Glücklicherweise bin ich von einer ernsteren Erkrankung verschont geblieben und innerhalb von 2 Tage habe ich mich von der kleinen "Unpässlichkeit" wieder erholt. Medikamente kann ich mir sparen, es geht mir auch so wieder gut und erleichtert begebe ich mich nach einem aufregenden und hektischen Arbeitstag wieder zum Sport. Der letzte Tag des alten Trainingsplans. Nach 12 Wochen ist es allerhöchste Eisenbahn, den Muskeln neue Reize zu geben. Zum letzten Mal Tag IV mit Schulter und Beintraining . . . und . . . Finito
So ganz konkret kann ich nicht sagen, was es mir gebracht hat, denn ich habe zu Beginn nicht alle Maße aufgeschrieben. Aber das Ergebnis im Spiegel kann sich sehen lassen und auf der Waage stehen schon seit Wochen 85.5kg. Das war für mich mal ein wirklich bedeutender Wert. Hatte ich doch an diese Zahl die Hoffnung geknüpft, etwas ganz Besonderes zu erleben. Das ist zwar leider nicht eingetroffen, aber ich bin dennoch zufrieden. Ab Montag beginne ich einen neuen Plan mit den Schwerpunkten Masseaufbau UND Definition. Man könnte es auch das "Nur-nichts-verlieren-und-noch-ein-wenig-aufbauen-ohne-Fett-zu-werden" Programm nennen.
Ansonsten wünschte ich, ich könnte hier Tag für Tag die wildesten Sachen aufzählen. Mir von der Seele schreiben, was für ein ultra aufregendes Leben ich doch so führe und wie ich mit dem schnöden Mammon nur so um mich schmeiße. Könnte ich doch anstatt "Geschichten aus dem Sportstudio", Geschichten schreiben von Erotik und Wollust. Ekstatische Abenteuer auf großen runden Betten mit langhaarigen Amazonen, von ausgehungerten Zwillingen oder von speziellem Zimmerservice mit einer schüchternen Französin, die mir Ihr Abgründe offenbart. Wie gerne würde ich klatschnasse Romane von unstillbarer Gier und Verlangen schreiben oder von frivolen Auschweifungen, lüsternen Fantasien, bebenden Körpern oder von wilden und hemmungslosen Sex auf dem Küchtentisch berichten . . . leider muss ich passen. Ich kann nichtmal mit lauem Schneewittchensex unter der Bettdecke dienen. Auch bei den anderen Komponenten, die so ein Abenteuer ausmachen könnten regt sich nicht viel . . . keine spannenden Poker oder anderen Glückspielereignisse, keine Geldscheine, die auf mich herabregnen . . . Auto? . . ebenfalls Fehlanzeige, nichtmal ein mickriger Twingo oder etwas in dieser Art. Megaparties mit Champagner der in Strömen fließt, wummernden Bässen und Promis die mir die Hand schütteln kommen auch nicht so wirklich in meinem Leben vor. Auch bei Thema Urlaub kann ich nicht von großartigen Erlebnissen in der Ferne berichten. Keine Krokodilkämpfe, keine Atlantiküberquerung, keine Erstbesteigungen von 8000.dern und auch keine Schatzsuchen in den Tiefen der Ozeane. Nichtmal Ballermann all-inclusive. Der letzte Urlaub war ein völlig verregnetes Wochenende in England. Ein schweineteurer Kurztrip, der mein letztes nicht vorhandenes Vermögen verschlang und an einen echten Erholungsurlaub davor kann ich mich nicht mehr erinnern . . . mein Leben ist also ein echtes Feuerwerk an Normalität.
Dennoch, wer jetzt glaubt, dass ich in einem strunzlangweiligen Leben öde vor mich hinatme, irrt. Es gibt etwas wirklich Aufregendes, etwas ganz besonders Wertvolles, ein Quell übersprudelnder Ideen und unermüdlicher Lebensfreude . . . mich selbst
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