Frau möchte man haben? elegant, sportlich, aufreizend, brav oder sexy, businesslike oder einfach nur locker, lässig, casual? . . wie auch immer Sie aussieht, es färbt auf mich mit ab. Ich profitiere davon wenn Sie hübsch ist und leide, wenn Sie das nicht ist. So einfach ist das und von der guten Laune, wenn die Damen der Schöpfung erfolgreich Beute gemacht haben, haben wir am Ende auch noch etwas. Sei es, dass wir uns selber etwas gönnen dürfen, (so rechtfertigen Sie Ihr Geldausgeben) oder wir bekommen ein wenig Aufmerksamkeit, weil wir so geduldig waren . . . Allerdings müssen wir uns nie der Hoffnung hingeben, dass uns morgens der leidend vorgebrachte Satz "Ich hab garnichts zum anziehen" erspart bleibt.

Am Tauentzien, in der City-West, in der Nähe der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche, reiht sich Boutique an Boutique. Hier sind alle vertreten von Zarah über Orsay, H&M, Esprit, Peek & Cloppenburg, Niketown, natürlich das KaDeWe und viele angesagte Shops wie Brando 4, Steinbruch oder andere hippe Läden mit Klamotten für jeden Geschmack. Italienisch, Vintage, Retro Style, Camouflage Klamotten, HipHopper oder Urban style, was immer . . . wer hier nix findet muß behämmert sein. Wir fallen zuerst bei Orsay ein und nach 10 min. türmt sich auf meinen Armen ein Berg an bunten Tops, Kleidern, Jeans in allen Größen und Farben. Es macht Freude meinen Mädels dabei zuzusehen, wie Sie die Auslagen abräumen, während ich vollgeladen werde und als lebender Kleiderständer fungiere. Bevor die Aus- und Umziehorgie beginnt schaue ich mir die überwiegend weibliche Kundschaft an und lasse mich von den Modepuppen inspirieren, was an meinen Frauen gut aussehen könnte. Irgendwann lade ich Sie dann in einer Umkleide ab und genieße das nun stattfindende Schauspiel. Ständig schlüpfen Sie in neue Outfits drehen sich vor mir und posen vor den Spiegeln. Einfach unbezahlbar . . . Männer Ihr bekommt keinen Striptease im Schlafzimmer? ? ? . . . dann geht mir Euren Frauen einkaufen. Nach kurzweiligen 90min. lassen wir uns eine Auswahl an der Kasse zurücklegen und schauen ob es bei "H&M Woman" noch etwas Besseres gibt. Auch dort wiederholt sich das Naturschauspiel, vor Verzückung quietschende Teenager und die glänzenden Augen meiner hübschen Freundin, versüßen mir den Aufenthalt. Leider müssen sich die Damen irgendwann entscheiden und obwohl wir wissen, dass wir kein Geld haben, zückt meine beste Freundin bereitwillig die Brieftasche, um Ihrer Tochter quasi als vorab Geburtstagsgeschenk ein wirklich schickes Outfit für 120€ zu spendieren. Jeans, Top, Schuhe und ein pailettenbesetzer Sweater mit Reißverschluß und Kapuze. Überglücklich und stolz wie Oskar wird Mom gedrückt, die leider der Tochter zu Liebe selber leer ausgeht.

Ich würde Ihr ja gerne wenigstens eine Kleinigkeit schenken, aber heute soll dann doch mal das Töchterchen absahnen. Beim nächsten Mal ist Sie dann wieder dran. Ich mache mir keine Sorgen, keine Frau würde alles von uns verlangen. Sie sind glücklich wenn Sie einen kleinen Teil der Beute mitnehmen dürfen. Einen Gürtel, eine Handtasche, einen Minirock, ein Top, ein BH oder eine Sonnenbrille. Es liegt an uns und allzu geizig sollte man nicht sein. Sie lieben uns und sie haben es verdient. Gegen Ende holen wir nur noch ein paar der Teile, die wir bei Orsay gelassen hatten ab , die ich dann übernehme und damit beenden wir unsere Jagd. Die finanziellen Opfer sind zwar nicht unerheblich aber auch nicht dramatisch. Mehr Spass kann man kaum haben, das Strahlen meiner Frauen ist ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen. Ich bereue nicht einen Cent . . . wie es an diesem Tag weiterging? . . . das steht dann in Teil III

Sonntag, 29. März 2009

Anleitung zum Geld ausgeben. Teil I

wie leicht es doch ist Geld auszugeben. Man kann es für iPhones, Flachbildglotzen, Navis im Auto, schnelle PCs oder anderen elektronischen SchnickSchnack hergeben, man kann Kohle bei Kreuzfahrten am reichhaltigen Buffet verheizen, Knete im Tiefschnee loswerden, eine schicke Breitling Superuhr ans Handgelenk zaubern oder sich eine neue Küche anschaffen. Geld für die Großen, die offensichtlichen Dinge auszugeben, ist also nicht wirklich eine Kunst . . . . wenn man genügend Geld hat. Was aber machen Leute wie ich, die eigentlich für garnichts Geld haben und die das Wenige festhalten müssen, wonach böse Rechnungen permanent die Finger ausstrecken. Mein Zaster ist wech bevor ich Ihn in den Händen halte. Ich komme nichtmal in die schwarzen Zahlen, wenn das Gehalt auf meinem Konto ist, ich will aber auch Spass haben, will wissen warum ich überhaupt von 9 bis 5 im Büro sitze, das habe ich doch verdient . . . Meine Empfehlung, man soll es wie mit einem Pflaster machen, zieht man es langsam und vorsichtig ab, tuts weh. Besser ist es also es schnell und zackig zu tun. Und so gehts.

Ich brauche ein paar Boutiquen, meine beste Freundin, Ihre fast erwachsene Tochter und gut Laune, die ich zumn Glück sowieso (fast) immer habe. Ich falle also Samstag morgens um 07am aus dem Bett. Duschen, rasieren, ein leichtes Frühstück, Tasche packen, in die öffentlichen Verkehrsmittel springen und bis nach Lichterfelde Ost fahren. Dort wohnt nicht nur meine Freundin in der Nähe, es gibt dort auch noch einen richtigen Bäcker, mit eigener Backstube und einer Auslage, wie Sie im Schlaraffenland nicht schöner sein könnten. Seine Backwaren sind so verführerisch und superlecker, dass ich bereitwillig mein letztes Hemd für Splitterbrötchen, Brioches, frische Croissants, Weizengriessbrötchen, Zimtschnecken oder andere Leckereien ausgebe. Mit zwei prallgefüllten Tüten verlasse ich den Laden, gerüstet für ein großartiges Frühstück, welches die Grundlage für die spätere Shoppingtour bilden wird. Ein paar Meter weiter betrete ich den Supermarkt, um alles für meine Spezialpizza einzukaufen. Quasi als Belohnung will ich uns nach der erfolgreichen Shoppingtour eine leckere Pizza "Vegetable Quadro formaggio 'al Larsone" backen. Frische Champignons, Basilikum, Tymian, irischer Cheddar, Mozarella, bunte Paprika, Tomaten, das wird super . . . Für Leckereien, die den Gaumen verwöhnen gebe ICH gerne ein paar Euro aus. Das Zubereiten ist eine Wonne und das Genießen der Köstlichkeiten sowieso. Da ich meine Damen nicht mit leeren Händen besuchen will, taumel ich schlußendlich bepackt mit Taschen und Einkäufen in den nächsten Blumenladen. 5 duftende Rosen für meine liebevolle Freundin und Ihre reizende Tochter sind auf jeden Fall angemessen und werden den Frühstückstisch bereichern. Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon mal ungefähr die ersten 50 Euro los obwohl der Tag noch keine 4 Std. alt ist und es hat noch nicht wehgetan. Ein guter Start . . . 

Montag, 23. März 2009

na ganz toll . . .

Ein herrliches Wochenende liegt hinter mir. Ausschlafen, kuscheln, entspanntes Beisammensein, plaudern, frühstücken mit frischen Brötchen und etwas Smooth Jazz im Ohr, gemeinsames Kochen, gemütliches lümmeln auf der Couch, ein wenig Sonntagsnachmittagsjogging . . uuuuund . . . Scrabble . . . Herrschaftszeiten, was für ein Spiel ! In Zeiten medialer Überversorgung und Sportspielen bei denen Erwachsene mit Joypads vor dem Fernseher rumhampeln endlich mal ein ganz profanes Denkspiel, so richtig zum anfassen und man muss es nicht mal anschalten. Da ich beschlossen habe, nicht vorzeitig in den Denkruhestand zu gehen, willige ich gerne und siegessicher ein als mich meine Perle auffordert, mit Ihr eine Runde zu spielen.

Scrabble, zweifellos die Geburtsstätte der modernen Rechtsschreibung, Wiege neuer Worte, die die deutsche Sprache noch nicht gesehen, geschweige denn gehört hat. Hier spielt der Oberarmumfang und die Körbchengröße keine Rolle mehr. Das hier ist mentales Armdrücken in Reinkultur. Kopfgymnastik für die grauen, fernsehverwöhnten Gehirnzellen. Aus zufällig gezogenen Buchstaben formen sich Worte, die irgendwo an einen Buchstaben auf dem Spielbrett angelegt werden müssen oder Ihn umschließen. Im Grunde wie ein Kreuzworträtsel was nach und nach zufällig entsteht. Dank Lexika und Google werden auch glücklicherweise heftige Streits über die Existenz verschiedener Wortschöpfungen vermieden und so sitzt man voreinander, grübelnd und der passive Partner, darf seinen Mitspieler, während dieser über seiner Buchstabensuppe brütet, mit freundlichen Kommentare aufmuntern.

Ich schaue auf die Steine, die ich aus dem Säckchen gezogen habe S-O-F-U-M-L-Y lese ich . . . Na großartig ! ! beim Versuch aus dem Murks ein Wort zu bilden, eines was mir natürlich auch viele Punkte einbringt, fällt mir beinahe ein Ei aus dem Kopp *boaaah* kann doch nicht sein? ich sortiere die Buchstaben neu . . . F-L-Y-S-U-M-O steht da jetzt . . . *waaaaaaaaaah* Meine beste Freundin grinst mich süffisant an und fragt mich ob ich Hilfe brauche *sehr komisch* Natürlich NICHT, ich kann das alleine . . . Namen und englische Worte sind tabu . . . ich sortiere nocheinmal . . . S-Y-L-U-F-O-M . . . könnte das nicht ein griechisches Gericht oder ein asiatisches Musikinstrument sein? ich würde vermutlich nicht damit durchkommen, denn Sie sitzt näher an der Tastatur und würde es sofort gnadenlos in google eintippen . . . es würde genügen, wenn ich aus 2 Buchstaben ein Wort bilde, aber dann bekomme ich kaum Punkte. In meiner mißlichen Lage, wäre es sicher legitim, wenn ich ein wenig mogeln, würde. So ähnlich wie ein Notlüge. Ich könnten einen Stein umdrehen und so tun als hätte ich einen Joker. Dann könnte ich M-O-O-S legen oder etwas in dieser Art. Ich verwerfe den Gedanken, die Schande dabei entdeckt zu werden wäre zu groß. Runde um Runde vergeht und während wir Sekt mit Ananassaft in uns hineinschütten, legt Sie Worte wie HEXE, dann ÖSE, anschließend MÖSE und schlußendlich MÖSEN . . . na ganz toll. Das Ö bringt schon 8 Punkte und prompt plaziert Sie das Wort auf dem Feld, doppelter Wortwert und hängt mich völlig ab. Beim Wort ION versuche ich sanften Einspruch . . treten die Dinger nicht immer in Rudeln auf. Müßte es nicht IONEN heißen. Prompt liefert Wikipedia den Beweis, ein ION ist ein elektrisch geladenes Teilchen. Mist! . . . Ich gehe auf Ganze und werde mutig eine Runde aussetzen und mir 7 neue Buchstaben ziehen

K-R-W-T-Z-K-Y liegt vor . . . *himmelkruzifixsacklzementluja* . . . Sag mal Süße, einigen wir uns auf unentschieden. Es ist doch schon spät, wollen wir nicht ins Bett gehen? und ich massiere Dir noch ein wenig die Schultern . . . damit müßte ich eigentlich durchkommen

Mittwoch, 18. März 2009

Das Gefühl vom fliegen

Übergewicht, private Probleme, Ziellosigkeit . . . das waren nur einige Gründe, die mich vor vielen Jahren zum Läufer gemacht hatten . . . jeder Tag an dem ich lief war ein einziges Entdecken von Möglichkeiten, war ein ausloten von Grenzen und geprägt vom hinausschieben dieser Grenzen. Was so oft geschildert wurde, war tatsächlich wahr. Ich konnte meinen Problemen davonlaufen, Sie fielen von mir ab, Sie verloren an Bedeutungsschwere und es schien, dass ich mit jedem Schritt dem Boden und mir selber wieder näher kam. Ich gewann an Ruhe und Gelassenheit, wurde ausgeglichener, zufriedener , mutiger, selbstbewusster . . . mit jedem Volkslauf füllte ich mein Ego bis zum Rand und das Gefühl alles erreichen zu können wuchs. Mein Äußeres veränderte sich, Kleidergrößen schrumpften und mein Gang wurde aufrechter. Auf diese nicht wirklich geplante Phase der Selbstfindung folgte eine Phase von immer ehrgeizigeren Zielen und Zeiten. Über alle möglichen Distanzen von 5km bis hin zum Marathon stellte ich persönliche Bestzeiten auf und frei nach dem Motto "Erfolg ist planbar" strebte ich von mal zu mal neue persönliche Rekorde an. Das es nicht unendlich so weiter gehen würde, sickerte nach einigen Verletzungen aber so langsam in mein Bewusstsein. Den Trainingsaufwand bis ins Unendliche steigern konnte nicht das Ziel sein. Was tut man, wenn man sich selbst gefunden hat,? wenn man seinen Probleme erfolgreich davongelaufen? ist bzw. entspannter mit Ihnen umgehen kann? Was, wenn man sein Wunschgewicht und alle persönlichen Rekorde erreicht hat? Aufhören? Nicht mehr laufen? auf dieses Gefühl des Fliegens verzichten? . . . Ja, richtig gelesen. Laufen kann wie fliegen sein. Der Mensch kann fliegen und die Kunst besteht nur darin, sich auf den Boden zu werfen aber eben daneben . . . so fühlt es sich an. Einen Verzicht konnte ich mir nicht vorstellen . . .

Über ein halbes Jahr habe ich nun beinahe ganz darauf verzichtet . . . zu Beginn fiel es mir sehr schwer. Es zu lassen war schwerer als mit dem Rauchen aufzuhören, aber mit der Zeit entwöhnt man sich dann doch. Die Erinnerung verblasst allmählich und mein erfolgreiches Krafttraining mit dem Gewichts- und Muskelzuwachs sorgte für eine neue Zufriedenheit . . . ich konnte laufen und das nur noch zum Vergnügen, wann ich wollte, gänzlich unambitioniert . . . wenn das Wetter schön war.

Nun bemüht sich meine Freundin seit einiger Zeit Ihre Figur zu optimieren und sucht nach dem richtigem Weg. Einige Versuche waren von Erfolg gekrönt, nur leider nicht von Dauer. Sie sportet, achtet auf die Ernährung aber die erhofften Fortschritte bleiben mittlerweile aus. Unerheblich, ob es an den Genen und dem Stoffwechsel oder an persönlichen Gründen liegt. Nun soll eine Kombination aus Allem den gewünschten Erfolgt. Wir bauen das Laufen in Ihre Bemühungen und Aktivitäten mit ein und schauen mal, ob man dadurch etwas erreichen kann . Selbstverständlich begleite ich Sie. . . .

Ich trabe also neben Ihr her. Mein Puls, der sich normalerweise beim eigenen Training um 140 beats per minute einpendelt, geht kaum über 110. Könnte er doch mit Leichtigkeit auch über 160 Schläge pro Minute. Bei 8km/h klebe ich locker und leicht an Ihrer Seite, plaudere etwas vor mich hin, versuche Sie hin und wieder abzulenken, ab und an ein kleiner Sprint über 100m, dann wieder ein paar Schritte gehen, ich versuche ein wenig Abwechslung einzustreuen und Sie macht alles tapfer mit obwohl Sie über Beschwerden klagt. Wir wollen 40 min. laufen und mit fortschreitender Dauer fällt es Ihr schwerer. Ich spüre das und weil ich weiß wie es sich anfühlt, wenn die Kräfte langsam schwinden, halte ich meine Klappe, um nicht zu nerven. Sie hält durch, was sollte sie auch sonst tun, wir müssen ja auch wieder heim . . . Der Wind ist eisig, nähert sich in Böen einem Sturm und weil ich leicht schwitze fröstelt es mich. Für ein paar Meter ziehe ich selber das Tempo an, lasse meine Beine einfach laufen, Sie tun es von alleine und ich spüre die Leichtigkeit. Da ist es wieder für ein paar Augenblicke . . . das Gefühl vom fliegen

Montag, 16. März 2009

Pussytraining

Wellness, Aqua-Aerobic, BusinessYoga, Thai-Chi, Nordic Walking, . . . es gibt einen riesigen, nahezu unüberschaubaren Markt an Kuschelsportarten, die dem Betreiber vermitteln, dass er beim Ausüben seiner Anstrengunsvermeidung nicht nur eine Fahrkarte auf ewiges Leben erwirbt sondern auch totaaaal Hip ist. Ohne wirklich Leistung zu erbringen, sollen Muskeln wachsen, Hagelschäden und Orangenhaut verschwinden und Fettpolster schmelzen. Der ganze Zirkus wird von einer riesigen Wellness Industrie mit zweifelhaften Produkten versorgt, die unserem Pseudosportler, den letzten Cent aus seinen Hightech-Stretch-Tights saugen. Spezialklamotten und Stützstrümpfe die die Blutversorgung verbessern sollen, Wellnesslebensmittel mit allen Variationen an Bakterienkulturen, die in unserem Darm wahre Wunder vollbringen sollen, Pillen, Salben in Tübchen und Dosen, die praktisch mit Gold aufgewogen werden müssen und nicht zu vergessen mit Sauerstoff angereicherte Wunderwasser die sämtliche Gifte aus dem Körper spülen werden. Abgerundet wird unsere Wellness Religion noch durch teure Personal Coaches, Massagen, Stretchingkursen, auflegen von heißen Steinen, Entspannungs- und Atemtechniken, Schlammpackungen, schweben in Solebädern bei Tantramusik und Kloster-Aufenthalten im Schwarzwald. Am Ende sieht der Schlaffi immer noch wie ein Schlaffi aus, nur mit dem Unterschied, das er nun glaubt kein Schlaffi mehr zu sein und als strahlender aber abgezockter Blödi durch die Welt stapft.

Mooooment . . . ich habe nichts und ich sage auch nichts gegen Entspannung, nichts gegen Erholung, nichts gegen Regeneration . . . Sie ist elementar . . . der Körper braucht eine gesunde Ernährung, er braucht Phasen der Erholung aber doch bitteschön . . . NACH . . . einer richtigen Anstrengung ! ! ! Wenn man sich es verdient hat ! ! !

Wer wirklich fit werden will, wer wirklich seinen Körper in Form bringen will, kommt nicht darum herum, etwas von sich und seinem Körper zu verlangen. Der Spruch "ohne Fleiß keinen Preis" ist kein Verkaufsslogan eines Elektronikmarktes, sondern bittere Wahrheit. Will man jung und kräfig bleiben und einen straffen Körper behalten, dann führt kein Weg an Anstrengung, Disziplin und Fleiß vorbei . . . natürlich mit Köpfchen, in Abhängigkeit vom Alter und vom Körpergewicht ! Nur blöde rumpumpen in der Muckibude ohne Sinn und Verstand, wäre das andere Extrem und genauso falsch.

Schauen wir uns griechische oder römische Statuen aus der Antike an. Es sind zweifellos naturgetreue Abbildungen von Sportlern wie Sie vor ein paar tausend Jahren gelebt haben. Kraftsportler und Leichtathleten . . . sahen Sie etwa so aus, weil es die Industrie mit Ihrem Hokus-Pokus auch schon damals gegeben hat? Ob Hercules wohl mit Asics Laufschuhen unterwegs war? . . . wohl kaum . . . diese Bilderbuchathleten und Amazonen sahen so gottähnlich aus, weil Sie regelmäßig, diszipliniert und hart trainiert haben. Weil Sie ehrgeizig waren, weil Sie sich nicht geschont haben und weil Sie sich angestrengt haben. Im Vergleich zu diesen Athleten, sind wir heute ein Volk von überfetteten, verweichlichten Teletubbies

Mein Freitagstraining ist mit Übungen bestückt, die mir nicht wirklich schmecken. Ich muss mich auch um Muskelgruppen kümmern, die nicht beim Posen auffallen, aber die man nicht vernachlässigen darf wie z.B. die Rumpfmuskulatur im Allgemeinen (das sind innenliegende Muskeln, die für Haltung und Stabilität verantwortlich sind) und den Po. Bei den Poübungen könnte ich nicht schwuler aussehen. Ich trete aus wie ein Esel nach hinten aus oder sehe aus wie eine Tunte mit Tü-Tü an der Ballettstange. Dafür ernte ich reichlich blödes Grinsen und Häme meiner Kameraden. Ich ignoriere es. Wir werden ja sehen, wem die Mädchen dann im Sommer hinterherglotzen oder einem gleich an den strammen Arsch packen. Mein Hintern wird prall und rund wie Pfirsich sein und nicht aussehen wie zwei halbgefüllte Einkaufstüten. Anschließend kümmere ich mich um den Lendenwirbelbereich. Beim Rückenstrecker trainiert man die untere Rückenmuskulatur und es sieht aus als hätte ich den Glauben gewechselt und würde gen Mekka beten . . . Egal !. Wenn man muskuläre Dysbalancen vermeiden will, die zu Haltungsschäden führen, darf man nicht nur Bauch tranieren sondern hin und wieder auch seine Gegenspieler, die Rückenmuskulatur. Muß sein.

Um aber das Gefühl mit nach Hause zu nehmen, doch noch wirklich etwas geleistet zu haben, wird beim anschließenden Nackendrücken, Seitheben und beim Reverse Butterfly mit den Kurzhanteln die Schultermuskulatur aufgepumpt und anschließend plattgemacht und der Bizeps bekommt auch seine schöne kugelrunde Form bei Hammercurls und an der Langhantel verpasst. Jaaaaaaaaaaa, das wollen wir . . . ich habe mir einen Aufenthalt in der Sauna verdient

Donnerstag, 12. März 2009

Lars Partyservice

Völlig überraschend befand sich meine Wohnung nach der LAN Party von meinem Bengel in einem erstaunlich guten Zustand. Die Jungs haben tatsächlich Ihren Müll in einen Müllsack gestopft, Geschirr in der Küche zusammengestellt, leere Bierflaschen türmten sich ordentlich aufgereiht auf meinem Schreibtisch, ein armseliger Rest der Geburtstagstorte stand im Kühlschrank und die Bude sah im Grunde aus wie ich Sie verlassen hatte. Lediglich ein ohnehin alter Teller war zu Bruch gegangen und der Backofen hatte gelitten, weil man das Backpapier und auch das Backblech nicht gefunden hatte. Mein Fehler, das hätte ich Ihnen vorher geben müssen. So schmorten halt ChickenWings auf dem blanken Rost und eine runtergeklatschte Pizza war zu Presskohle mit der Innenseite des Ofens verkrustet . . nun . . . nichts was sich nicht wieder reinigen ließe. Das Wichtigste, keiner der Nachbarn hat sich beschwert und die Jungs hatten einen Riesenspaß bis früh morgens um 7 zu zocken ohne das Ihnen einer Vorschriften macht. Mein Bursche hatte eine tolle Geburtstagsparty und wird sich hoffentlich noch lange daran erinnern.

Aber nach der Party ist vor der Party. Meine Tochter wird am 02. April 12 Jahre alt und Sie hat sich auch schon eine Geburtstagstorte gewünscht. Natürlich in Herzform UND Sie möchte eine Pyjamaübernachtungsparty bei mir feiern. Na gaaaanz toll. Ich habe noch überhaupt keinen Plan, wie Sie sich das vorstellt aber ein steht jetzt schon fest. Sie bekommt Ihre Geburtstagstorte und auch Ihre Party. Ist ja schließlich "Papas Prinzessin" . . . dann werde ich mal mit den Planungen beginnen. 3 Wochen sind schnell rum

Montag, 9. März 2009

Mein Leben in 776 Worten

Ist die Frage bzw. die Suche nach einer Antwort nach einem Sinn bzw. nach Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit überhaupt "sinnvoll" wenn es um Schicksal geht . . . ist das Schicksal nicht eine unausweichliche Bestimmung? kann es da eine plausible Antwort geben wenn man nach dem Sinn fragt? Wieviel im Leben bestimmen wir tatsächlich selber und wieviel geschieht einfach nur so? Wieviel von dem was uns widerfährt passiert einfach nur aus Zufall. Glück oder Pech? . . .  ich will mir die Frage nach Gerechtigkeit im Grunde garnicht nicht stellen, nicht darüber nachdenken, wehre mich gegen Sie und versuche Sie zu verdrängen aber mein Unterbewusstsein spült Sie immer wieder nach oben. 

Ich war 19 Jahre alt, als ich meine Frau kennenlernte. Bis dahin war mein Leben recht beschaulich, ich glaube auch irgendwie schon schön, aber sicher nicht sehr ereignisreich. Mit meinem älteren  Bruder und meiner 6 Jahre jüngeren Schwester teilte ich mir ein Zimmer, unsere Eltern besaßen kein Auto und in den Ferien ging es entweder zur Tante in den Garten oder alle 4-5 Jahre mal für vielleicht 2 Wochen an die Nordsee. Meine Eltern waren alles andere als vermögend und für 3 Kinder zu sorgen war auch damals schon schwer und es reichte eben nur für das Nötigste. Mein erstes Fahrrad konnte mich mir jedenfalls erst von meinem ersten Lehrlingsgeghalt kaufen.

Leider war mein Vater Alkoholiker und er zog aus als ich 16 war. Danach habe ich Ihn dann nie mehr wiedergesehen. Er starb mit 48 und ich weiß bis heute nicht wo sein Grab ist. 

Ich zog damals sehr schnell bei meiner zukünftigen Frau ein und da Sie als Friseurlehrling so gut wie nichts verdiente bezahlte ich fortan die Miete und beteiligte mich auch an den anderen Kosten. Die ersten 7 Jahre bis zur Heirat waren davon geprägt, Spass mit Freunden zu haben, finanziell irgendwie über die Runden zu kommen und beruflich irgendwas zu erreichen. Wenn mal ein wenig übrig blieb führte uns der Urlaub in den Harz oder auch mal an die Nordsee.

Nach unzähligen Jobs und Irrwegen und einer weiteren Ausbildung so gegen Ende 20 fing ich endlich an halbwegs regelmäßig Geld zu verdienen und kurz darauf arrangierte meine Schwiegermutter auch schon die Hochzeit, ich musste nur noch erscheinen und unterschreiben und obwohl ich mir garnicht sicher war sagte ich "Ja" und naiv wie ich war bildete ich mir ein, dass mit Kindern auch irgendwie alles gut werden würde. Mit knapp 30 wurde ich das erste Mal Vater und nach wenigen Monaten realisierte ich erst, dass ich fortan eine Familie zu versorgen hatte und mir nicht wirklich etwas mehr aussuchen konnte. Der Wunsch nach einem 2 Kind verblasste somit sehr schnell aber nach 3 Jahren geschah es doch nochmal. Da meine Frau die Kinder betreuen musste und viele Jahre als Hausfrau Zuhause blieb, es gab ja keinen Anspruch auf einen Krippenplätze oder auf einen Kindergartenplatz versorgte ich also mit meinem Lohn, mich mit eingeschlossen, 4 Mäuler. Das war nun meine Aufgabe. Das bedauerlicherweise ohnehin nicht sehr rosige Verhältnis mit meiner Frau wurde mit den Kindern dann auch nicht mehr besser. Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen und Lebensvorstellungen sowieso, sorgten sehr schnell dazu, dass wir uns auseinanderlebten und in unterschiedlichen Welten lebten. Ich blieb der Ernährer und Versorger und meine Vorstellungen sich im Leben etwas aufzubauen, es zu etwas Wohlstand zu bringen lösten sich in Wohlgefallen auf.

Natürlich liebten wir unsere Kinder und so sorgten wir zumindest dafür, dass es Ihnen an Nichts fehlte zum Preis der eigenen Träume, denn für die reichte mein Gehalt niemals. Wir arrangierten uns, es ging immer wieder gut und später immer öfter nicht. Aber erst als ich der Ansicht war, dass die Kinder groß genug waren und ich mir eine Trennung würde leisten können, verließ ich meine Frau. Voller Schuldgefühle, meine Frau im Stich zu lassen renovierte ich von den letzten Ersparnissen noch die Wohnung, damit es Ihr und den Kindern gut ging und nahm nichts mit.

Mit 43 Jahren trug ich nun die Hoffnung in meiner Brust, etwas von dem Leben nachholen zu können, was Freunde und Kollegen mir jahrelang vorgelebt hatten. Verreisen, Spass haben, Spontan sein, mit einem Partner endlich gemeinsam etwas erleben, etwas von der Welt sehen, gemeinsame Erinnerungen schaffen und fröhliche Stunden genießen.

1 1/2 Jahre ist das nun her, dass ich ausgezogen bin . . .  sicher, auf eine Art ist es besser, ich bin zufriedener, es ist richtiger, ehrlicher, aber ob ich glücklicher bin? 

Ja, ich denke schon. Auch wenn ich mir nichts leisten kann und noch das vollkommene Beziehungsglück sich noch etwas ziert . . . aber ich habe diesen Weg gewählt und es nicht dem Schicksal überlassen, mich herumzuschubsen.

Dennoch denke ich das Leben hat keinen Plan, die Dinge passieren einfach und wir reagieren.

Samstag, 7. März 2009

Obdachlos. Für eine Nacht

Ich bin noch ziemlich zerknittert als ich um halbelf von meiner Matratze rolle. Das Kraftausdauertraining gestern abend hatte ich etwas "straffer" gestaltet und ein paar zusätzliche Trainingssätze mit eingebaut, weil ich beim letzten Mal nicht das Gefühl hatte genügend ausgelastet zu sein. Diesmal war es gut und ich spüre meine Muskeln, als ich mich dehne und strecke. 11:00 höchste Zeit aufzustehen und meinen Kram zu packen. Mein Bengel kommt heute mit seiner Bande zu mir.

Ich bin schwer am überlegen, wie eigentlich meine Geburtstage als Jugendlicher so abgelaufen sind und um ehrlich zu sein, will mir nicht so wirklich etwas einfallen. Dummerweise habei ich keine Fotos und auch niemanden mehr den ich von damals  noch kenne. Eigentlich sollte ich mich daran erinnern, wenn coole Sachen stattgefunden hätten, wie Cosmic Bowling mit fetter Discomusik bei Schwarzlicht und Laserbeleuchtung, Kart fahren auf einer Indoor Kartbahn oder gar "LAN-Parties" mit kollektivem Egoshooter zocken  . . . aber ich bin ja auch Jahrgang 64' und als ich 16 wurde gabs grad man so IBM PCs mit64kb Arbeitsspeicher, 4 Farb Grafikkarte und Intel 80286 Prozessor der mit 7Mhz getaktet wurde. Keine Intel Quadcore CPU's mit 3Gigaherz Taktfrequenz, 4 Gigabyte RAM und Grafikkarten mit ebenfalls gigantischer Rechenleistung . . .  genau aber solche Technik schleppen gerade ein paar hochgewachsene Jungs an mir vorbei in meine Bude. Andere tragen anscheinend Verpflegung, bestehend aus Kartoffelchips, Nachos und ein paar SixPack Bier (mit 16 dürfen die das) und der Rest der Partygemeinde schleppt Schlafsäcke und Bettzeug an . . . Ich werde solange ausquartiert . .  für einen Augenblick überlege ich ob es früher nicht eigentlich anders herum war oder anders herum sein müsste . .  Egal . . . Sie wollen bis in die Nacht zocken, Spaß haben und wie Sie das anstellen is mir eigentlich auch egal und verhungern werden Sie schon nicht. 

Was mich genau dabei geritten hat, meinem Sohn anzubieten er könnte seinen 16.ten Geburtstag mit seinen Kumpels bei MIR in MEINER Wohnung feiern . . .  weiß ich nicht mehr . . . aber ich bin halt sein Dad und wenn ich an seiner Stelle wäre würde ich mich genauso darüber freuen, ohne Eltern, in einer eigenen Bude, eine Party feiern zu können. Ich bin sicher, Sie werden mir meine Wohnung schon nicht abreißen . . . zumindest werde ich eine kurze freundliche Ansage machen, bevor ich mich vom Acker mache und Ihnen mitteilen, dass ich jedem persönlich die Eier abreisse, wer in meine Wanne  kotzt oder mutwillig in meiner Wohnung irgendeinen Shice baut. Wenns gut geht, biete ich an, dass Sie die Aktion wiederholen können. 

 Wie es sich gehört gibts natürlich auch eine Ge burts tags torte. Er wünscht Sie sich und das schon seit Jahren. Keine aus dem Laden. Eine selbst gebackene Schokoladen torte sollte es sein und ich habe Spass dabei eine zu bauen. 2 Tage brauche ich dazu und das Ergebnis ist denke ich garnicht mal so schlecht für einen Softwarespeialisten wie mich. Nur die "1-Kerze" hat leider nicht mehr raufgepasst. Aber ich denke mein Bengel wirds schon verstehen ;-) ;-)



Ein Problem habe ich allerdings . . . wo bleibe ich solange? . . . ich habe weder einen Schlafsack und meine Freundin hat gerade Ihre eigenen 3 Kinder zu Besuch und keinen Platz wo ich für eine Nacht bleiben könnte. Mmmm ? . . .  ob ich mal in meinem Sportstudio anrufe ?

Freitag, 6. März 2009

Hoffnung

Es ist vollbracht . . . abgesehen von dem Unterhalt für meine Kinder, den ich eh noch wenigstens 10 Jahre werde zahlen müssen, habe ich gestern meiner Ex-Frau eine (die letzte) Riesensumme (für meine Verhältnisse) überwiesen und ich habe meine, alles entscheidende Steuererklärung abgegeben . . . jetzt heißt es warten und hoffen.

Ist das Ende der langen Talfahrt gekommen? Beginnt die Wende? . . . Sie muß einfach kommen. Seit beinahe 2 Jahren wehre ich mich gegen den Abstieg, kralle ich mich mit den Fingernägeln in Granit. Alles, nur nicht abrutschen, alleine mein Stolz will es verhindern.

Bislang konnte ich trotz allem Verzicht und mit allen Anstrengungen den Fall nur bremsen aber nicht aufhalten und auch nicht umkehren . . . das könnte sich nun ändern. Es muss sich ändern ! Ich bin am Ende meiner Möglichkeiten. Jetzt ist keine Luft mehr. Lediglich ein paar Dinge aus längst vergangenen Tagen, kann ich noch versteigern. Es wäre ein letztes Gefecht. Modellbautrödel, der kaum noch etwas bringen wird. Mein Konto ist am Anschlag . . . "Rien ne va plus" "Nichts geht mehr" Feierabend . . . Schicht

Ich wusste, dass es nach meiner Trennung nicht einfach werden würde. Alles war mit dem spitzen Bleistift grechnet und es war von vorneherein klar, dass Extras nicht möglich sein würden. Mir war bewusst, dass ich fallen würde aber ich habe an mich und meine Fähigkeiten geglaubt, habe daran geglaubt, dass ich mich vor dem Aufschlag fangen würde. Jetzt wird es aber doch sehr knapp und das kostet enorme Nerven.

Zumindest fühlt sich meine Lebenssituation ehrlich an. Ich musste und habe Prioritäten gesteckt, üerflüssiges über Bord geworfen, da war vieles dabei, was für die meißten Menschen wohl normal ist, worauf die wenigsten verzichten wollen, aber ich hatte keine Wahl und das was wirklich für mich persönlich wesentlich war, dafür hat es gereicht.

Neue Klamotten gingen nicht, Urlaub sowieso nicht, wenn etwas kaputt ging konnte ich es nicht ersetzen . . . aber ich konnte meinen Kindern hin und wieder eine Freude machen, Weihnachten mit Ihnen war schön, ich habe etwas für meine Sport abzweigen können, hin und wieder war ein Kinobesuch drin. Der Verzicht auf diese Dinge hätte ohnehin nicht viel mehr gebracht außer Frust oder Depressionen.

Es ist mir Schnuppe wie kitschig es klingt . . . Geld oder wertovller Besitz . . . ich habe weder das Eine noch das Andere . . . aber jemanden der mich lieb hat.

Man kann zwar von der Liebe nicht leben (es sein denn man verkauft seinen Körper) . . . aber Sie gibt dem Menschen Halt, Zuversicht und Hoffnung . . . Sie sorgt dafür, dass man nicht aufgibt und das tue ich auch nicht.

Mittwoch, 4. März 2009

Die schwere Kraft

Heute ist Mittwoch und das heißt in meinem neuen Trainingsplan . .  "Massetag", was soviel bedeutet wie "Es wird schwer" und das im wahrsten Sinne des Wortes. Muskeln gewöhnen sich schnell an eine Belastung und wenn man Sie nicht immer wieder unterschiedlich beansprucht, kann man trainieren und trainieren . . . die Erfolge werden auf die Dauer immer weniger und sicher nicht üppig ausfallen. Man muss Ihnen neue Reize setzen.

Die Muskeln, die ich trainieren und zum Wachstum anregen will, bleiben (nahezu) die Gleichen, ich wechsel also zum einen Teil die Übungen aus und ich ändere auch die Anzahl der Sätze und auch der Wiederholungen. Seit dem 23. Februar werden deshalb jetzt in den nächsten 10 - 12 Wochen die folgenden Muskeln trainiert.  Rücken und Brust, Beine, Po, Schultern und Bauch und damit es nicht langweilig wird . . . jede Muskelgruppe mit nur EINER Übung a' 7 Sätze. Der erste Satz ist ein Aufwärmsatz und dann nehmen bei jedem neuen Satz die Anzahl der Wiederholungen ab und das Gewicht was es zu bewegen gilt nimmt zu. Sowas nennt sich dann ein Pyramidensatz. Beim breiten Rückenmuskel dem Lattissimus bedeutet das z.B. Ein Aufwärmsatz mit 20-25 Wiederholungen, dann ein Satz mit 10 Wiederholungen, der Nächste 8, gefolgt von 4, nur noch 2, wieder 6 und im letzten Satz nochmal 10 Wiederholungen. Jedesmal versuche ich ein Gewicht zu wählen welches mir auch nur die jeweilige Anzahl an Wiederholungen ermöglich, die ich durchführen soll.

Bei 2 Wiederholungen heißt das MAXIMALKRAFT ! ! ! Mit dieser Art des Trainings versuche ich meinen Muskeln beizubringen alle Muskelfasern einzusetzen, damit auch alle zum Wachsen angeregt werden und nicht nur ein Teil. Es ist eine erbarmungslose Übung, eine hohe Belastung für die Gelenke und beim Bankdrücken lernt man z.B. so Einiges über Schwerkraft. Alleine die Scheiben, die auf der Langhantel liegeb, die ja selber schon 20kg wiegt, sehen bedrohlich aus. Wenn man dann unter Ihr liegt und versucht die Hantel aus der Halterung zu heben, ist die gesamte Stützmuskulatur des Oberkörpers aufs Äußerste gespannt. Bereits hier versucht Panik und Verzweiflung von einem Besitz zu ergreifen, weil der Verstand Alarm meldet, dass man das Gewicht nicht bewegen könne. Ein Fahrstuhl würde stehenbleiben. Alleine das langsame Absenken der Hantel erfordert eine enorme Kraft, weil man sich ja nicht die Hantel auf die Brust fallen lassen kann. Wenn die Hantelstange dann auf dem Brustkorb angekommen ist, beginnt ein erbarmungsloser Kampf gegen die Schwerkraft. Die Sekunden werden zu gefühlten Stunden, die Arme zittern, man darf nicht vergessen weiterzuatmen und presst die Luft durch die zusammengekniffenen Lippen. Würde man das nicht tun, bestünde die Gefahr, das Adern platzen, schlimmsten Fall im Kopf . . . langsam gewinne ich gegen die 90kg schwere Hantel und als Sie oben ist, währt das Glücksgefühl nur Augenblicke, denn der Kampf beginnt von vorne . . . es sollen 2 Wiederholungen werden . . .  und diesmal ist der Kampf noch härter, weil der Muskeln nach der ersten Belastung schon kapitulieren will. Man muss sich wirklich auf seine Muskeln konzentrieren, der Mensch ist ein mächtiges Tier und wir können viel leisten, wenn wir es wollen. Teilweise scheint es so als würde man es nicht schaffen, der Kopf muss auch mitmachen und man muß wirklich mit allem kämpfen was man hat. Es ist sinnvoll diese Übung mit einem Partner durchzuführen, der für den Fall hinter einem stehen sollte, dass man den Kampf womöglich nicht gewinnt. Ich gewinne aber heute und schaffe mit ein wenig Unterstützung mit der 9okg Hantel auch noch eine Dritte Wiederholung. Als ich aufstehe rast mein Herz und der Schweiß läuft mir an den Schläfen herab. 

Diese Pyramidensätze mache ich für alle genannten Muskelgruppen, bis auf den Bauch. Den trainiere ich normal mit den verschiedenen Übungen, die man eben so machen kann. Nach 2 Stunden fühlen sich meine Arme nur noch wie Pudding an, die Beine sind zittrig von den Kniebeugen und ich bin für den Moment fix und alle. Zum Lachen und rumlästern  reichts aber immer und ich kann mir beim Weg in die Umkleide nicht verkneifen ein paar Kumpel zu fragen ob heute Kindergeburtstag ist oder Yoga für Frauen weil Sie hier sind. Ich bekomme natürlich die passenden Antworten und die Anstrengung der letzten 2 Stunden sind bei dem Gelächter schnell vergessen. Hoffentlich gibt das morgen einen schönen Muskelkater, Freitag ist dann wieder etwas Kraftausdaer angesagt und nächsten Mittwoch machen wir das mit den Pyramidensätzen gleich nochmal . . . weils so schön war. 

Montag, 2. März 2009

"Schlimmer geht immer "

Vieles was im Leben geschieht ist vorhersehbar . . . und wir nehmen es als selbstverständlich hin. war. Man geht arbeiten und man weiß, dass am Monatsende Gehalt auf dem Konto ist. Man trinkt zuviel Hochprozentiges und man redet anschließend dummes Zeug und bekommt Kopfweh. Man geht zu spät ins Bett und man weiß, dass man beim aufstehen sehr müde sein wird. Diese Liste ließe sich beliebig lang machen . . . die Dinge die uns fertig machen, sind die wenigen Sachen mit denen wir nicht rechnen, das was wir nicht vorhersehen können, was uns die Angst und die Unsicherheit in die Knochen treibt. Es sind Dinge die wenn Sie schief gehen, empfindliche Konsquenzen für unsere Zufriedenheit und unserLebensglück bedeuten. 

Ich rede von einer Einkommenssteuererklärung ! Sie ist eindeutig das Werk des Teufels und ich muß Sie machen. Das Finanzamt hat mich aufgefordert eine abzugeben. Ich habe keine Wahl und verbringe fortan Stunden am PC, installiere hunderte von Megabytes an Software, wälze Ordner, blättere in Papieren, suche Zahlen, lese Hilfetexte, was ich wo und warum eintragen soll, was ich nicht eintragen darf und was ich eintragen muss. Buchstaben bilden Worte, Worte bilden Sätze und ich verstehe Sie nicht. Unverständliche Eingabemasken und unverständliche Hilfeseiten lösen sich im Wechsel ab und treiben meine Verzweiflung in ungeahnte Höhen. Eigentlich könnte ich entspannt bleiben, denn wenn es nach den Gesetzen von Murphy geht, gibt es ja doch keine Möglichkeit alles Richtig zu machen und so steht im Grunde schon von Beginn an fest, dass mir mit Anlauf in den Allerwertesten getreten wird. Kein Grund sich aufzuregen, mehr als meinen Kopf wird man mir nicht abreißen. Vermutlich werde ich dutzende von Unterlagen mitschicken, die sich die Sachbearbeiter mit aufs Klo nehmen, sofern Sie auf weichem Papier gedruckt sind und andere, unendlich wichtige Unterlagen von deren Existenz ich nichteinmal etwas ahne, werden fehlen. Manche Zahlen die ich angeben soll, stehen auf gar keinen Unterlagen . . . Ratlosigkeit überkommt mich, bei dem Gedanken, dass mir vermutlich übelste Konsequenzen angedroht werden, wenn ich dann nicht innerhalb einer viel zu kurzen Galgenfrist die Daten nachreichen kann.  

Wahrscheinlich ist im Grunde alles strunzeinfach und ich bin nur ein finanztechnisches Weichei mit soviel Hirn, wie ein Spatz Fleisch an der Kniescheibe . . . . also . . . ich musste im vergangenen Jahr die Steuerklasse wechseln, weil ich jetzt getrennt lebe, die Anzahl der Kinderfreibeträge hat sich geändert und für meine Noch-Frau, für die ich auch alles ausfüllen muss, weil wir uns noch gemeinsam veranlagen, gilt das Gleiche . . . der Wahnsinn hat Methode und die heißt "Lohnsteuerjahresausgleich" . . . in diesem Moment überkommt mich ein überirdisches Mitleidsgefühl . . . nicht mit mir selber . . . mit den Menschen, die diesen bürokratischen Supergau bearbeiten müssen . . . was auch immer Sie für eine Entlohnung beziehen . . es kann nicht genug sein . . . etwas erleichtert stelle ich fest, dass ich das Feld für die Kirchensteuer demnächst leer lassen kann. Kirchensteuer soll ja zumindest zu einem kleinen Prozentsatz, den Bedürftigen zu Gute kommen . . . ich denke ich gehöre dazu.